Der PC war in einem Schaumstoff-Käfig sicher verpackt. Beim Auspacken hat mich gewundert, wie wenig unnötiger Schnickschnack mitgeliefert wurde. Und auch der Aufbau selbst war trivial.
Von Artur Taube
Der Mini-PC MSI PRO DP20Z 5M wurde in der Konfiguration mit dem AMD-Prozessor Ryzen 5 5600G (sechs Kerne mit bis zu 3,9 GHz und sieben Radeon-GPU-Kerne), 8 GB DDR4-Arbeitsspeicher und einer 256 GB großen M.2-SSD-Festplatte mit vorinstalliertem Windows 10 Pro geliefert. Zusätzlich wurde zum Testen der Monitor MSI PRO MP271QPDE (27-Zoll-IPS-Display mit 2.560 x 1.440 Pixel Auflösung) mitgeschickt.
Aufbau
Nicht einmal ein Benutzerhandbuch wurde beigelegt, sondern nur Schnellstart-Anleitung, Garantie und die üblichen EU-Konformitätsbescheinigungen. Für mich war das erfreulich, da man das Handbuch nach fünf Sekunden googeln einfach und bequem als PDF-Datei herunterladen kann.
Der Aufbau selbst ist trivial: Netzteil, Ethernet-Kabel, Monitor, Tastatur und Maus anschließen und anschalten. Falls man auf ein komplett kabelloses Setup setzt, kann man sich ein paar Anschlusskabel sparen, dann aber natürlich nicht vergessen, die Antennen für WLAN & Bluetooth anzuschrauben.

Erstinbetriebnahme
Windows 10 Pro ist zwar vorinstalliert, beim ersten Einschalten des PCs muss das System aber noch eingerichtet werden. Beim anschließenden ersten Neustart des Systems blieb der Rechner unerwartet lange schwarz. Da Windows direkt davor noch gewarnt hatte, den PC nicht auszuschalten, zögerte ich 20 Minuten lang damit, bevor ich den Rechner forciert aus- und wieder angeschaltet habe. Der Installationsprozess lief daraufhin normal weiter und danach mussten noch die aktuellen Windows Updates eingespielt werden.
Erste Überraschung
Neben der üblichen Werbung, Bloat- und Shareware, die von Microsoft ungefragt mit der Installation von Windows 10 auf dem PC landet (Microsoft/Office 365, OneNote, diverse Werbe-Tiles im Startmenü), wurde ich auch darauf hingewiesen, dass ich Norton Security noch 60 oder gar 90 Tage kostenlos verwenden kann. Was für ein Geschenk! Nicht.
Der Rechner fühlt sich schon direkt nach der Installation beschmutzt an. Es kommen alte Erinnerungen an Norton Utilities hoch, die sich so intensiv in Windows 95 eingebettet hatten, dass man sie kaum restlos wieder loswerden konnte, ohne sein Betriebssystem dabei völlig zu zerstören. Ich wage dennoch die Deinstallation und habe Glück. Nach dem Neustarten funktioniert das System immer noch.
Von der 256-GB-Festplatte waren danach leider nur noch 165 GB frei, 72 GB waren durch Windows, Updates, Treiber und eben besagter Bloatware belegt. 19 GB werden durch die Recovery-Partition abgezwackt, die das System vermutlich auf die Werkseinstellungen zurücksetzen kann.

Lautstärke
Ich bin sehr empfindlich, was summende, vibrierende, rotierende, fiepende oder schleifende Geräusche angeht, weswegen ich normalerweise zu schallgedämmten Gehäusen, lüfterlosen Bauteilen und großen schweren Kühlkörpern mit großen langsam rotierenden Lüftern greife. Der MSI PRO DP20Z 5M kommt mir dagegen auch ohne große Last viel zu laut vor. Da der Rechner direkt auf dem Tisch und in Kopfreichweite steht, empfinde ich die Lüftergeräusche als besonders laut und störend.
Mit SpeedFan konnte ich leider, außer der Festplatten-Temperatur, keine Sensoren (Temperatur, Spannung, Lüfterdrehgeschwindigkeit) auslesen und auch nicht die Lüfterdrehzahl runterregulieren.
Das vorinstallierte Programm MSI Center konnte hier allerdings Abhilfe schaffen: Durch den Silent-Mode wird die CPU-Spannung und CPU-Taktfrequenz leicht reduziert und der CPU-Lüfter von 1.700 rpm auf unter 800 rpm gedrosselt. Danach war der Mini-PC von der Lautstärke her nicht mehr wahrnehmbar. Die Leistungseinbußen sind für mich vernachlässigbar und in den meisten Fällen gar nicht wahrnehmbar. Dafür habe ich einen flüsterleisen Rechner bekommen, das ist ein großer Gewinn. Ob dadurch auch der Stromverbrauch merklich sinkt, kann ich mangels Messgerät leider nicht beurteilen.
Fazit: Klein, leistungsstark und unhörbar leise, aber nur mit der richtigen Konfiguration
Der Mini-PC MSI PRO DP20Z 5M ist ein hochwertig verarbeiteter Büro-Rechner, der für alle Büro- und Multimedia-Anwendungen durch den Einbau einer potenten Desktop-CPU sehr leistungsstark ist, aber auch sehr leise arbeiten kann. Auch wenn er nicht dafür gemacht ist, bietet er auch genug GPU-Power für ältere Spiele mit reduzierter Grafikqualität. Durch sein geringes Volumen spart er wertvollen Platz auf dem Schreibtisch.

Mehr Eindrücke von Artur Taube zum MSI-PC mit AMD-Prozessor gibt es im ausführlichen Testbericht.
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