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Windows-Registry reparieren

Seit Windows NT 3.1 und vor allem Windows 95 ist die Registry (zu Deutsch Registrierungsdatenbank) die vielleicht größte Konstante in Microsofts Betriebssystem. Die Datenbank beherbergt eine ganze Reihe von maschinenspezifischen Einstellungen, darunter praktisch alle Systemeinstellungen von Windows sowie viele Einstellungen von installierten Programmen. Windows verweist bei der täglichen Arbeit praktisch ständig auf die Registrierungsdatenbank. Um beispielsweise ein Programm zu öffnen, neue Software zu installieren oder Änderungen an der Hardware vorzunehmen, prüft Windows die Werte bestimmter Registry-Schlüssel. Umso wichtiger ist es daher, dass die Registry stets fehlerfrei aufgebaut ist und sauber funktioniert.

Was kann die Registry beschädigen?

Über die diversen Windows-Generationen haben die Microsoft-Entwickler dafür gesorgt, dass die Registry meist gut gegen Fehler und Angriffe geschützt ist. So erstellt das System bei jedem erfolgreichen Bootvorgang eine automatische Sicherung der Registry, die im Ernstfall wiederhergestellt werden kann. Dennoch versuchen vor allem Viren und Trojaner gerne, die Registry zu beschädigen. Auch Abstürze, Stromausfälle oder Fehler beim Herunterfahren können dazu führen, dass Änderungen an der Registrierungsdatenbank falsch gespeichert werden. In seltenen Fällen können Fehler in der Windows-Registry auch durch fehlerhafte Deinstallationsroutinen von Programmen verursacht werden. Löschen diese versehentlich nicht nur die eigentlichen Schlüssel, sondern pfuschen auch in andere Einträge, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich.

Last but not least entstehen Registry-Probleme auch oft durch die Windows-Nutzer selbst. Wer beispielsweise einen gut gemeinten Online-Tipp zur Optimierung von versteckten Windows-Einstellungen falsch umsetzt, kann den stabilen Windows-Betrieb gefährden oder auch die Funktion bestimmter Programme beeinträchtigen. Das Gleiche gilt für die unzähligen Tuning-Tools für Windows - vor allem dann, wenn sie auf “versteckte” Einstellungen zugreifen wollen. Dabei handelt es sich praktisch immer um bestimmte Schlüssel in der Windows-Registry. Beispielsweise lässt sich über die Registry der Ordner ändern, der beim Aufrufen des Windows-Explorers angezeigt wird. Das ist zwar praktisch und meist auch harmlos, kann aber vor allem auf lange Sicht zu Problemen führen. Ändern sich durch ein Windows-Update beispielsweise bestimmte Registry-Abschnitte, können zuvor funktionierende Anpassungen plötzlich zu Fehlermeldungen führen.

Registry sichern und wiederherstellen

Sollten Sie aus irgendeinem Grund manuelle Änderungen an der Registry vornehmen, führt der Weg in den Registrierungs-Editor von Windows. Dieser ermöglicht es auch, die komplette Registrierungsdatenbank zu sichern und bei Bedarf wiederherzustellen. Starten Sie dazu das Programm über das Startmenü und die Eingabe von “regedit”. Hier klicken Sie auf “Datei - Exportieren”. Sie können nun wahlweise den aktuell im linken Fenster des Editors gewählten Schlüssel exportieren (Option “Ausgewählte Teilstruktur”) oder ein komplettes Registry-Backup (Option “Alles”) durchführen. Vergeben Sie nun einen Namen für das Backup und klicken Sie auf “Speichern”.

Über regedit erstellen Sie mit wenigen Klicks ein Backup der Windows-Registry.

Ein so erstelltes Backup können Sie später über “Datei - Importieren” wiederherstellen. Windows stellt dabei nur die Werte wieder her, die im Backup gegenüber der aktuellen Version verändert oder gelöscht wurden. Sind seit dem Backup komplett neue Schlüssel hinzugekommen, werden diese beim Import nicht gelöscht.

Windows-Registry automatisch reparieren

Sollte die Registry derart beschädigt sein, dass Windows gar nicht mehr oder nur mit diversen Fehlermeldungen starten kann, gibt es eine Reihe von Rettungsanker. Einer davon ist der so genannte “Erweiterte Start”, den Windows 10 nach einigen fehlerhaften Boot-Versuchen automatisch öffnet. Sollten Sie noch auf die Windows-Oberfläche kommen, können Sie ihn auch manuell initiieren. Dazu öffnen Sie über das Startmenü die Einstellungen von Windows und navigieren zum Punkt “Update und Sicherheit - Wiederherstellung” und klicken unter “Erweiterter Start” auf “Jetzt neu starten”.

Über den erweiterten Start erhalten Sie eine Reihe von Reparaturoptionen für die Windows-Registry.

Im nun erscheinenden Menü klicken Sie auf “Problemhandlung - Erweiterte Optionen” und wählen anschließend den Punkt “Starthilfe”. Wählen Sie nun Ihr Benutzerkonto aus, um die automatische Reparatur von Windows-Fehlern zu beginnen. Dabei prüft Windows auch die Integrität der Registry und versucht, entsprechende Fehler zu beheben. In vielen Fällen genügt dies bereits, um eine defekte Registry zu reparieren.

Über die Starthilfe führt Windows eine Reihe von Fehlerbehebungen an der Registry durch.

Sollte die automatische Starthilfe noch nicht genügen, bietet Windows 10 noch weitere Maßnahmen, etwa die Systemintegritätsprüfung DISM. Die meisten dieser Features kümmern sich auch um Probleme mit der Registry. Alles zu den Möglichkeiten, eine defekte Windows-10-Installation zu reparieren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Windows-Registry mit Tools reparieren - ist das sinnvoll?

Die prominente Rolle der Windows-Registry sorgt praktisch von selbst dafür, dass unzählige Hersteller Versprechungen machen, die Systemleistung und Stabilität durch vermeintliches Aufräumen der Datenbank zu verbessern. Programme wie Wise Registry Cleaner, CCleaner oder Registry Repair werben damit, durch Reparaturen und Optimierungen an der Registrierungsdatenbank einen effizienteren PC-Betrieb zu erreichen. In der Praxis sind derlei Tools allerdings mit Vorsicht zu genießen. Sie neigen gelegentlich dazu, über das Ziel hinauszuschießen und vermeintlich obsolete Einträge in der Registry zu löschen, die eben dies gar nicht sind. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass wichtige Programme nicht mehr starten oder gar Windows seinen Dienst quittiert. Nicht ohne Grund warnt Microsoft seit einiger Zeit ganz offiziell davor, Registry-Cleaner auf Windows-Installationen loszulassen.

Unzählige Programme wie der CCleaner werben damit, die Registry zu reinigen. Echte Vorteile ergeben sich daraus aber praktisch nie.

Hinzu kommt: Das Löschen verwaister und überflüssiger Datenbank-Einträge verheißt zwar intuitiv mehr Leistung, in der Praxis ist dieses Versprechen aber schlicht und ergreifend haltlos. Die Registrierungsdatenbank einer typischen Windows-10-Installation besteht aus mehreren Millionen Schlüsseln und Werten. Es liegt daher auf der Hand, dass das Löschen einiger Hundert oder vielleicht auch einiger Tausend Einträge aus dieser Datenbank nur höchst minimalen und praktisch nicht messbaren Einfluss auf die Systemleistung hat. Genau wie Microsoft raten wir daher von der Nutzung sogenannter Registry-Cleaner ab. Fairerweise sei aber auch gesagt, dass ein möglicher Schaden durch die Tools recht unwahrscheinlich ist, solange Sie keine Standardeinstellungen verändern, um noch tiefer in die Registry einzugreifen.