Perfekt im Bilde?
Der Unterschied in der Bildqualität zu anderen Webcams ist beträchtlich und wird umso deutlicher, wenn man das Bild der Jabra PanaCast 20 neben dem von anderen in einer Videokonferenz sieht. Der Qualitätseindruck sowie die Schärfeabbildung ist um ein Vielfaches besser als der herkömmlicher Webcams. Auffällig gut ist die gleichmäßige Helligkeitsverteilung, auch bei wenig Licht und in unvorteilhaft und einseitig ausgeleuchteten Bildbereichen. Das Bild rauscht merklich erst bei Schummerbeleuchtung, ansonsten ist es klar und zeigt feine Strukturen. Der herausragende Bildeindruck zeigt sich umso mehr bei heller Umgebung, insbesondere bei Tageslicht mit Sonnenschein. Wer das Bild der PanaCast 20 einmal gesehen hat, wundert sich, über das matschig-farbstichige Bild anderer Webkameras.
In unterschiedlichen Belichtungssituationen liefert die PanaCast 20 stets ein homogenes Bild mit guten Farbkontrasten. Dieses kann situativ mit dem Einschalten der „Vivid HDR“-Funktion in der Jabra-Software noch etwas verbessert werden. Das klappt oft, aber nicht immer. Mit Vivid HDR profitieren Kontraste und Belichtung in schwierigen Belichtungssituationen, wie etwa stark einseitiger Beleuchtung oder bei insgesamt schwachem Umgebungslicht. Leider geht mit dem Aktivieren der Funktion Schärfe im Bild verloren. Da aber die PanaCast sowiesi schon ein sehr gutes Bild liefert und der Mehrwert gering ist, bleibt die Funktion deaktiviert.
Das Einschalten der Funktion in Jabra Direct ist zudem nicht persistent. Bei jedem Entfernen der Kamera vom Rechner ist Vivid HDR wieder deaktiviert. Da die Optimierungen wohl in der Software vorgenommen werden, ist das Feature auch ohne diese nicht verfügbar. Gleiches gilt für die manuellen Nachjustierungen der Farbparameter sowie Zoom, Schwenkung oder Blickwinkel, die man in der Praxis durch die gute Auto-Kalibrierung und den Intelligent Zoom jedoch auch nicht nutzen muss.
So toll das Bild auch ist, in Videokonferenzen kann die PanaCast 20 ihre volle 4K-UHD-Auflösung gar nicht ausspielen. Viele Webkonferenz-Lösungen limitieren den Videostream auf maximal 1080p Full-HD oder gar 720p. Auch müsste für eine 4K Übertragung natürlich die Up- wie Downstream-Bandbreite sowie die 4K-Tauglichkeit des Bildschirms beim Gegenüber gegeben sein. Somit bleibt das 4K-UHD-Bild vorerst lokalen Anwendungen vorbehalten. Für den Bildeindruck in Webkonferenzen stellt das aber keinen Nachteil dar, denn auch mit Full-HD und 720p-Auflösung ist das Bild herausstechend gut.
Zur besseren Einordnung der Bildqualität und als Vergleich mit anderen Webcams wird der Alltagstest um ein Testszenario mit synthetischem Testbild ergänzt. Im professionellen Bereich dient das Schwarz-Weiß-Testbild zur Auflösungsbestimmung von Kameraobjektiven und Bildsensoren. Uns dient es als statisches Motiv für eine vergleichende Gegenüberstellung.
Bildvergleich mit anderen (Web-)Kameras
In der Betrachtung des Videostreams konnte die Jabra bereits mit ihren hochwertigen Bildern überzeugen. Um eine Einordnung des Auflösungsvermögens feiner Strukturen und eine, zumindest ansatzweise, Bewertung der Abbildungsdynamik bei Hell-Dunkel-Verläufen zu ermöglichen, werden Bilder einer ISO-12233-Testkarte zur Schärfebestimmung von Objektiven mit der PanaCast 20 aufgenommen und gegen die von drei weiteren Kameramodellen gestellt.
Verglichen wird gegen die interne HD-Webcam eines HP Elitebook 830, gegen eine Logitech-Webcam 9000 Pro for Business sowie gegen die 12-Megapixel-Smartphone-Kamera eines Samsung A52. Als Referenz dient eine Spiegelreflexkamera Nikon D3300 mit Nikkor-18-55mm-Objektiv.
In den Einstellungen der Smartphone- sowie der Spiegelreflexkamera wurde die Bildgröße auf 12 MP (Samsung) respektive 13,5 MP (Nikon) herabgesetzt, um die Bedingungen soweit als möglich zu denen der 13 MP der Jabra anzugleichen. Das Samsung-Smartphone nutzt dabei die nativ 12 MP auflösende Kamera von seinen vier verbauten Kameramodulen, die Nikon skaliert ihre hochauflösenderen Bilder kameraintern auf 13,5 Megapixel runter. Die beiden anderen Webcams werden mit jeweils maximaler Videoauflösung von 1280 x 720 Pixeln (0,92 MP) betrieben. Zum direkten Vergleich werden Bildausschnitte der Testkandidaten übereinander montiert und auf gleiche Ausschnittsgrößen skaliert.
Gegenüber den beiden anderen Webcams ist der Unterschied enorm. Schon in dieser synthetischen Vergleichsdarstellung zeigt sich das hohe Auflösungsvermögen und die gute Belichtung der PanaCast 20. In der Realität ist der Unterschied nochmals deutlich größer, wenn Farbdarstellung und Hauttöne bei Tageslicht, im Kontext des Gesamtbildes, betrachtet werden. Die Jabra profitiert von ihrer Glaslinse und der guten Abstimmung des 1,32-Zoll-großen Sensors, dessen Dimensionierung auch in Smartphones zu finden ist. Das Bild enthält deutlich weniger Blockartefakte, eine über den gesamten Bildbereich höhere Schärfe sowie kaum sichtbare Farbsäume an feinen Kontrastkanten. Als Vergleich fällt Samsungs Smartphone-Kamera mit dem optisch zwar etwas schärferen Bild, aber deutlichen grün-violetten chromatischen Aberrationen an feinen Strukturen auf.

Das Test-Setup ist einem Arbeitsplatzszenario nachempfunden, welches einen ergonomisch empfohlenen Monitor-Auge-Abstand von ca. 60 cm sowie ein gleichmäßig gedämpftes Umgebungslicht von 450 bis 500 LUX aufweist. Die Kameras sind, soweit möglich, senkrecht auf die Testkarte ausgerichtet. Eventuell in der Kamera vorhandene Zoom- oder Bildoptimierungsfunktionen werden deaktiviert. Die jeweils Beste aus drei Testaufnahmen wird verglichen.

Als Kritik zur Methode ist anzumerken, dass die Beurteilung zur Qualität und Schärfe mit dem eigenen Auge erfolgt und der Aufbau natürlich keinem genormten Szenario einer Laborumgebung entspricht. Die Bedingungen wurden soweit als möglich angeglichen. Letztendlich dient die Darstellung als vergleichende Gegenüberstellung, um sich selbst ein Bild zu machen. Dennoch spiegeln auch die synthetischen Testaufnahmen den guten Bildeindruck der PanaCast 20 wieder.
Erwartungsgemäß nicht ganz mithalten kann das Jabra-Gerät im Vergleich zum Referenzbild einer Spiegelreflexkamera. Der qualitative Unterschied im Auflösungsvermögen, durch den größeren Sensor sowie der besseren Optik, ist deutlich erkennbar. Geringer fällt der Unterschied im Vergleich zur 12-Megapixel-Kamera des Samsung-Smartphones auf. Sensor wie Auflösung sind vergleichbar, jedoch wird vermutlich das Bild der Samsung-Knipse intern durch die Kamerasoftware etwas geschärft und ihre Bilder zeigen deutliche Farbsäume an feinen Strukturen.

Dieser Beitrag ist bereits älter als 90 Tage. Hier finden Sie die Übersicht neuer Sponsored Articles
.