Die Übergabe meines Testexemplars MSI Modern AM271P 11M durch den Lieferanten war fehlgeschlagen, obwohl ich im Homeoffice arbeite. Somit musste ich den All-in-One-PC bei einem großen Versandunternehmen abholen. Aufgrund des Gewichts habe ich mir sofort die Frage gestellt, ob die Verpackung das enthaltene Produkt ausreichend vor Beschädigung schützt, falls mir der PC hinfällt.
Von Christian Orth
Beim folgenden Unboxing hat das lufthaltige und damit elastische Verpackungsmaterial einen guten Eindruck gemacht. Der PC war mittig ausgerichtet und hatte zu allen Seiten eine dicke Schickt dieses Materials als Schutz. Vermutlich würde der PC sogar einen Sturz aus geringer Höhe ohne Schaden überstehen. Der Verpackungsdesigner hat an dieser Stelle gute Arbeit geleistet. Mein Exemplar ist ohne erkennbare Mängel geliefert worden.
Das Gehäuse
Alle Ecken des Gehäuses sind sauber abgerundet, es besteht hier bei Verwendung im öffentlichen Raum sicherlich nicht die Gefahr einer geringen Verletzung an einem Grat oder einer harten Ecke. Das Gesamtdesign wirkt harmonisch sowie ansprechend und das Gerät ist geeignet für eine repräsentative Verwendung. Insbesondere der auf dem Rücken nach oben hin ausgerichtete USB-Port erlaubt eine unauffällige Montage und ist geschickt ausgeführt.
Die Monitorsteuerung auf der rechten Rückseite ist leicht erreichbar. Das ist nicht wie so oft eine übliche glatte Schaltfläche, sondern ein kleiner hervorstehender Knopf, der ein gutes haptisches Feedback bietet. Die Menüführung des Monitors ist leicht verständlich. Wer den PC in einem Setup mit mehreren Rechnern verwenden möchte und den Knopf relativ häufig benötigt, um zwischen PC und HDMI-Eingang zu wechseln, wird sich über die gute Ergonomie an dieser Stelle regelmäßig freuen.
Der Ein-Aus-Schalter befindet sich in einem Anschlussfeld auf der linken Rückseite des Monitors und ist gut erreichbar. Die beiden Schalter des Geräts sind leicht erreichbar und bieten eine gute Ergonomie, insbesondere der Schalter für die Monitoroptionen fällt mir im Vergleich zu vielen anderen Monitoren ausgesprochen positiv auf.
USB-Anschlüsse
Der PC verfügt über insgesamt sieben USB-Anschlüsse. Es stehen zwei USB-3-Typ-C-Stecker, zwei USB-3-Typ-A-Stecker, zwei USB-2-Typ-A-Stecker sowie ein besonders gut positionierter Stecker auf der Rückseite zur Verfügung. Drei Stecker befinden sich auf der Gehäuserückseite, vier in einem Anschlussfeld auf der linken Seite, dieses ist leicht erreichbar. Dank der Kombination von USB 2 und 3 und der Kombination von Typ-A- und Typ-C-Steckern bietet der PC vielfältige Anschlussmöglichkeiten.
Ein 2,5-Zoll-Port
Auf der rechten Rückseite befindet sich die Möglichkeit, eine Festplatte oder SSD in der Größe 2,5 Zoll zu verbauen. An dieser Stelle ist leider kein solider Schnellverschluss verbaut, sondern man muss mit einem Schraubendreher das 2,5-Zoll-Speichermedium in einem kleinen Metallrahmen festschrauben und dann im Schacht einsetzen. Mir ist es nicht gelungen, beim ersten Einbau einer SSD diese in Betrieb zu nehmen. Erst nachdem ich die SSD samt Metallrahmen entnommen und erneut eingesetzt hatte, war ein Steckerkontakt hergestellt.

Der Metallrahmen ist aus dünnem Metall und leicht biegsam, der Plastikdeckel des Gehäuses wird mit einer Schraube gesichert. Um den Deckel ganz zu schließen, muss die dünne Plastikklappe mit einem hörbaren Knacken einrasten.
Der 2,5-Zoll-SATA-Anschluss kann hier eher nicht wie eine Docking-Station verwendet werden, um häufig schnell eine Festplatte ans System anzubinden, sondern ist eher für die optionale Montage einer weiteren Festplatte oder SSD gedacht. Hier ist bei häufigem Wechsel das Risiko für einen verbogenen Metallrahmen oder gebrochenes Plastik gegeben, die ansonsten hochwertig wirkende Verarbeitung hat an dieser Stelle noch Verbesserungspotenzial. Ein solider Schnellverschluss wäre hier aus meiner Sicht wünschenswert.
