PUR

TikTok: Datenschutz - was sollten Sie beachten?


Bild: <span>Primakov/Shutterstock.com</span>

TikTok ist eine chinesische Social-Media-Plattform, ähnlich wie das inzwischen nicht mehr erhältliche Vine. Darüber können Sie kurze Videos mit der ganzen Welt teilen. Doch wie sieht es mit dem Datenschutz oder gar Jugendschutz in diesem sozialen Netzwerk aus? Datenschützer sind skeptisch.

Datenschutz bei TikTok

Immer wieder wird die Sicherheit von TikTok infrage gestellt. Sei es die Verbreitung möglicher Fehlinformationen zur Covid-19-Pandemie oder auch fragwürdige Moderation und Löschung von Inhalten. Sehr bedenklich ist vor allem das Sammeln von Nutzerdaten.

In der Datenschutz-Erklärung von TikTok steht unter anderem: "Wir geben Ihre Daten an Drittanbieter weiter, die uns bei der Bereitstellung der Plattform unterstützen, darunter auch Cloud-Storage-Anbieter. Wir geben Ihre Informationen auch an Geschäftspartner, andere Unternehmen der gleichen Gruppe wie TikTok (einschließlich TikTok Inc. in den USA, das bestimmte Dienstleistungen in Verbindung mit der Plattform für uns erbringt), Anbieter von Moderationsdienstleistungen, Anbieter von Messdienstleistungen („Messdienstpartner“), Werbetreibende und Analyse-Anbieter weiter."

TikTok nutzt (wie z.B. auch Facebook) den Dienst Appsflyer, um Nutzerdaten zu sammeln und die Werbung entsprechend anzupassen. Wohin die Daten dann von Appsflyer verteilt werden ist unklar. Der Dienst nennt über 4500 mögliche Partnerfirmen, die auf die Daten zugreifen können. TikTok hat seinen westlichen Firmensitz nach Irland gelegt. Dort sind die Datenschutzrichtlinien etwas anders als im Rest der EU, sodass es deutlich schwieriger ist, über Datenschutzprobleme in Kenntnis gesetzt zu werden. Neben den Daten, die Sie als TikTok-Nutzer freiwillig zur Verfügung stellen, werden auch noch weitere Daten automatisch von Ihrem Smartphone abgefragt. Dazu zählen:

  • Inhalte aus Audio- und Videochats
  • sämtliche installierte und gelöschte Apps
  • Aufenthaltsort (via GPS), je nach App-Version erfolgt eine Abfrage alle 30 Sekunden
  • IP-Adressen und Namen von Netzwerkverbindungen
  • Mac-Adressen von Router und Smartphone
  • Informationen, ob Ihr Gerät gerootet oder gejailbreakt ist
  • Zwischenablage (beim iPhone)

Dieses Datenloch birgt noch ein zweites Problem: Immer wieder wird die Sicherheit der App infrage gestellt. So sollen Hacker schon häufiger Zugriff auf hochgeladene Videos und persönliche Daten bekommen haben. Außerdem steht TikTok im Verdacht, in Verbindung mit der chinesischen Regierung zu stehen. Videos, die regime-kritische Inhalte verbreiten, werden immer wieder wie zufällig von den Moderationsalgorithmen gelöscht. Die Plattform bestreitet den Verdacht immer wieder. Ende 2020 versprach TikTok mehr Transparenz beim Entfernen von Inhalten.

Jugendschutz bei TikTok

Vor allem als Eltern sollten Sie bei TikTok sehr vorsichtig sein. So haben Verbraucherschützer TikTok zum Beispiel bereits wegen Schleichwerbung bei Kindern angezeigt. Zum Schutz Ihrer Kinder sollten Sie diese über die Risiken und Gefahren der Internetnutzung und speziell die sozialen Netzwerke aufklären. Außerdem sollten Sie im Kopf behalten, dass das Mindestalter für TikTok laut dessen Nutzungsbedingungen bei 13 Jahren liegt. Insbesondere in Italien wurde diese Richtlinie noch einmal verschärft, nachdem eine Zehnjährige bei einer TikTok-Challenge verstorben ist.

Außerdem ist die Moderation der Videos nicht immer konsistent. Es kann niemand garantieren, dass Ihre Kinder nicht auf einmal Inhalte zu sehen bekommen, die nicht für ihr Alter geeignet sind. Dazu können Gewaltdarstellungen oder auch pornografische Videos zählen. Diese werden früher oder später vermutlich gelöscht, können bis zu diesem Zeitpunkt aber dennoch im Video-Feed der Nutzer auftauchen.

Mehr zum Thema: