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Windows 11 ohne TPM - so klappt's vielleicht doch

Mit der Ankündigung von Windows 11 gingen direkt einige Fragen einher. Vor allem: Warum ist mein System nicht kompatibel? Bei vielen Computer liegt es gar nicht an der Hardware, sondern an BIOS-Einstellungen. Das können beispielsweise "Secure Boot" und "TPM" sein. Diese können nämlich manuell ein- und ausgeschaltet werden. Wenn das Windows-11-Upgrade mangels TPM nicht durchgeführt werden kann, gibt es aber häufig ein Workaround.

Wofür steht TPM?

Ganz wörtlich genommen steht TPM für "Trusted Platform Module". Ein solcher TPM-Chip ist - falls vorhanden - auf dem Mainboard Ihres Computers verbaut und soll den Computer schützen. Während der PC hochfährt, prüft der Chip, ob am Computer durch einen äußeren Zugriff Veränderungen oder Manipulationen vorgenommen wurden. So kann zum Beispiel verhindert werden, dass Ihr Computer von einer Schadsoftware wie CryptoLocker angegriffen wird. Eine solche Software verschlüsselt sämtliche Daten auf Ihrem Rechner. Für eine Entschlüsselung müssen Sie dann einen Geldbetrag, meistens in Bitcoin, an den Verantwortlichen schicken.

Wieso entstehen Kompatibilitätsprobleme beim Upgrade auf Windows 11?

Seit dem 5. Oktober 2021 ist ein kostenloses Upgrade von Windows 10 auf Windows 11 verfügbar. Allerdings stellt Microsoft dafür sehr viele Anforderungen, sodass Ihr System möglicherweise gar nicht kompatibel ist. Eine dieser Anforderungen ist das Vorhandensein eines TPM-Chips in der Version 2.0. Ist dieser nicht vorhanden oder nicht aktiviert, wird ein Upgrade auf Windows 11 nicht ohne Weiteres möglich sein. Unter Windows 10 reichte auch die ältere TPM-Version 1.2 aus, für Windows 11 aber nicht mehr.

Wenn Ihr Rechner aus 2018 oder neuer ist, sollte im Regelfall ein TPM-Chip Version 2.0 verbaut sein. Um zu prüfen, welcher Sicherheitschip verbaut ist, können Sie im Startmenü einfach nach "Sicherheitschip" suchen. Klicken Sie auf die vorgeschlagene Option, damit Ihnen weitere Details zu Ihrem Chip angezeigt werden. Hier können Sie auch die TPM-Version ablesen: Unter "Spezifikationsversion" sollte 2.0 stehen.

Über "Sicherheitschip" können Sie sich Ihre TPM-Version anzeigen lassen. In diesem Fall handelt es sich um Version 2.0 - dieser Computer wäre also hinsichtlich des TPM-Chips für Windows 11 geeignet.

Achtung: Auch wenn Windows 11 inzwischen veröffentlicht wurde, werden immer noch inkompatible Computer verkauft!

Wie kann ich Windows 11 auch ohne Sicherheitschip nutzen?

Möglicherweise verfügen Sie bereits über einen kompatiblen TPM-Chip in Ihrem Rechner, aber dieser ist einfach nur ausgeschaltet. Dann wird er nicht von Windows erkannt, sodass es im ersten Moment wirkt, als wenn gar kein Sicherheitschip existiert. In diesem Fall müssen Sie den Chip über das BIOS manuell einschalten - das geht mit folgenden Schritten:

  1. Fahren Sie Ihren Computer hoch und drücken Sie während des Start-Prozesses die entsprechende Taste, um das BIOS aufzurufen. Im Normalfall ist es eine der folgenden Tasten: [F1], [F2], [F12], [Esc] oder [Entf]
  2. Sobald sich die BIOS-Einstellungen öffnen, müssen Sie schauen, wo sich Einstellungen zu "TPM" befinden. Häufig verstecken sich diese in Menü-Optionen wie "Security", "Sicherheit", "Boot", "Authentication" oder "Secure".
  3. In diesen Einstellungen sollte "TPM" auf "Enabled" / "Enabled TPM" stehen, damit es aktiviert ist. Wenn der TPM-Chip gerade inaktiv ist, steht dieser auf "Disabled". Ändern Sie die Einstellung, um TPM einzuschalten.
  4. Zum Schluss müssen Sie Ihre Einstellungen speichern und das BIOS verlassen. Im Regelfall funktioniert das über "Save Changes and Exit" oder über die Taste [F10].
  5. Danach fährt Ihr Computer normal hoch. Möglicherweise ist ein Neustart nötig.
Auf diesem Computer ist ein TPM-Chip vorhanden und eingeschaltet (enabled).

Hinweis: Wenn Sie keine Möglichkeit haben, TPM zu aktivieren, ist Ihr Rechner möglicherweise zu alt dafür. In diesem Fall bleibt Ihnen für ein Upgrade auf Windows 11 nichts anderes übrig, als neue Computer-Teile zu kaufen oder auf eine Anpassung der Anforderungen durch Microsoft zu warten. Mehr zu den Hardware-Anforderungen von Windows 11 und Konfigurationstipps finden Sie hier.

Was Sie sonst noch tun können, um Windows 11 trotz fehlender Kompatibilität zu installieren, lesen Sie hier.