„Es kommt auf den Einsatzzweck an“

Aufrüstbarkeit

Speziell im Homeoffice, wo es zumindest bei mir, keinerlei anderweitigen Nebengeräusche gibt, geht einem dies schnell auf die Nerven und lenkt so von der Arbeit ab. Hier hätte dem MSI-Mini-PC ein Lüfter mit größerem Durchmesser (und eine entsprechend größere Abluftöffnung) gutgetan. Das liegt allerdings auch am von MSI gewählten Design: Ein Blick ins Gehäuse zeigt, dass die vorgesehene Halterung für zusätzliche Festplatten den Raum für einen größeren Lüfter limitiert.

Fairerweise kann festgestellt werden, dass es im MSI-Center einen Silent-Modus gibt. Dadurch wird die Prozessorleistung reduziert und der Lüfter springt deutlich seltener an, bzw. rotiert langsamer. Auch in diesem Modus liefert der MSI Mini-PC hinreichend Leistung für die tägliche Arbeit.

Blick ins Innere


Für diesen Testbericht habe ich mich davon jedoch nicht abhalten lassen und den RAM-Speicher durch zwei DDR4-3200-Riegel (SO-DIMM) getauscht. Ebenso habe ich eine zweite 256-GB-SSD als zusätzlichen Massenspeicher integriert. Dazu mussten neben den zwei Gehäuseschrauben lediglich drei weitere Standardschrauben gelöst werden. Die notwendigen Kabel, um eine weitere SSD mit dem Mainboard zu verbinden, liegen dem MSI Mini-PC übrigens bei.

Der MSI Mini-PC im Labor

Zeigten sich im Homeoffice und im Büro leider einige Nachteile, ist der MSI Mini-PC in einer Laborumgebung beinahe ideal. In einer solchen Arbeitsumgebung ist der Platz typischerweise beschränkt, deshalb ist der MSI-Mini-PC mit seinen 2,3-l-Volumen gut geeignet, keinen wertvollen Platz zu verschenken. Außerdem kann der Mini-PC via VESA-Mount sogar hinter bzw. an kompatible Monitore wie dem MSI PRO MP242 leicht angebracht werden. Durch das Grundrauschen aller möglichen Laborgeräte und Lüftungen stört hier auch nicht der relativ hohe Geräuschpegel des Mini-PCs unter Last.

Ein inzwischen seltenes Highlight sind die zwei werksseitig verbauten seriellen COM-Ports. Das ist gut, denn dieser Anschlusstyp findet sich auch heute noch oft bei unterschiedlichen oder eben sehr alten, aber immer noch in Benutzung befindlichen Laborsystemen, wie in meinem Fall einem Kugelhandspektralphotometer zur Farbmessung. Ich konnte ohne Probleme (und ohne Adapter) diese mit dem MSI verbinden und unmittelbar mit der zugehörigen Software ansprechen. 

Ideal fürs Labor

Sonstige Anschlüsse

Für allen Szenarien bietet der MSI mehr als genug USB-Anschlüsse. Konkret: frontseitig vier USB-2.0-Typ-A- und rückseitig vier USB-3.2-Gen1-Type A-Buchsen. Line-in und Line-out sind rückwärtig vorhanden, während sich auf der Vorderseite ein Kopfhörerausgang und ein Mikrofoneingang finden. Natürlich ist auch ein RJ45-Stecker vorhanden.

Erwähnenswert ist noch, dass der MSI-PC Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 beherrscht, auch wenn ich dies in meinem Umfeld nicht selber austesten konnte.

Monitor

Zum Testsystem gehört ein 27-Zoll-Bildschirm MSI PRO MP271QP mit einer WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) und einem IPS-Panel sowie einem Betrachtungswinkel von 178 Grad. Weniger blaues Licht und eine Anti-Flicker-Technologie verhindern, dass die Augen überanstrengt werden und ermüden.

Fazit

MSI bewirbt den PRO DP21 11M-014A damit, dass dieser „Effizienz, Stabilität und Flexibilität für Benutzer in allen möglichen Situationen verbessert“. Dieses Marketingversprechen erfüllt der Mini-PC aus meiner Sicht leider nicht. Dafür mangelt es teils an fehlenden Anschlüssen (nur ein HDMI-Ausgang, kein USB-C), teils daran, dass der Mini-PC für gewisse Szenarien (Homeoffice und Büro) schlicht zu laut ist. Aber zumindest im Laborbereich und damit in anderen, ähnlichen Umgebungen (Kassenbereich, Entwicklungsumgebung, …) bietet dieses System viel Leistung auf kleinem Raum.

Der MSI-Mini-PC wirkt hochwertig und ist beeindruckend klein. Ob und wie regelmäßig sich die festgestellte hohe Geräuschbelastung auf die tägliche Arbeit im Büro auswirkt, werden die nächsten zwei Wochen zeigen.

Autor: Daniel Bohn

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