Die Lüftung und Geräuschentwicklung
MSI bewirbt den PC mit einem „Serverlüfter“ auf der Produkthomepage. Zitat: „Ein Kühlmodul der Server-Klasse ermöglicht die effiziente und geräuscharme Kühlung des All-in-One PCs.“ Die Kühlung des PC arbeitet bei normaler bis moderater Auslastung der CPU nahezu geräuschlos, was für geräuschempfindliche Personen wie mich wichtig ist. Wenn ich mein Messgerät direkt an die Lüftung gehalten habe, waren keine Messwerte erhältlich, die sich von den Messwerten der Umgebungsgeräusche unterschieden haben. Der PC ist somit für mich im Normalbetrieb nicht gesondert wahrnehmbar.
Bei absichtlich erzeugter 100-%-Last auf der CPU, zum Beispiel durch das Berechnen von mp4-Videos, erhöht sich die Drehzahl der Lüftung und ist hörbar. Die Lüftung springt dann regelmäßig an mit einer Geräuschentwicklung von ca. 65 Dezibel und geht dann wieder aus. Diese hörbare Geräuschentwicklung ist der übliche Haken bei kleinen Lüftern, die in hoher Geschwindigkeit drehen. Insgesamt läuft der PC bei mir nahezu durchgehend ohne hörbaren Lüfter, was ich als sehr angenehm empfinde.
Der Monitorfuß
Der Monitorfuß ist schwer und wirkt solide verarbeitet. Alle Metallelemente sind sauber entgratet und alle Elemente sind gut abgerundet, es besteht keine offensichtliche Verletzungsgefahr. Die Verbindung zwischen Gerät und Fuß wird mittels VESA 100 hergestellt, der PC bietet somit die Möglichkeit, problemlos eine Vielzahl von Montageoptionen zu verwenden.
Die Bodenplatte des Standfußes hat die Abmessung 18 x 25cm, viel Platz wird damit am Aufstellungsort nicht benötigt. Auf der Unterseite der Bodenplatte sind sechs Antirutsch-Gummis verbaut, die der Kombination Fuß + Monitor einen sicheren Stand verleihen.
Ist der PC am Fuß montiert, befindet sich die Mitte des Bildschirms in einer Höhe von ca. 38 cm. Wenn ich in gerade sitzender Position auf ein ausgerolltes Tischler-Maßband blicke, ist die Zahl 63 zu sehen, der Unterschied zwischen meiner Blickmitte bei gerade Körperhaltung und der Monitormitte bei Verwendung des Fußes sind 25 cm. Die Höhenverstellung ist in einem Bereich von 0 bis 13 cm möglich.
Das Gerät für mich unter Verwendung des Fußes nicht ergonomisch einsetzbar, ich bin allerdings auch 1,98 m groß. Deshalb habe ich mich entschieden, das Testsystem an einer Monitorhalterung mit Gasdruckfeder zu verwenden. In der richtigen Höhe und einer guten Entfernung platziert, kann der Monitor seine Stärke, ein ausgesprochen gutes Bild, ausspielen.

Die CPU und die überhitzende GPU
Die verbaute Intel-Prozessor i7-1165G7 CPU ist im 10-nm-SuperFin-Verfahren gefertigt und hat vier Kerne / acht Threads bei einer maximalen Frequenz von 4,7 GHz. Die integrierte Grafikeinheit Intel Iris Xe ist in einigen Testberichten durch eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu vorherigen integrierten Grafiksystem aufgefallen und hat das Potenzial, 3D-Spiele in Full HD zu ermöglichen. Die Einheit taktet mit 1,3 GHz und unterstützt DirectX 12.1 sowie OpenGL 4.6.
Laut ark.intel.com hat der Prozessor eine „T Junction“ von 100 °C. Intel schreibt hierzu: „Junction Temperature is the maximum temperature allowed at the processor die. “ Ich habe mehrfach die Computerspiele Counterstrike und Star Wars Battlefront 2 gespielt, um FPS-Werte zu ermitteln. Dabei habe ich mittels des Tools „MSI Afterburner“ die Temperatur ausgelesen. Bei jedem Versuch, die Spiele zu spielen, ist der Spieleprozess abrupt gestorben und ich konnte zeitgleich Temperaturen von über 90 °C im Temperaturdiagramm sehen. Leider schafft es der MSI Modern AM271P 11M nicht, die eigentlich vorhandene Grafikleistung des Intel i7-1165G7 zu verwenden, da hier ein Erreichen des „T Junction“ von 100 °C vorliegt.
