Grafikkarte wechseln - so klappt's

Mit einer neuen Grafikkarte lassen sich ältere Rechner wunderbar einfach aufrüsten. Nicht selten verlängert das die Lebensdauer um gut zwei, drei Jahre. Dafür musst du zunächst die alte Grafikkarte samt zugehöriger Treiber-Software entfernen und anschließend das neue System aufsetzen. Und wer noch nie einen Rechner aufgeschraubt hat, sollte noch ein paar Vorüberlegungen anstellen.

Vorbereitungen

Eine Kaufberatung wirst du an dieser Stelle nicht finden, hier geht es rein um den Upgrade-Vorgang. Dennoch solltest du einige Dinge bedenken - ansonsten funktioniert der Umbau nämlich schlicht nicht. Zunächst einmal solltest du den Rechner vor dem Kauf einer Karte aufschrauben und einen Blick auf die Dimensionen werfen. Grafifkkarten sind bisweilen gigantisch groß, PC-Gehäuse neigen jedoch dazu, möglichst klein zu sein - es muss also überhaupt genügend Platz zur Verfügung stehen. Häufig sind Kabelbäume und Laufwerke im Weg. Wenn es eng aussieht, nimm einen Zollstock zur Hilfe und miss nach! Wenn die teure Karte endlich kommt und dann nicht passt, ist der Ärger groß.

Zudem verbrauchen moderne Bilderzeuger auch massig Strom. Schau also vorher auch nach den Leistungsdaten des Netzteils. Wenn der Rechner noch nicht groß umgerüstet wurde und du eine Mittelklassekarte gegen eine neuere Mittelklassekarte tauschst, dürfte es in der Regel aber kein Problem geben. Wenn eine solche Karte einem High-End-SLI-System (zwei parallel geschaltete Karten) weichen soll, könnte es aber durchaus knapp werden mit den zur Verfügung stehenden Watt.

Und für ein SLI-System müsste auch überhaupt erste der passende Anschluss auf dem Mainboard vorhanden sein. Wenn du nicht sicher bist, welche Hardware du genau hast, hilft Software wie Sandra Lite, die so ziemlich alles ausspuckt, was es über dein System zu wissen gibt. Und zu guter letzt eine rein provisorische Empfehlung: Sichere vor dem Wechsel deine wichtigsten Daten. Hier passiert zwar eigentlich nichts, was ein System gefährden könnte, aber Windows ist diesbezüglich kreativ...
Wie du mit Windows 10 ein Backup erstellst, erklären wir dir in diesem Tipp.

Die wichtigste Voraussetzung: Die Karte passt auch tatsächlich!

Grafikkarte ausbauen

Zur Grafikkarte gehören immer auch Treiber und die solltest du als erstes deinstallieren. Rufe dazu die Systemsteuerung auf und wähle hier "Programme und Funktionen". In der folgenden Liste suchst du den Treiber deiner Grafikkarte, also aller Wahrscheinlichkeit nach ein Eintrag zu "Nvidia" oder zu "Ati". Über einen Rechtsklick kannst du den Treiber nun entfernen. Während der Deinstallation wird vermutlich der Bildschirm kurz ausgehen, anschließend braucht es einen Neustart.

Sobald der Rechner ohne Treiber läuft, schalte ihn aus, ziehe den Netzstecker und öffne das Gehäuse. Um nicht mit statischer Elektrizität Schäden zu verursachen, erde dich zunächst, indem du etwa an eine Heizug fasst. Für den Ausbau der Karte sind nun ein paar Schritte nötig:

  1. Entferne außen das Kabel zum Monitor und innen das oder die Stromkabel.
  2. Entferne die Schraube, mit der die Karte an der Rechnerrückseite befestigt ist.
  3. Die Grafifkkarte wird normalerweise noch mit einem kleinen Hebelchen im Slot festgehalten. Diesen findest Du am hinteren Ende des Einsteckplatzes - löse ihn durch drücken und zieh dann die Karte vorsichtig nach oben, ganz leicht schräg mit dem vorderen Teil mit den Anschlüssen zuerst. Gegebenenfalls musst du ein wenig hin und her ruckeln. Vorsicht: Am besten nicht direkt auf irgendwelche Chips packen - Fettrückstände finden die nicht gut.

Die Grafifkkarte rastet unten leicht ein - also nicht vergessen, den Hebel zu entriegeln.

Grafikkarte einbauen

Im Grunde kommt jetzt ganz einfach derselbe Vorgang umgekehrt: Zunächst steckst du die neue Karte vorsichtig und gerade ein, bis das kleine Hebelchen wieder einrastet, schraubst die Karte fest, verbindest Monitor- und Stromkabel und das war's auch schon. Es könnte sein, dass die neue Karte zwei Stromanschlüsse hat - in diesem Fall hast du hoffentlich bei den Vorbereitungen darauf geachtet, dass der Rechner auch damit umgehen kann. Zu guter Letzt solltest du noch sicherstellen, dass die vielen Kabel nicht an irgendwelche Lüfter kommen. Optimalerweise sollte auch der Weg des Luftstroms der Lüfter so frei wie möglich sein. Kabelbinder können hier sehr hilfreich sein.

Starte nun den Rechner neu. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Schraub den Rechner noch nicht zu - auch wenn der Vorgang heute ziemlich unproblematisch ist, man kann nie wissen. Vertage das Zuschrauben (und auch den Einsatz etwaiger Kabelbinder) lieber auf den Schluss, wenn alles läuft. Sobald der Rechner läuft, besorg dir von Ati oder Nvidia den neuesten Treiber, installier ihn per Doppelklick und starte den Rechner auf Aufforderung gegebenenfalls neu. Und dann starte am besten ein möglichst aufwändiges, dir gut bekanntes Spiel mit optimalen Einstellungen. Spätestens dann wirst du sehen - Kosten und Aufwand für eine neue Grafikkarte lohnen sich!

Erst wenn der Treiber erfolgreich installiert ist, solltest du den Rechner wieder zuschrauben - das spart Nerven.