IFTTT: Was ist das?

Ob Amazon Alexa oder Google Assistant, Dropbox oder OneDrive, Twitter oder Instagram: Online-Dienste aller Art vereinfachen das Leben. Blöd nur, dass die unterschiedlichen Anbieter selten zusammenarbeiten. Wollen Sie beispielsweise ein Foto in mehreren Netzwerken veröffentlichen, müssen Sie dies in der Regel manuell erledigen. Hier kommt “IFTTT” ins Spiel. Die Webseite macht es möglich, die Nutzung unzähliger Online-Dienste sowie Smart-Home-Geräte oder Smartphones zu automatisieren.

Was bedeutet IFTTT?

IFTTT” steht für “If this, then that”, also “Wenn dies, dann das” - und das ist auch exakt das Konzept des Services: Sobald etwas passiert, sorgt IFTTT für eine weitere Aktion. IFTTT bietet zu diesem Zweck die so genannten Applets, auch Rezepte genannt. Über diese Rezepte können Sie unzählige Lösungen für Online-Dienste schaffen, die sonst nur mit viel Aufwand zu realisieren sind. So können Sie beispielsweise Cloud-Dienste synchronisieren, die Nutzung von Social-Media-Seiten vereinfachen oder automatisch wichtige Informationen bei Services wie Google Docs protokollieren. Für die Nutzung von IFTTT können Sie wahlweise auf Tausende vorgefertigte Lösungen zurückgreifen oder eigene Rezepte erstellen.

Übrigens:
Für Privatanwender ist die Nutzung von IFTTT völlig kostenlos. Der Dienst finanziert sich mit Dienstleistungen für Firmen, die die Plattform für eigene Rezepte nutzen können.

IFTTT oder If This Then That macht es möglich, unzählige Dienste zu verknüpfen, die sonst nur für sich arbeiten.

IFTTT: Unzählige Möglichkeiten

Die Möglichkeiten, die sich mit IFTTT ergeben, sind nahezu grenzenlos. Klassiker sind beispielsweise das gleichzeitig Posten von Fotos in mehreren sozialen Netzwerken, etwa Facebook und Instagram oder Twitter und Instagram. Auch für produktive Zwecke lässt sich IFTTT ganz hervorragend einsetzen. Ein Beispiel ist die automatische Synchronisation von Kontakten zwischen Google Kontakten und Microsoft Office 365. Auch die Benachrichtigung bzw. Überwachung von Social-Media-Diensten, etwa beim Auftauchen bestimmter Hashtags auf Twitter, ist problemlos möglich.

Nur eine Mini-Auswahl der Möglichkeiten, die IFTTT beispielsweise für Twitter bereithält.

Neben Online-Diensten lässt sich IFTTT auch mit einer immer größer werdenden Zahl an Smart-Home-Lösungen verbinden. Das eröffnet vor allem in Kombination mit den smarten Assistenten wie Google Home oder Amazon Alexa viele Möglichkeiten. Beispielsweise erlaubt IFTTT die Erstellung von Szenarien für Beleuchtungslösungen wie Philips Hue. Denkbar ist beispielsweise ein von Ihnen definierter Zuruf wie “Alexa, mach es gemütlich”, mit dem IFTTT dann eine sanfte Beleuchtung und zusätzlich eine ruhige Playlist von Spotify, Deezer oder anderen Streaming-Diensten abspielt.

Tipp:
Eine laufend aktuelle Übersicht über alle Dienste und Geräte, die IFTTT unterstützt, finden Sie unter diesem Link: https://ifttt.com/services. Doch nicht nur das: Mit einem Klick auf eines der Logos können Sie gleich die beliebtesten Rezepte der IFTTT-Community durchsuchen und mit wenigen Klicks einrichten.

Last but not least können Sie IFTTT dank Mobile-Apps für Android und iOS auch dazu nutzen, bestimmte Aktionen auf Smartphones und Tablets durchzuführen. Beispielsweise können Sie dafür sorgen, dass Ihr Smartphone automatisch stummgeschaltet wird, wenn es mit einem Arbeits-WLAN verbunden ist. Auch ortsabhängige Ereignisse wie “Erinnere mich an meine Einkaufsliste, wenn ich beim Supermarkt ankomme” sind problemlos möglich.

Über die IFTTT-Apps können Sie auch Smartphone-spezifische Applets erstellen.

