Wi-Fi 6: Was kann der neue WLAN-Standard?

Der WLAN-Standard sagt aus, welche Übertragungsgeschwindigkeit erreicht werden kann. Mit der neuen Generation Wi-Fi 6 wird nochmal aufs Tempo gedrückt – bis zu 40 % mehr als mit Wi-Fi 5. Anstelle der bislang kryptischen Bezeichnungen wie Wi-Fi 802.11ac setzt Wi-Fi 6 seine Generation direkt in den Namen. Sie als Endnutzer können nun leichter identifizieren, um welchen WLAN-Standard es sich handelt. Aber keine Angst – wenn Ihre Geräte die neue Generation nicht unterstützen, ändert sich nichts für Sie. Und falls doch, profitieren Sie von den Vorteilen. Wir zeigen Ihnen, welche neuen Features Wi-Fi 6 mitbringt.

Gibt es einen Unterschied zwischen Wi-Fi 6 und WLAN ax?

Nein, beide Begriffe beschreiben den gleichen neuen WLAN-Standard, der seit Anfang 2020 ausgerollt wird. Die Wi-Fi Alliance (WFA), die für die Namensgebung verantwortlich ist, hat Wi-Fi 6 als Name des IEEE-Standards 802.11ax – auch WLAN ax – definiert. Damit wird der Begriff für Sie als Endnutzer verständlicher – und somit anstatt des etwas kryptischen Namens sofort ersichtlich, dass es sich um die sechste Generation von Wi-Fi handelt. Der Unterschied ist demnach einzig die Bezeichnung. Rein technisch gibt es keine Differenzierung zwischen Wi-Fi 6 und WLAN ax. Übrigens: Oft werden Sie den Namen als WiFi 6, Wifi ax oder in anderen Formulierungen lesen. Offiziell wird nur Wi-Fi von der Wi‑Fi‑Allianz anerkannt.

Hier erfahren Sie, was der Unterschied zwischen WLAN und Wi-Fi ist.

Welche Features bietet Wi-Fi 6?

Wi-Fi 6 steigert die Effizienz und ermöglicht es, mehrere Endgeräte mit hohen, konstanten Geschwindigkeiten gleichzeitig zu betreiben. Neue Dienste wie Augmented Reality, Cloud Gaming oder 4K-Streams erfordern neue Router. Der WLAN-Standard der sechsten Generation bietet durch die OFDMA-Technologie (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) eine effiziente Nutzung der Funkkanäle. Das bedeutet für Sie als Endnutzer: Mehr Bandbreite je Datenstrom. Sie können also problemlos gleichzeitig mehrere 4K-Streams und Cloud-Anwendungen in Ihrem Netzwerk laufen lassen.

Neben OFDMA erhöht Wi-Fi 6 auch die Geschwindigkeit Ihres WLANs. Gegenüber des Vorgängers Wi-Fi 5 kann der Datendurchsatz bis zu 40 % erhöht werden. Verantwortlich dafür ist eine bessere Modulation mit bis zu 1024 QAM (Quadratur Amplitudenmodulation). Zwar wirbt die WFA damit, dass die vierfache Kapazität in Vergleich zum Vorgänger erreicht werden soll, erreicht wird diese allerdings nur im Multi-User-MIMO-Betrieb (auch MU-MIMO). Das bedeutet vereinfacht, dass mehrere Clients gleichzeitig Daten über die Antennen des Routers empfangen. Dadurch steigt der Durchsatz entsprechend in der Summe. Als einzelner Client sieht die Realität anders aus: 40 % Geschwindigkeitserhöhung sind hier das Maximum.

Fazit: Wi-Fi 6 gewährleistet, dass mehrere Geräte gleichzeitig mit stark frequentierten Netzwerken verbunden sein können – ohne dabei Geschwindigkeit einzubüßen. Möglich ist das Ganze durch die gezeigten Technologien OFDMA und MU-MIMO.

Welche Geräte unterstützen den neuen Standard?

Hierzu ist zunächst die Unterscheidung in Endgerät und Verteilergerät notwendig. Zweiteres wäre Ihr Router, der Ihr Netzwerk mit WLAN versorgt. Hier gibt es zum Beispiel die Fritzbox 6660, welche bereits von der c't getestet wurde. Auch andere Geräte wie der TP-Link AX100 bieten einen Einsteig ins Wi-Fi-6-WLAN.

Wi-Fi-6-fähige Endgeräte kommen seit 2019 nach und nach in den Markt. So sind neue Generationen von Samsungs Galaxy-Reihe und die iPhone 11-Serie mit Wi-Fi 6 ausgestattet und können bis zu 1200 Mbps brutto erreichen. Auch Laptops mit dem passenden Funkmodul für den aktuellen Standard kommen seit Sommer 2019 auf den Markt.

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