ISO-Image unter Windows erstellen - so geht's

Immer mehr Laptops und sogar Desktop-PCs kommen heutzutage ohne DVD- oder Blu-ray-Laufwerk - kein Wunder, wird Software doch zunehmend digital verbreitet. Doch was ist mit Ihrer Sammlung an Programmen, Spielen oder auch Filmen auf CD, DVD oder Blu-ray? Die Lösung: Erstellen Sie ein ISO-Image von Discs, die Sie später noch verwenden möchten.

Was sind ISO-Dateien und wofür sind sie gut?

Bei einem ISO handelt es sich um ein Eins-zu-Eins-Abbild einer kompletten CD, DVD oder Blu-ray-Disc in einer einzelnen Datei. Diese Dateien lassen sich später wahlweise direkt in das System einbinden und wie eine "echte" Disc nutzen oder auch wieder auf ein optisches Medium gebrannt werden. ISOs eignen sich daher hervorragend dazu, CDs, DVDs und Blu-rays zu archivieren. ISOs eignen sich genauso gut dazu, alte Software oder auch Spiele zu sichern. Möchten Sie beispielsweise einen Games-Klassiker aus der DOS-Ära in einem Emulator wie DOSBox weiterverwenden? Dann erstellen Sie einfach eine ISO-Datei von der Original-CD auf der Festplatte.

Die so erstellten ISO-Dateien können unter Windows 10 und Windows 8 ohne zusätzliche Software direkt in das Dateisystem eingebunden werden. Klicken Sie das Abbild einfach mit der rechten Maustaste an und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl "Bereitstellen". Das ISO erscheint nun wie eine eingelegte DVD im Datei-Explorer von Windows. Unter Windows 7 benötigen Sie dazu eine separate Software, etwa das kostenlose WinCDEMU. Virtualisierungsprogramme wie das kostenlose Virtualbox können ebenfalls direkt auf die ISO-Dateien zugreifen. Möchten Sie also beispielsweise Windows 7 unter einer Linux- oder macOS-Umgebung einsetzen, benötigen Sie die passende ISO-Datei. Von dieser starten Sie dann die virtuelle Maschine und installieren das System in seiner virtualisierten Umgebung.

ISOs erstellen: Was brauchen Sie?

Um eine ISO-Datei unter Windows zu erstellen benötigen Sie natürlich als erstes ein passendes Laufwerk. Wenn Sie keinen PC mit DVD- oder Blu-ray-Laufwerk besitzen, können Sie die ISOs auch über ein entsprechendes USB-Laufwerk erstellen. Neben der Hardware benötigen Sie vor allem Speicherplatz: anders, als beispielsweise ZIP-Archive, werden ISO-Dateien nicht komprimiert. Das bedeutet, dass die erstellten Dateien genauso viel Platz einnehmen, wie ihre Quelle. Ein typisches DVD-ISO benötigt dementsprechend bis zu 4,7 Gigabyte auf der Festplatte, bei Dual-layer-DVDs verdoppelt sich der Platzbedarf. Andererseits gibt es externe Festplatten mit einem Terabyte Speicherplatz (und damit genug für mehr als 200 Single-Layer-DVDs) schon für unter 50 Euro. Ein DVD-Archiv auf Festplatte sollte also kein größeres Problem sein.

Mit der richtigen Software erstellen Sie ISO-Dateien im Handumdrehen.

Noch ein Hinweis: Sie können theoretisch von jeder Art von optischer Disc ein ISO-Image erstellen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Sie die Inhalte auch exakt so verwenden können wie auf dem Original! Computerspiele oder auch Filme, die mit einem Kopierschutz versehen sind, lassen sich nicht ohne Weiteres als ISO verwenden. Das vorgestellte Programm IMGBurn bietet keine Möglichkeit, einen Kopierschutz von CDs, DVDs oder Blu-rays zu entfernen.

ISO-Dateien aus CDs, DVDs oder Blu-rays erstellen

Genug der Vorrede, fangen wir an. Es gibt eine Reihe von Programmen, die ISO-Dateien erstellen können. Wir setzen auf das bewährte und zuverlässige IMGBurn (kostenlos unter https://www.heise.de/download/product/imgburn-36237). Beachten Sie die Hinweise zur Installation von IMGBurn, um Werbeprogramme von Ihrer Festplatte fernzuhalten. Davon abgesehen macht das Programm einen hervorragenden Job bei der Erstellung von ISO-Dateien.

Lassen Sie IMGBurn nun einfach arbeiten, bis das Programm den Vorgang abgeschlossen hat. Anschließend können Sie die erstellte ISO-Datei einbinden, archivieren oder brennen. Letzteres funktioniert direkt in IMGBurn oder auch mit Windows-Bordmitteln. Klicken Sie das erstellte ISO einfach mit der rechten Maustaste an, wählen Sie "Datenträgerabbild brennen" und befolgen Sie die Anweisungen des Assistenten.

Die erstellten ISO-Dateien können Sie nicht nur einbinden, sondern auch direkt mit Windows zurück auf DVD brennen.

ISO-Datei aus Ordnern und Dateien erstellen

Praktisch: Sie können ISOs nicht nur aus DVDs und CDs, sondern auch aus Ordnern und Dateien auf Ihrer Festplatte erstellen. Das ist beispielsweise praktisch, um Fotosammlungen zu archivieren. Das bereits vorgestellte IMGBurn bringt die praktische Funktion mit. So nutzen Sie sie: