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Gelöschte Fotos wiederherstellen - so klappt's

Ob auf dem Handy oder der Kamera: Ein versehentlich gelöschtes Foto kann einer Katastrophe gleichkommen. Wenn wertvolle Erinnerungen vermeintlich unwiederbringlich ausradiert werden, ist das nie schön. Doch kein Grund zur Panik: Wenn Sie schnell handeln, ist es oft möglich, die verlorenen Bilder zu retten. Praktisch alle Fotolösungen bieten Möglichkeiten, gelöschte Fotos wiederherzustellen. Wir stellen Ihnen verschiedene Strategien für Android, iPhone und PC vor.

Gelöschte Fotos mit Google Photos oder Apple Photos retten

Sowohl Google als auch Apple bieten seit längerem eine eigene Foto-App an. Beide Hersteller setzen dabei nicht nur auf Galerie- und Bearbeitungsfunktionen, sondern ermöglichen auch die Sicherung der Bilder in den hauseigenen Online-Speichern an. Ob Sie diese nutzen oder nicht: Die Apps selbst bieten einen Papierkorb zur Wiederherstellung gelöschter Fotos. Rund 30 Tage bleiben die Bilder bei Apple dabei sowohl in der Cloud als auch auf dem jeweiligen Gerät im Speicher. Google sichert Fotos sogar bis zu 60 Tage. Sie haben also mehr als genug Zeit, verloren geglaubte Fotos wiederherzustellen.

In der Apple-Fotos-App finden Sie die gelöschten Bilder im Bereich “Alben”. Scrollen Sie hier nach unten und tippen Sie auf “Zuletzt gelöscht”. Suchen Sie nun nach dem oder den gelöschten Foto(s), markieren Sie sie und holen Sie sie mit einem Tipp auf “Wiederherstellen” zurück. Falls Sie die iCloud-Sicherung von Apple nutzen, funktioniert die Foto-Wiederherstellung übrigens geräteübergreifend. So können Sie von einem iPhone entfernte Bilder beispielsweise auf einem iPad wiederherstellen, das mit der gleichen Apple-ID verwendet wird.

Auf dem iPhone oder auch einem iPad können Sie gelöschte Fotos einfach über die Fotos-App wiederherstellen.

Bei Google Fotos funktioniert die Wiederherstellung ähnlich. Öffnen Sie in der App das seitliche Menü über die drei Balken und wählen Sie den Eintrag “Papierkorb”. Hier sehen Sie alle in den letzten 60 Tagen gelöschten Fotos. Wenn Sie die Fotosicherung über Ihr Google-Konto nutzen, werden dabei auch Fotos von anderen verbundenen Geräten angezeigt, andernfalls sehen Sie lediglich die lokal gelöschten Bilder. Tippen Sie nun auf “Wiederherstellen” und markieren Sie alle verlorenen Fotos. Bestätigen Sie die Wiederherstellung, landen die Fotos wieder in der Galerie.

Google Fotos erlaubt die Wiederherstellung von Bildern für bis zu 60 Tage.

Falls Sie anstelle von Google Fotos die Galerie-Apps anderer Hersteller verwenden, prüfen Sie, ob diese ebenfalls einen Papierkorb anbieten - in den meisten Fällen ist dem so. Bei Samsung-Smartphones finden Sie den Foto-Papierkorb beispielsweise in den Einstellungen der Galerie-App unter “Papierkorb”. Hier können Sie versehentlich gelöschte Fotos der letzten 15 Tage wiederherstellen.

Android: Weitere Methoden zur Fotorettung

Android-Apps haben deutlich mehr Zugriffe auf den internen bzw. den SD-Karten-Speicher als ihre iOS-Gegenstücke. Aus diesem Grund gibt es für das Google-System auch diverse Apps, die versuchen, gelöschte Fotos zu retten. Der Play Store ist voll von entsprechenden Angeboten, die allerdings oft nicht wie beworben funktionieren. Gute Ergebnisse lieferte in unseren Tests aber beispielsweise das kostenlose DiskDigger. Die App scannt den internen Speicher und SD-Karten nach kürzlich gelöschten Fotos, die mit etwas Glück wiederhergestellt werden können. Leider sind viele Apps dieser Art eher als Werbeschleudern angelegt oder verlangen zur Wiederherstellung nach teils teuren In-App-Käufen. Sollten Sie mit DiskDigger nicht weiterkommen, sollten Sie checken, ob die Foto-Suche am PC mit Ihrem Handy möglich ist.

Im Play Store finden sich Hunderte Apps zur Foto-Rettung. Sie halten allerdings nicht immer, was sie versprechen.

Gelöschte Fotos am PC retten

Nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch am PC sind versehentlich gelöschte Fotos ein großes Problem. Wenn Sie ein Foto “frisch” gelöscht haben, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit nur im Papierkorb. Von dort kann es einfach und mit wenigen Klicks wiederhergestellt werden: Öffnen Sie den Papierkorb, suchen Sie nach der Foto-Datei und stellen Sie sie via Rechtsklick wieder her.

Komplizierter wird es, wenn der Papierkorb schon geleert wurde oder sie Bilder von einer SD-Karte gelöscht haben - egal ob am PC oder noch in der Kamera bzw. dem Handy. Dank einer ganzen Reihe von Wiederherstellungs-Tools ist es aber auch hier oft möglich, die verlorenen Bilder zu retten. Erste Anlaufstelle ist dafür seit Jahr und Tag die kostenlose Version von Recuva. Das Programm scannt Festplatten oder auch SD-Karten und USB-Sticks nach gelöschten Dateien. Dabei können Sie im Assistenten explizit nach Fotos fahnden und diese mit etwas Glück wiederherstellen. Wie Sie Dateien mit Recuva vor dem Datentod retten, zeigen wir Ihnen in dieser Anleitung. Übrigens: Zumindest unter Android können die hier gezeigten Methoden ebenfalls bei der Fotorettung helfen. Voraussetzung dafür ist, dass der Hersteller bei einer USB-Verbindung erlaubt, den internen Speicher unter Windows wie ein Laufwerk zu verwenden.

Die Foto-Wiederherstellung von Recuva führt vor allem dann zum Erfolg, wenn Sie schnell handeln.

Eine der besten kostenlosen Alternativen zu Recuva ist das Open-Source-Programm TestDisk bzw. dessen Unter-Komponente PhotoRec. Das Programm ist explizit auf die Wiederherstellung von Fotos optimiert und scannt auch nach Dateiformaten diverser Digitalkamera-Hersteller.

PhotoRec arbeitet eigentlich auf der Kommandozeile, für Windows und Linux gibt es aber mit der im Paket enthaltenen Lösung qPhotoRec eine grafische Benutzeroberfläche. Starten Sie diese und wählen Sie zunächst über das Dropdown-Menü das Laufwerk aus, das Sie nach Fotos durchsuchen möchten. Anschließend tippen Sie unten auf “Browse” und wählen einen Ordner, in dem PhotoRec die gefundenen Dateien wiederherstellen soll. PhotoRec stellt standardmäßig sämtliche Daten wieder her, die es auf dem Medium findet - also auch gelöschte Textdateien etc. Per Klick auf “File Formats” können Sie dem Tool klarmachen, dass es nur nach Foto-Formaten wie “jpg” und ähnlichem Suchen soll. Mit einem Klick auf “Search” beginnt PhotoRec nun die Datenrettung. Im gewählten Ordner können Sie prüfen, ob das oder die gesuchten Fotos dabei sind. Die Kommandozeilen-Version von PhotoRec bietet noch mehr Potenzial zum Feintuning der Dateisuche. Eine Anleitung dazu finden Sie beispielsweise im deutschsprachigen PhotoRec-Wiki.

PhotoRec (hier mit der grafischen Benutzeroberfläche) ist eine hervorragende Alternative zu Recuva.

Neben den genannten Gratis-Tools gibt es auch viele kommerzielle Programme zur Datenwiederherstellung. Tools wie Easeus Data Recovery Wizard, Glary Utilities oder GetDataBack versprechen ebenfalls, gelöschte Dateien und natürlich auch Fotos wieder aufspüren zu können. Ob die kostenpflichtigen Lösungen dabei mehr Erfolge bringen als Recuva oder PhotoRec lässt sich nicht pauschal beantworten. Die meisten Anbieter kommerzieller Datenrettungssoftware bieten aber zumindest kostenlose Testversionen an. Damit lässt sich oft einschätzen, ob der Kauf erfolgversprechend ist oder nicht.