Die ersten Schritte mit IFTTT

Die Möglichkeiten von IFTTT sind vielfältig. Trotzdem ist die Nutzung des Services erfreulich einfach. Nach der Erstellung eines Benutzerkontos können Sie wahlweise eigene Rezepte erstellen oder aus einem großen Fundus bereits vorhandener Lösungen wählen. Am einfachsten funktioniert dies über die schon gezeigte Services-Seite. Suchen Sie einen Dienst oder ein Gerät, für den Sie einen Automatismus erstellen wollen. Eine zweite Anlaufstelle für IFTTT-Rezepte sind die Bereiche “Discover” und “Collections”. Hier stellen die Macher von IFTTT regelmäßig interessante Lösungen vor, die zudem nach Kategorien sortiert sind. Haben Sie erst einmal ein paar Applets aktiviert, bekommen Sie hier außerdem interessante Vorschläge auf Basis Ihrer Dienste und Interessen.

Bei den Collections finden Sie unzählige IFTTT-Applets für Kategorien aller Art.

Sind Sie fündig geworden, klicken Sie die Detailseite eines Applets an und anschließend auf “Turn on”. Bei der ersten Verknüpfung werden Sie nun automatisch auf die Anmeldeseite der Dienste weitergeleitet. Hier müssen Sie IFTTT Zugriff auf Ihr Konto erlauben. Probieren Sie anschließend, ob das gewählte Rezept funktioniert, indem Sie den Trigger - also beispielsweise das Posten eines Fotos - ausprobieren und prüfen, ob das gewünschte Ereignis ausgeführt wird. Im Bereich “My Applets” können Sie die jeweils aktivierten IFTTT-Rezepte überprüfen, anpassen und gegebenenfalls wieder deaktiveren.

Die aktivierten Applets finden Sie in Ihrem persönlichen Bereich.

Unter “My Applets” können Sie auch Ihre eigenen IFTTT-Rezepte erstellen. Klicken Sie dazu auf “New Applet” und definieren Sie dann zunächst über “If this…” den Auslöser. Diesen können Sie aus allen unterstützten IFTTT-Diensten wählen. Nach dem Trigger benötigen Sie nun noch das “Dann”, also was IFTTT tun soll. Auch hier haben Sie wieder unzählige Auswahlmöglichkeiten. Je nachdem, was passieren soll, müssen Sie IFTTT dann noch weitere Daten liefern. Soll der Dienst beispielsweise Text in ein Google-Drive-Dokument einfügen, müssen Sie diesen definieren. Je nachdem, was passieren soll, kann die Rezepterstellung durchaus kompliziert werden - im Grunde genommen handelt es sich dabei um eine Art der Programmierung. Sind Sie zufrieden, klicken Sie auf “Finish” und prüfen Sie nach Möglichkeit, ob das Applet funktioniert. Ist das nicht der Fall, können Sie es unter “My Applets” bearbeiten und gegebenenfalls löschen.

Beim Erstellen eigener IFTTT-Rezepte müssen Sie einige Details beachten.

Hürden und Hindernisse

So praktisch der Einsatz von IFTTT sein kann: In der Praxis wird es fast garantiert über kurz oder lang zu Problemen kommen. Das gilt beispielsweise dann, wenn deutsche Sprachbefehle für Smart-Home-Geräte verwendet werden sollen. Die Sprachassistenten Alexa oder Google Home erkennen im Test nicht immer korrekt, wenn in den Rezepten ein deutschsprachiger Aktivierungstext verwendet wird. Nach Möglichkeit sollten Sie versuchen, entsprechende Befehle auf Englisch zu definieren und einzusprechen.

Es kann passieren, dass die Ausführung von IFTTT-Rezepten nicht funktioniert.

Auch kann es vorkommen, dass anfangs funktionierende Applets irgendwann ihren Dienst quittieren. Das passiert beispielsweise dann, wenn einer der verknüpften Dienste seine API-Zugriffe verändert oder gar komplett einstellt. Auch eine Umstellung Ihrer Zugangsdaten - also Passwort, E-Mail-Adresse, Benutzername etc. kann zu Fehlern bei der Rezeptausführung führen. Einen Überblick darüber, welche IFTTT-Rezepte fehlerhaft (oder auch erfolgreich) ausgeführt bzw. verarbeitet wurden, liefert der Activity-Feed. Sie erreichen diesen unter https://ifttt.com/activity oder über den Reiter “Activity” in den IFTTT-Apps.