Verbesserungsvorschläge
Das Testgerät wird mit dem Schlagwort „All-in-one PC“ beworben. Ich verstehe darunter ein Gerät, dass man sich auf den Schreibtisch stellt und für das man nach Möglichkeit keine weitere Hardware auf den Tisch stellen muss, da das Gerät bereits alle gewünschten Optionen bietet. Der All-in-one-PC von MSI ist mit einer hohen Anzahl an USB-Anschlüssen ausgestattet und kann darüber viele externe Geräte anbinden. Ich hätte mir jedoch einige Geräte intern gewünscht, die man sich sonst bei Bedarf als externe Geräte auf den Schreibtisch stellen muss, wo sie Platz verbrauchen.
Flash-Kartenleser
Fotoapparate und andere Geräte verwenden Speicherkarten, um darauf Daten zu speichern. Viele Laptops sind mit einem Lesegerät für Speicherkarten ausgestattet, das Testgerät jedoch nicht. Möchte ich mit dem Testgerät eine Speicherkarte verwenden, so muss ich ein separates Lesegerät, das über USB angebunden wird, verwenden. Ich habe dann ein Gerät inklusive USB-Kabel mehr auf dem Schreibtisch stehen.
Dockingstation
Die Möglichkeit, eine zweite Festplatte einzubinden, ist am Gerät gegeben. Es kann an einem Blech eine SATA-SSD verschraubt werden und dann im Gehäuse eingesetzt werden. Eine Dockingstation ist ein Gerät, in welches man eine Festplatte oder SSD einstecken kann, um diese dann am PC zu verwenden.

Für mich liegt der Vorteil einer Dockingstation darin, dass ich ganz leicht eine SSD einstecken kann und nichts verschraubt wird. Früher hat man Disketten in einen PC gesteckt, heute ist eine Dockingstation eine bequeme Art, ein handliches Massenspeichermedium anzubinden. Über USB3 werden für mich ausreichend gute Übertragungsraten erreicht. Ich hätte mir gewünscht, dass sich hier für die zweite mögliche Festplatte ein Bedienkomfort analog zu einer Dockingstation ergibt. In dieser kann man eine Festplatte einfach reinstecken und rausziehen. Bei All-in-one-PC von MSI muss man zum Schraubendreher greifen und das ist einfach nicht bequem.
KVM-Switch
Ein KVM-Switch ist ein Gerät, mit dem man die Signale von USB-Geräten an zwei unterschiedliche Computer senden kann. Ich verwende einen in einem Monitor verbauten KVM-Switch, um zwischen meinem Gaming-PC und dem Testgerät hin und her schalten zu können. Ich erspare mir so den Gebrauch von zwei Tastaturen und Mäusen. Das Testgerät hat einem HMDI-Ausgang und einen HDMI-Eingang, es ist also wie gemacht für eine Integration in ein Setup mit mehreren Geräten.
Man könnte ja auf die Idee kommen und das vorinstallierte Windows durch eine transparente Firewall auf einem auf der Rückseite des MSI angebrachten Raspberry PI schützen zu wollen. In diesem Fall wäre ein im Monitor verbauter KVM-Switch eine hilfreiche Sache, um nicht noch mehr Kabel und Geräte auf dem Schreibtisch zu haben. In jedem Fall ist ein KVM-Switch ein nützliches Gerät, um zu vermeiden, dass man häufig Maus und Tastatur umstecken muss. Bei einem All-in-one PC wäre ein KVM-Switch ein nützliches Ausstattungsmerkmal.
Einsatzszenarien
Da der MSI-Testrechner Monitor und PC in einem Gerät vereint, bietet sich ein Einsatz in verschiedenen Szenarien an. CPU, RAM und SSD bilden ein schnelles Trio, das Geschwindigkeit mit Sparsamkeit beim Stromverbrauch kombiniert. Da das Gerät sehr leise ist, bietet sich der Einsatz in Umgebungen an, in denen gesteigerte Lautstärke ein Problem ist. Seminarräume mit Schülern sind ein denkbares Einsatzgebiet, aber auch Büroumgebungen, wo die auf Dauer anfallenden Stromkosten ein Thema sind.
Wer auf der Suche nach einem kompakten PC für das Homeoffice ist, ist mit dieser Hardwareausstattung ebenfalls gut bedient. Im Internet finden sich zum Teil recht optimistische Berichte über die neueste Generation integrierter Grafik. PC-Spielern möchte ich trotzdem eher von diesem Gerät abraten, man bekommt bei vergleichbarem Preis mehr Leistung, wenn man eine vollwertige Grafikkarte kauft – das geht natürlich einher mit erheblich höherem Stromverbrauch.
Mein persönlicher Einsatz
Nach einer längeren Testphase hat sich für mich herausgestellt, dass ich den PC in unterschiedlichen Funktionen nutze. Die einfachste Variante ist, dass ich via HDMI einen Zweitmonitor habe, den ich bei Bedarf dazuschalten kann. Wenn ich nur kurz ein Dokument erstellen und drucken möchte, ist der All-in-one-PC ebenfalls meine erste Wahl, da er flott startet, leise ist und wenig Strom verbraucht. Wenn ich an meinem Gaming-PC Zeit mit Computerspielen ver(sch)wende, kann ich trotzdem nebenher andere Anwendungen nutzen, ohne die Leistung meines Gaming-PCs einzuschränken. Ein nativ gebootetes Linux wird von mir parallel verwendet, um gleichzeitig Zugriff auf Windows und Linux zu haben, ohne zu virtualisieren. Wenn ich mit hoher Konzentration einen Text schreiben will, lasse ich meinen Gaming-PC ausgeschaltet – dieser ist nicht in der Lage, mit dem All-in-one-PC zu konkurrieren.
Fazit
Ich kann für jede Anwendergruppe (außer für Gamern) für dieses Gerät eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Der All-in-One PC-bietet ein gutes IPS-Panel und verhält sich bei der alltäglichen Benutzung äußerst flott, ist sehr leise und verbraucht erfreulich wenig Strom. Ich priorisiere diesen PC für viele Routineaufgaben, weil ich nicht einsehe, meinen stromfressenden Gaming-PC zu starten. Wer einen Alltags-, Homeoffice- oder Büro-PC sucht, der alles an Bord hat, um alltägliche Aufgaben zu erledigen, kann hier nach meiner bescheidenen Meinung bedenkenlos zugreifen.
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