Wärmeleitpaste auftragen - so klappt's

Wenn die CPU nach mehr Kühlung verlangt oder Sie die Grafikkarte reinigen wollen, müssen Kühlkörper entfernt und später wieder montiert werden. Und für die Montage müssen Sie zunächst Wärmeleitpaste auftragen. Wir sagen Ihnen, warum Sie Wärmeleitpaste brauchen und wie Sie diese auftragen.

Warum Wärmeleitpaste?

Kühlkörper werden mit ordentlich Druck auf CPU oder GPU geschraubt und verfügen natürlich wie die Gegenstücke über eine sehr glatte Oberfläche. Und guter Kontakt ist notwendig für die Wäremeübertragung. Das kennen Sie vielleicht auch vom Kochen: Wenn die Pfanne nicht ganz plan auf dem Ceranfeld liegt, etwa weil sich ein Reiskorn dazwischen geschlichen hat, verpufft ein Großteil der Energie in die Luft. Bei der Pfanne genügt es, die Flächen sauber zu halten. Bei Kühlkörpern genügt auch die beste Reinigung nichts, es gibt - natürlich - immer noch winzig kleine Lufteinschlüsse. Man muss sich ja nur mal eine solche Oberfläche unter dem Mikroskop anschauen. Was mit bloßem Auge glatt schien, sieht dann aus wie eine Kraterlandschaft. Und da es bei Kühlern wirklich um jedes Quäntchen Leistung und Temperatur geht, kommt die Wärmeleitpaste ins Spiel. Diese verdrängt jegliche Luft und leitet Wärme selbst sehr gut.

Beim Kauf sollten Sie etwas genauer auf den Preis schauen: Wärmeleitpaste wird entweder in kleinen Tuben oder in Spritzen angeboten, meistens in eher kleinen Mengen von wenigen Millilitern. Die Preise wanken dabei stark: Die 25-Gramm-Variante auf den folgenden Bildern liegt bei knapp 28 Cent pro Gramm, es gibt aber auch Produkte, die bei über 10 Euro für eine 1-Gramm-Spritze liegen. Sofern Sie nicht vorhaben Ihr System bis zum allerletzten Tropfen zu übertakten, können Sie getrost die günstigen Varianten nehmen - falls doch, können Sie sich mit den exakten Eigenschaften der jeweiligen Pasten beschäftigen. Was die Menge angeht: Mit einem Gramm können Sie bereits problemlos zwei, drei Lüfter montieren.

Wärmeleitpaste auftragen

Nach der Demontage des Kühlers müssen Sie zunächst die alte Wärmeleitpaste entfernen. Den meisten Pasten liegt dazu ein kleiner Plastikspachtel bei, der später auch beim Auftragen hilft. Aber auch mit einem Papiertuch können Sie die Reste entfernen. Wenn Sie gar Reinigungsalkohol oder eine spezielle Kühlerreinigung haben, bekommen Sie die Flächen sogar noch ein wenig sauberer - Spachtel und Papiertuch tun es aber auch.

Achten Sie darauf, keine Rückstände auf der Platine zu hinterlassen. Generell sollten Sie auf der GPU-/CPU-Seite einigermaßen vorsichtig vorgehen. Sie müssen sie nicht wie ein rohes Ei behandeln, aber Kratzer sind für die Wärmeleitfähigkeit ziemlich ungünstig.

Nun können Sie die Leitpaste auftragen - nur so viel, dass ein ganz dünner Film entsteht. Die Menge auf dem Bild genügt bereits.

Wenn Sie faul sind, können Sie die Paste einfach in die Mitte setzen und den Lüfter montieren - sie wird sich einigermaßen regelmäßig verteilen. Deutlich sinnvoller ist es aber, mit dem Spachtel manuell zu verteilen ...

... bis ein dünner, gleichmäßiger Film die gesamte Fläche bedeckt. Kleine Ungenauigkeiten sind dabei kein Problem.

Anschließend können Sie den Kühlkörper wieder montieren. Achten Sie darauf, Kühlkörper und CPU/GPU auf Anhieb sauber aufeinander zu setzen, um die Wärmeleitpaste nicht zu verschmieren. Gegebenenfalls kann es helfen, eine erste Schraube oder einen dünnen Stab als Führungshilfe zu nutzen. Sitzt der Kühlkörper, schrauben Sie am besten zunächst die gegenüberliegende Schraube fest, um alles zu arretieren.

Am Ende sollten Sie - sofern der Aufbau von Grafikkarte/Mainboar es zulässt - noch überprüfen, ob Wärmeleitpaste durch das Zusammenschrauben herausgepresst wurde. Bei Bedarf können Sie dann mit einem Wattestäbchen oder ähnlichem nachsäubern. Ein paar Tropfen an den Kühleraußenrändern sind aber auch kein Problem.