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XMPP - was ist das?

XMPP scheint erstmal nur eine weitere kryptische Abkürzung zu sein. Dahinter steckt aber die Möglichkeit, unabhängig vom eigenen Messenger mit den Nutzern anderer Messenger zu kommunizieren. Was genau es mit XMPP auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Per XMPP über Messenger-Grenzen hinweg kommunizieren

XMPP steht für "Extensible Messaging and Presence Protocol". Es ist also ein erweiterbares Nachrichten- und Anwesenheitsprotokoll, ein offizieller Internet-Standard zur Kommunikation. Bevor es ein offizieller Standard wurde, hieß das Protokoll Jabber (englisch für plappern, quasseln) – mittlerweile heißt so allerdings ein XMPP-Dienst der Firma Cisco. Trotzdem wird der Name Jabber immer noch oft als Synonym zu XMPP genutzt.

XMPP bzw. Jabber ist als eine Art Messenger oder Chat-Dienst nutzbar, der eine besondere Funktion bietet: Sie können direkt mit den Benutzern anderer Chat-Dienste kommunizieren, ohne diese anderen Dienste selbst zu verwenden. Voraussetzung ist, dass die anderen Dienste auch das XMP-Protokoll nutzen. E-Mails funktionieren ähnlich: Sie können als gmx-Nutzer auch Mails mit web.de-Usern austauschen.

Zwei Wege zur XMPP-Kommunikation

Um über das XMPP kommunizieren zu können, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Wege, die entweder mit dem Client oder dem Server beginnen. Sie können also einen XMPP-Client wie zum Beispiel Conversations (Android), Gajim (Windows) oder Dino (Linux) wählen. Eine ausführliche Liste der Clients finden Sie etwa bei dem XMPP-Server Jabber.de. Für den Client suchen Sie sich dann einen der verschiedenen XMPP-Server aus, über den Ihre Kommunikation laufen soll. Eine Liste der Server finden Sie etwa beim Server jabber.at.

Bei einem Client wie zum Beispiel Gajim (Windows) können Sie sich ein Konto mit Benutzername, Server-Domain und Passwort anlegen. Dafür wählen Sie einen Server aus und legen dann Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort fest.

Alternativ können Sie sich auch direkt beim Server Ihrer Wahl registrieren. Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden, für die Registrierung benötigen Sie nur einen Nutzernamen und ein Passwort. Sie erhalten dann einen Jabber-Identifier (ID). Wenn Sie etwa den Server jabber.de gewählt haben, sieht die ID so aus: [Ihr Nutzername]@jabber.de – das erinnert stark an eine E-Mail-Adresse und funktioniert auch so. Mithilfe der ID können Sie identifiziert und Nachrichten an Sie adressiert werden.

Mit der Jabber-ID können Sie sich bei einem Client anmelden oder dort ein neues XMPP-Konto erstellen. So ein Client kann zum Beispiel auch ein Messenger sein, der XMPP nutzt – etwa der Chat-Dienst eines E-Mail-Anbieters. Im XMPP-Netz sind dann die Server vieler Anbieter verbunden und ermöglichen so die Kommunikation ihrer Nutzer miteinander.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit OMEMO

Zur Verschlüsselung der XMPP-Chats wird oft das Protokoll OMEMO verwendet, eine Erweiterung von XMPP. Ihre Nachrichten werden damit Ende-zu-Ende-verschlüsselt – so können selbst die Server-Betreiber nicht mitlesen. Was die Nutzung von OMEMO für Jabber bedeutet, zeigt eine Einordnung von heise security. XMPP ist außerdem ein offenes Protokoll. Jeder kann es einsehen und Fehler oder gar Sicherheitslücken melden, die dann behoben werden können. Dies erhöht die Sicherheit von XMPP.

Wenn Sie sich weiter über XMPP informieren möchten, finden Sie einen ausführlichen Blog-Eintrag über XMPP und den Client Conversations auf dem Kuketz-Blog.

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