Der Bildschirm
MSI hat bei diesem PC ein IPS-Panel eingebaut, dass durch seine hohe Bildqualität auf Anhieb überzeugt. Ich habe nichts kalibriert und verwende den Monitor mit den Werkseinstellungen. In meinem Setup ist im Moment ein Gaming-PC an den HDMI-Eingang des Monitors angeschlossen und ich freue mich über die kräftigen Farben und ein klares Full-HD-Bild.
Die Webcam
Im Lieferumfang des PC ist eine Webcam enthalten, die sich in Windows 10 ohne Probleme einbinden ließ und auf Anhieb klare Bilder geliefert hat. Für die häufiger gewordenen Videokonferenzen liefert sie ein klares Bild, wenn man auf eine ausreichend gute Ausleuchtung der Umgebung achtet; das gilt natürlich für alle Webcams.
Stromverbrauch
Zur Messung des Stromverbrauchs kommt bei mir ein Voltcraft SEM6000 zum Einsatz. Der PC hat eine Leistungsaufnahme von 31 Watt im eingeschalteten Zustand, unter hoher Last wie dem Rendern von Videos habe ich einen Verbrauch von 70 Watt gemessen. Legt man einen Strompreis von 33 Cent pro Kilowattstunde zugrunde und geht von neun Stunden Betrieb pro Tag und 31 Watt Verbrauch aus, ergeben sich hier Kosten von etwa 30 € im Jahr. Die realistischen Kosten liegen etwas über dem errechneten Wert, da durch die aktive Verwendung des PCs die Leistungsaufnahme steigt. In puncto Stromverbrauch überzeugt mich der PC durch seine geringen Betriebskosten.
Fazit
Der All-in-One-PC Modern AM271P 11M von MSI überzeugt beim Auspacken durch einen gut geschützten PC, ist hochwertig verarbeitet und bietet ein ansprechendes Design. Eine Webcam ist im Lieferumfang enthalten. Dank der Kombination der leistungsfähigen CPU Intel Core i7-1165G7 mit einer über den schnellen PCI Express-Bus angebundenen 512 Gigabyte großen M2-SSD bootet der PC in wenigen Sekunden und überzeugt durch schnelle Ladezeiten von etwa einer Sekunde bei den üblichen Büroanwendungen.
Der Hauptspeicher lässt mit insgesamt 16 GB Samsung-DDR4-3200 Modulen keine Wünsche offen. Die CPU verfügt über eine Intel-Iris-Xe-Grafik (GPU), welche bei verringerten Grafikdetails selbst aktuelle 3D-Titel in Full HD mit akzeptablen Frame-Raten abspielen können sollte. Leider ist bei meinem Exemplar die Verwendung des PCs für 3D-Spiele nicht möglich gewesen, da hier die Spiele nach kurzer Zeit und überhöhten GPU-Temperaturen abstürzen. Das Hitzeproblem ist auf die GPU beschränkt, die CPU ist hiervon nicht betroffen.
Die Bildqualität des IPS-Monitors hat mich begeistert. Mit einem zweiten Monitor via HDMI sowie einer gasdruckgefederten Aufhängung habe ich einen soliden Zwei-Monitor-Arbeitsplatz inklusive einen am Test-PC am HDMI-In angeschlossenen Gaming-PC, der durch einen nahezu geräuschlosen Betrieb überzeugt. Der geringe Stromverbrauch macht den Betrieb dieses PCs aus wirtschaftlicher Sicht interessant.

Update
Am Abgabetermin dieses Artikels hat ein letzter Versuch Star Wars Battlefront 2 zu spielen zehn Minuten durchgehendes Spielen ohne Absturz ermöglicht. Die Temperatur ist dabei stabil bei etwa 78 °C angezeigt worden. In der Zwischenzeit wurden Updates eingespielt. Ich werde das für den ausführlichen Artikel gründlicher untersuchen.
Mehr Eindrücke von Christian Orth zum All-in-One-PC von MSI gibt es im ausführlichen Testbericht.
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