Pixelfehler beheben - so geht's

Mit defekten Pixeln in Ihrem Monitor müssen Sie nicht immer leben: Mal hilft die Garantie, mal kann einfache Freeware Fehler korrigieren. Wir zeigen Ihnen im folgenden Beitrag, was Sie gegen Pixelfehler tun können.

Was sind überhaupt defekte Pixel?

Zunächst einmal sollte klar sein, was überhaupt genau mit Pixelfehlern gemeint ist. Im Grunde zeigt es sich ganz offensichtlich: Irgendwo auf dem LCD-Bildschirm leuchtet ein Pixel falsch beziehungsweise gar nicht. Aber man kann und muss hier drei Fehlerarten unterscheiden: Es gibt tote Pixel (dead) und hängende Pixel (stuck). Bei den toten Pixel gibt es wiederum zwei Arten: Typ 1 sind Pixel, die immer in der up-Position verbleiben, sprich weiß leuchten. Pixel nach Typ 2 verharren in der down-Position, bleiben also schwarz. Diese Fehler fallen nicht allzu sehr auf, da die Umgebungsbeleuchtung den Effekt etwas abdämpft. Allerdings sind diese Pixel wortwörtlich tot, hier kann in der Regel nichts repariert werden. Ohne ins Detail zu gehen: Die Ursache liegt meist bei Problemen mit den Transistoren und dem Flüssigkristall, die eben alles oder gar kein Licht durchlassen.

Mit Typ 3 sind letztlich die Stuck Pixel gemeint. Dabei handelt es sich um Subpixelfehler: Jedes Pixel ist aus drei Subpixeln konstruiert, die rot, grün und blau leuchten. Solche Subpixelfehler resultieren in farbigen, äußerst lästigen Punkten auf dem Monitor. Allerdings können solche Fehler mit der Zeit von alleine wieder verschwinden. Wer nicht die Geduld oder einen nagelneuen Monitor hat, kann sich aber auch selbst weiterhelfen.

Neuer Monitor dank Norm und Garantie

Keine Technik ohne Norm! Die ISO 9241 ist ein Standard zur Mensch-Computer-Interaktion, der sich unter anderem um Pixelfehler kümmert. Hier findet sich auch die Klassifizierung der drei Fehlerarten. Interessant sind nun die erlaubten Fehler, um die Norm zu erfüllen. Denn sofern der Hersteller angibt diese Norm zu erfüllen, sind zu viele Fehler ein Fall für die Garantie.

Die Norm unterteilt in fünf Fehlerklassen mit unterschiedlichen Werten für Fehler pro 1 Million Pixel: Klasse 0 heißt null Fehler, Klasse 4 erlaubt 50 Fehler vom Typ 1 (weißes Pixel), 150 vom Typ 2 (schwarzes Pixel) und bis zu 500 Subpixelfehler. Die Norm lässt einigen Spielraum und nicht jedes Gerät am Markt wird zertifiziert sein, aber zumindest ist die Norm schon mal ein Anhaltspunkt. Zumindest eines ist aber klar, nämlich dass ein einzelner Pixelfehler in der Regel nicht als Mangel betrachtet wird und insofern nicht zwangsläufig ein Rückgaberecht einräumt. Allerdings geben einige Hersteller ganz abseits der Norm Garantien auf null tote Pixel. Auf jedenfall lohnt es sich, die Sache näher zu inspizieren.

Pixelfehler finden

Das Finden von Pixelfehlern ist ganz simpel. Im Grunde müssen Sie den Monitor nur abwechselnd komplett mit Schwarz, Weiß, Rot, Grün und Blau füllen - einzelne Pixel, die aus dem Rahmen fallen, fallen eben auch sofort auf. Dafür gibt es etliche Online-Hilfen, aber auch das Tool, das wir zum Reparieren nutzen hat die Funktion natürlich mit dabei.

Der Umgang mit der Freeware Dead Pixel Tester ist ganz einfach:

  1. Starten Sie das Tool und Sie sehen sofort den gesamten Bildschirm mit einem Muster ausgefüllt.
  2. Über einen Linksklick auf den Hintergrund wechseln Sie die Farben, über einen Rechtsklick blenden Sie das Programmfenster ein und aus.
  3. Die Art des Hintergrunds ändern Sie über das Menü bei "Patterns". Neben diversen Farbmustern gibt es hier auch Hintergründe mit Rauschen, bei denen der eine oder andere defekte Pixel vielleicht eher zu finden ist.
  4. Wenn die defekten Pixel identifiziert sind, kann die Reparatur beginnen - wobei tote Pixel leider keine Chance haben, als Zombie-Pixel erneut zu erstrahlen.

Der Dead Pixel Tester hilft beim Auffinden toter Pixel.

Pixelfehler mit Freeware und Stift beheben

Zum Reparieren bieten sich nun drei unspektakuläre Optionen an: Der Dead Pixel Tester hat eine Schaltfläche für den "Excerciser", der schlicht ein kleines, in allen Farben blinkendes Quadrat auf dem Monitor zeigt. Dieses Quadrad schieben Sie nun mit der Maus auf einen defekten Pixel. Sie können auch häufiger auf die "Excerciser"-Schaltfläche klicken, um weitere Quadrate heraufzubeschwören. Durch diese Animationsprogramm für gelangweilte Pixel sollen sich die Subpixel wieder regenerieren und den regulären Betrieb aufnehmen. Und es gibt durchaus viele Berichte mit Erfolgsmeldungen.

Im kleinen Quadrat wechseln in schneller Abfolge die Farben.

Die anderen Methoden setzen auf (moderate) physische Kräfte: Stupsen und Druck ausüben. Zunächst sollten Sie es mit vorsichtigem Druck versuchen. Legen Sie ein Küchentuch oder etwas Ähnliches über die Stelle mit dem hängenden Pixel und platzieren Sie einen Stift direkt auf diesem Pixel. Schalten Sie den Monitor aus, üben Sie ein wenig Druck aus, warten Sie zwei, drei Sekunden und schalten Sie den Monitor wieder ein. Anschließend können Sie den Stift wieder entfernen und der Pixel könnte/sollte wieder funktionieren. Das Ein- und Ausschalten des Monitors können Sie sich bei einem ersten Versuch auch sparen - meist genügt das schon. Ein Tipp zum Druck: Sie sollten einen kleinen weißen Kreis rund um die Druckstelle erkennen können.

Alternativ dazu können Sie auch versuchen, mit der Spitze eines Radiergummies oder sonst eines kleinen, eher weichen Gegenstands auf den Pixel zu klopfen. Wenn es nach zehn, fünfzehn Versuchen nicht funktioniert, müssen Sie den Pixel wohl abschreiben. Beide Methoden sollen dafür sorgen, dass sich das Flüssigkristall wieder sauber verteilt und der Pixel erneut korrekt angesteuert werden kann.

Und noch eine Methode findet sich, wenn auch deutlich seltener, als Tipp wieder: Hitze. Tränken Sie dazu ein Tuch in rund 85 Grad heißem Wasser, verschließen Sie es absolut Dicht in einem Gefrierbeutel und drücken Sie den heißen Beutel ein paar Sekunden ganz leich an die Stelle mit dem betroffenen Pixel. Auch dabei soll sich die Konstruktion des "Pixels" wieder lockern, um den normalen Betrieb aufzunehmen.

Das Ganze mag ein wenig nach einer Mischung aus technoider Herzmassage und IT-Esoterik klingen, aber es gibt viele Erfolgsgeschichten, es kostet nichts und ist schnell erledigt! Natürlich sollten Sie trotz allem Pixelfrust Vorsicht walten lassen: Zu viel Druck, zu viel Hitze oder zu stürmisches "Stupsen" haben das Potenzial, mehr als nur einen einzelnen Subpixel zu zerstören. Insbesondere wildes Herumklopfen führt eher zu mehr als zu weniger Fehlern. Ein LCD-Display ist eben kein Röhrenmonitor, der auch mal kräftige Schläge brauchte. Vor allem kann all das natürlich zum Verlust der Garantie führen. Die physischen Methoden sollten Sie nur sehr moderat und/oder nur bei Monitoren anwenden, deren Verlust Sie zur Not verschmerzen könnten. Aber als letzte Rettung vor dem Wertstoffhof ist es allemal einen Versuch wert.