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Exchange-Alternativen: Die besten Groupwares


Bild: <span>Pheelings media / Shutterstock.com</span>

Microsoft Exchange bietet Unternehmen als Groupware die Möglichkeit, E-Mails, Kalender und Dokumente über mehrere Geräte hinweg zu synchronisieren und zu verwalten. Aber nicht jedes Unternehmen möchte auf die Microsoft-Lösung zurückgreifen. Welche kostenpflichtigen und kostenlosen Alternativen Sie nutzen können, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Google Workspace

Google Workspace, ehemals G-Suite, stellt wohl die bekannteste kostenpflichtige Alternative zu dem Microsoft-Angebot dar. Es dient neben dem Ersatz für Microsoft Exchange auch als Alternative zu Office 365.
Private Nutzer können die Google-Anwendungen Google Mail, Kalender, Drive und Docs bereits kostenlos nutzen, wodurch wenig Umgewöhnung an die professionelle Nutzer-Oberfläche notwendig ist. In der kostenpflichtigen Business-Variante wird der E-Mail-Dienst um die Verwendung einer eigenen Domain erweitert. Zusätzlich stehen alle Office-Anwendungen sowie je nach gewählten Paket Administrator-Applikationen und unterschiedliche Größen von Cloud-Speicher zur Verfügung. Der E-Mail-Dienst kann mit Imap oder POP in allen gängigen E-Mail-Programmen hinterlegt werden, alle anderen Anwendungen können über den Browser oder Apps auf Mobilgeräten erreicht werden.
Der Dienst funktioniert über Googles eigene Cloud, kann also nicht auf eigenen Servern laufen.

Kerio Connect

Kerio Connect bietet gegenüber Google Workspace den Vorteil, dass es auf eigenen Servern betrieben werden kann, und im Vergleich zu anderen Anbietern, dass hierfür Windows-Systeme genutzt werden können. Das vereinfacht unter Umständen die Einrichtung und den Support, da sich das damit beauftragte Personal nicht mit Linux auskennen muss. Trotzdem wird der Dienst nur als kostenpflichtige Variante angeboten.
Herausstellungsmerkmal von Kerio Connect ist zum einen die leichte und schnelle Installation, die nach Angaben des Entwicklers lediglich 20 Minuten dauern soll. Zum anderen enthält die Software einen Instant-Messaging-Dienst, der direkt an andere Chat-Clients angeschlossen werden kann. Wie viele andere Anbieter ermöglicht auch Kerio Connect die Synchronisation von Daten über verschiedene (mobile) Geräte mithilfe von Microsoft Active Sync.

Quelle: GFI software

Open-Xchange

Open-Xchange ist nach Google Workspace wohl eine der bekanntesten und meist genutzten Microsoft Exchange-Alternativen. Auch aus diesem Grund wird der Dienst immer weiterentwickelt, mehr als das bei einigen anderen der hier vorgestellten Diensten der Fall ist.
Open-Xchange enthält neben E-Mail-, Kontakt- und Kalender-Anwendungen auch Elemente zur Dokumentenverwaltungssystem, Cloud-Funktionen und die Anbindung an Social-Media-Angebote.
Der Dienst stellt eine Mischung aus den oben aufgeführten Diensten und einigen Open-Source-Angeboten dar: Unternehmen müssen für den Dienst an sich bezahlen, er ist aber in seiner Struktur recht offen gestaltet. Das bedeutet, dass viele Dateiformate nativ geöffnet werden können, ohne sie vorher konvertieren zu müssen. Nachteil ist jedoch, dass der Dienst nur auf den Servern des Anbieters betrieben werden kann.

Kopano

Kopano, zuvor Zarafa, wird, wie bei allen hier vorgestellten Open Source-Diensten, als Software kostenlos zum Download bereitgestellt. Um den vollen Support und langfristig auch von externen Anbietern betriebene Server zu erhalten, muss aber auf die kostenpflichtige Variante Kopano One zurückgegriffen werden. Letzteres bietet sich gerade für kleinere Unternehmen an, die nicht die Ressourcen für den Betrieb eines Servers und den damit verbundenen Support haben. Andererseits stellen Open Source-Angebote jedoch eine gute Alternative dar, da sie bei vorhandenem Know-How auf die individuellen Ansprüche des Unternehmens angepasst werden können.
Kopano besitzt neben den grundlegenden Funktionen der E-Mail-, Kalender- und Kontakt-Funktion auch eine Anbindung an E-Mail-Programme und Mobil-Geräte, da die MAPI-Schnittstelle integriert ist. Zudem ist die Nutzung über eine eigene Web- oder Desktop-App möglich. Der Dienst kann auf Linux-Systemen installiert werden.

Zimbra

Zimbra ist ebenfalls eine Open-Source-Software, kann also frei und kostenlos verwendet werden. Der Exchange-Dienst wird auf einem Linux-System installiert und kann dann über einen E-Mail-Client im Browser genutzt werden. Zudem beinhaltet er die Synchronisation von Daten über verschiedene Geräte hinweg.
Alternativ bietet der Entwickler der Software eine kostenpflichtige SaaS-Version an, bei der die für die Nutzung notwendigen Server betrieben und Wartungen sowie Support übernommen werden. In dieser Version können über die MAPI-Schnittstelle zudem weitere E-Mail-Programme angebunden werden, ohne IMAP oder POP nutzen zu müssen.

Quelle: zimbra

Fazit

Es gibt eine Vielzahl von Alternativen für den Microsoft Exchange-Dienst. Welche der Groupwares genau zu Ihrem Unternehmen passt, hängt stark davon ab, ob Sie die Server-Infrastruktur direkt beim Anbieter mit buchen möchten, oder selbst stellen können. Entscheidend ist zudem, ob Sie nur einen E-Mail-Dienst benötigen, oder ob Sie auch die Office-Anwendungen des Anbieters mitbenutzen möchten. Zuletzt spielt in die Entscheidung hinein, ob die Software als Open-Source-Produkt einsehbar und individualisierbar sein soll oder nicht.

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