Festplatten-Partitionen: MBR oder GPT?

Wenn Sie Festplatten partitionieren, müssen Sie sich - meistens - entscheiden: GPT oder MBR. Wir zeigen Ihnen kurz und verständlich die Unterschiede und warum es eigentlich gar keine richtige Wahl ist!

Was macht überhaupt Partitionierung?

Bevor Sie sich der Frage widmen, ob es nun MBR oder GPT werden soll, sollten Sie natürlich wissen, wofür diese Dinger überhaupt zuständig sind und was sie machen. Wenn Ihnen das klar ist, springen Sie einfach zur nächsten Überschrift. Festplatten, egal ob HDD oder SSD, sind von Haus aus im Grunde nichts weiter als physische Speichermedien, mit denen ein Computer beziehungsweise ein Betriebssystem zunächst überhaupt nichts anfangen kann. Ein Windows beispielsweise muss wissen, wo auf der Metallplatte oder wo auf den Flash-Speichern der Anfang des Speicherbereichs ist, wo das Ende - und wie heißt der Bereich überhaupt? Soll alles ein großer Speicher sein oder sind doch eher mehrere kleine nützlich? Und wenn das Betriebssystem sogar von dieser Festplatte starten soll: Woher soll der Computer das wissen?

Daher werden Festplatten partitioniert, sprich in Bereiche eingeteilt. Tendenziell kennt das jeder Windows-Nutzer nur zu gut: Alles, was sich unter beispielsweise "C:\" befindet, ist eine Partition. Alles unter "D:\" ist eine weitere Partition und so weiter. Dabei kann so eine Partition sowohl eine ganze Festplatte umfassen, als auch nur einen Teil davon. Wie groß diese Teile sind und wie sie heißen, wird in der Partitionstabelle festgehalten; hinzu kommen weitere technische Informationen. Neben der eigentlichen Partitionstabelle wird beim Systemstart auch noch die Information benötigt, was denn überhaupt gebootet werden soll.

Traditionell wurden diese beiden Aufgaben, Boot-Information und Partitionierung, über die Technologien BIOS (Basic Input Output System) und MBR (Master Boot Record) erledigt. Die modernere Variante läuft über UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) und GPT (GUID Partition Table). BIOS und UEFI sind die Firmware des Computers, also die grundlegendste Software, über die überhaupt erst die Kommunikation zwischen Hardware und weiterer Software wie dem Betriebssystem möglich ist.

In Partitionsmanagern sehen Sie, wo MBRs und wo GPTs werkeln.

GPT vs MBR

Der MBR ist im Grunde eine ganz einfache Angelegenheit: Am Anfang der Festplatte werden schlichtweg der Bootloader, der das Betriebssystem startet, und die Partitionstabelle festgelegt. Sofern es sich nicht um eine Boot-Festplatte handelt, wird nur die Tabelle verwendet. Vereinfacht steht dort nur drin: Partition 1 beginnt an Stelle X, endet an Stelle Y, heißt beispielsweise "D:\" und ist vom Typ ABC. Als "Typ" gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten, beispielsweise "Linux Native", "FAT32", "Dynamischer Datenträger" und viele mehr.

Die GPT-Variante ist ein wenig umfangreicher, aber nicht komplizierter: Zunächst gibt es hier aus Gründen der Abwärtskompatiblität und der Datensicherheit noch den alten MBR, der aber lediglich für Programme gedacht ist, die mit GPT nicht arbeiten können - was heutzutage nur in Ausnahmefällen vorkommen dürfte. Anschließend folgt die GUID-Partitionstabelle, die im Wesentlichen dieselben Infos anbietet, wie die MBR-Tabelle - schließlich erfüllt sie auch dieselbe Aufgabe. Allerdings gibt es hier noch einige Typen und Informationen mehr und natürlich unterscheidet sich der genaue Aufbau. Das Schöne an Aufbau, Typen und Formatierung dieser Tabellen: Es muss Sie überhaupt nicht interessieren, mit diesen technischen Interna hat Otto Normalverbraucher überhaupt nichts am Hut! Und sie wirken sich auch nicht wirklich auf Ihre Arbeit aus. Einzige Ausnahme: Bei GPT gibt es zwei Sicherungsmechanismen gegen Datenverlust. Zum einen gibt es ein Backup der Tabelle, zum anderen einen Prüfmechanismus, um die Integrität der Tabelle zu gewährleisten und Fehler gegebenenfalls sogar automatisch zu reparieren. Soll heißen: Die Wahrscheinlichkeit von Datenverlust ist bei GPT deutlich geringer.

Die GUID einer GPT-Partition.

Und doch gibt es im Endresultat einige Unterschiede, die für Sie sehr wohl relevant sind. Zunächst mal unterstützt MBR lediglich vier so genannte "Primäre Partitionen". Wenn Sie mehr Partitionen haben wollen, müssen Sie eine oder mehrere dieser vier Primär-Partitionen als "Erweiterte Partitionen" erstellen, die sich wiederum in beliebig viele "Logische Partitionen" unterteilen lassen. Unter Windows merken Sie da im Grunde keinen Unterschied, um was für eine Partition es sich gerade handelt. Aber der Aufbau ist dann doch etwas komplizierter und diese verschachtelten Partitionen können bei Defekten schneller zu Datenverlust führen. Bei GPT können Sie theoretisch beliebig viele Partitionen erstellen, 128 sollten alle Systeme unterstützen - ohne Unterscheidung von primären, erweiterten und logischen Partitionen.

Noch deutlicher für die meisten Anwender: MBR-Partitionierung funktioniert nur bis zu einer Festplattengröße von 2 Terabyte - was heute schon eine Standardgröße ist. GPT schafft hingegen 9,6 Zetabytes, also 9.600 Millionen Terabyte. Da kommt man als Privatperson schon mal ein paar Jährchen mit aus.

Ein weiterer Unterschied liegt im Bootloader: Beim MBR liegt dieser im ersten Sektor der Festplatte, sprich am Anfang des physischen Speichers. Bei GPT befindet er sich hingegen in einer eigenen kleinen Partition, der EFI-Systempartition. Jedes Betriebssystem fügt hier einen eigenen Eintrag hinzu, was Multiboot-Systeme deutlich einfacher und vor allem robuster macht.

GPT oder MBR?

GPT kann größere Festplatten ansprechen, mehr Partitionen verwalten und ist deutlich robuster gegen Daten- und Partitionsverlust. Zudem ist es auch noch mit Einschränkungen abwärtskompatibel. Ja, Sie werden von Programmen und Windows bisweilen vor die Wahl gestellt, ob Sie eine neue Festplatte nun im MBR- oder im GPT-Stil partitionieren wollen. Aber im Grunde ist das die Wahl, ob Sie gerne einen Opel Corsa von 1990 haben wollen oder einen 5er BMW aus 2019 plus 90er Corsa.

Daher die kurze Variante: GPT sollte der Stil Ihrer Wahl sein! Und Sie können das auch nachträglich noch ändern, beispielsweise mit dem EasUS Partition Master Free.

MBRs lassen sich ganz einfach zu GPTs konvertieren.