Ich habe mir beim Testen Mühe gegeben, möglichst schwerwiegende Fehler zu finden, damit der Hersteller in der Lage ist, diese auszumerzen – aber auch, weil das mein Anspruch an mich selbst ist. Beim All-in-One-PC Modern AM271P 11M von MSI konnte ich keine schwerwiegenden Fehler finden. Einzelne Dinge, die ich vermisse, habe ich als konstruktive Kritik zusammengefasst.
Von Christian Orth
Nach dem Testbericht mit meinem „ersten Eindruck“ (–> hier zu finden) war meine erste vorbereitende Maßnahme für die Teststellung das Erzeugen einer binären Kopie der eingebauten SSD. Ich habe hierfür das Open-Source-Werkzeug Clonezilla benutzt. Clonezilla ist eine freie Software, die es erlaubt, 1:1-Abbilder einer Festplatte zu erstellen. Ich habe zu diesem Zweck und um die Möglichkeit der Festplattenerweiterung zu testen eine weitere Festplatte eingebaut und das Abbild auf dieser zweiten Festplatte gespeichert. Sollte ich also das mitgelieferte Windows und/oder den Bootloader beschädigen, kann ich einfach das Abbild zurückspielen und muss mir keine Gedanken machen.
Da ein vollständiges Abbild der 515 GB großen SSD erstellt wird, musste ich ca. 20 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen. Für mich ist das ein akzeptabler Preis, um eine vollständig widerherstellbare Sicherung des Auslieferungszustandes zu erhalten. Alle Testtätigkeiten sind dann nach dieser Sicherung erfolgt. Ich versuche, verwendete Programme hier transparent inklusive Versionsnummer darzustellen, damit klar ist, wie ich zu den Ergebnissen komme.
Mein Anspruch an das Testen
Warum werden in der Softwareentwicklung Tests durchgeführt? Warum werden in der Hardwareentwicklung Tests durchgeführt? Um Fehler aufzudecken. Es kann niemals das Ziel sein, einfach nur irgendwelche Testpläne abzuarbeiten, sondern es muss immer der Wille zum Finden von Bugs vorhanden sein.
Die Geräuschmessungen
Ich habe für den Test der Lautstärke ein Cadrim-Sound-Level-Meter benutzt. Um eine sinnvolle Geräuschmessung durchführen zu können, würde ich ein Akustiklabor mit einem schallgedämpften Raum benötigen. Ich habe keinen solchen Raum, wohne in einer Stadt und bin alleinerziehender Vater zweier Kinder sowie Rudelchef von zwei Terriern. Meine Umgebung ist also das genaue Gegenteil eines kontrollierten Messaufbaus und ich kann daher eher von einem subjektiv empfunden Geräuschpegel berichten.
Ich bin von der verbauten Lüftung begeistert, weil ich sie im Normalbetrieb nicht höre. Wenn ich das Messgerät an die Lüftung halte, erhalte ich etwa 50 Dezibel Lautstärke. Ich habe das Messgerät zum Vergleich an einen kleinen USB-Lüfter gehalten, welcher einen Power-LAN-Adapter kühlt. Dieser kleine Lüfter dreht mit etwa 65 Dezibel lauter als der gesamte PC.
Die Stromverbrauchsmessungen
Für den Test des All-in-one PCs habe ich mir ein Messgerät gekauft. Meine Wahl ist auf ein Gerät der Firma Voltcraft gefallen, da ich hier die Möglichkeit habe, die Daten bequem per App auszulesen. Das Modell SEM6000 hat eine Bluetooth-Schnittstelle und speichert die Messdaten für einen längeren Zeitraum.

Bereits bei meinem ersten Test konnte ich zeigen, dass der PC ein kleines Stromsparwunder ist. Alleine die Grafikkarte Geforce RTX 3060 Ti mit einem TDP von 230 Watt in meinem schon vorhandenen Gaming-PC verbraucht mehr Strom als hier der ganze PC samt Monitor.
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