Seitdem nach der Pandemie die Büros wieder – mehr oder weniger – gefüllt sind, werden unsere Konferenzräume gerne und vor allem auch für Meetings mit MS Teams genutzt. Dabei fehlt es aber an einem All-in-one-System, sprich einer Kamera, einem Lautsprecher und einem Mikrofon. Grund genug, die Jabra PanaCast 50 einem Praxistest zu unterziehen.
Von Martin Wiedenmann
Bei den bisher von uns eingesetzten Kameras (ebenfalls Jabra PanaCast) benötigt man zusätzlich noch einen Lautsprecher und ein Mikrofon. Die Hardware in den Laptops eignet sich dafür eher nicht, da diese nicht für den Konferenzbetrieb ausgelegt ist. Daher suchen wir seit einiger Zeit nach einer Komplettlösung.
Mit der PanaCast 50 von Jabra bekommt man genau das: eine Kamera, einen Lautsprecher und ein Mikrofon. Das Ganze ist perfekt aufeinander abgestimmt. Zudem benötigt man lediglich ein Kabel, um das Gerät vollständig nutzen zu können. Vorher waren es mindestens zwei USB-Kabel, die angeschlossen werden mussten. Dann musste jeweils noch die korrekte Einstellung vorgenommen werden. Das fällt jetzt mit der PanaCast 50 weg: Ein Kabel – anschließen – fertig.
Verpackung
Der Karton, indem die Kamera verpackt ist, dient auch als Anleitung zur Inbetriebnahme. Auf einem Deckel der Verpackung ist eine Schablone für die Installation der Wandhalterung aufgedruckt – mit passenden Löchern als Vorlage zum Bohren – siehe auch mein „erster Eindruck“.
Die Montage des Lautsprechers auf den Tischfuß geht mit zwei Schrauben und dem beigefügten Inbusschlüssel leicht von der Hand. Am Tischfuß ist außerdem eine Kabelschelle angebracht, sodass die beiden Kabel (USB- und Stromkabel) ordentlich hinter dem Gestell geführt werden können. Bei der Inbetriebnahme muss dann nur noch das USB-Kabel an den Rechner angeschlossen werden.

auf den Tischfuß geht mit zwei
Schrauben und dem beigefügten
Inbusschlüssel leicht von der Hand.
Kamera
In der Jabra PanaCast 50 ist eine 4k-Kamera mit 180-Grad-Sicht verbaut, die 30 Bilder in der Sekunde liefert. Der 180-Grad-Blickwinkel wird mit drei separaten Linsen gewährleistet. Als schickes Extra ist eine Kappe dabei, um die Kamera abzudecken, wenn sie nicht in Gebrauch ist.
Die Auflösung ist mit 4k auf heutigem Stand. Bei einem Meeting, zum Beispiel über MS Teams, kommt ein klares und scharfes Bild bei den Online-Teilnehmern an, eine entsprechende Internetbandbreite vorausgesetzt. In einem Meeting zeigt die Kamera standardmäßig 180 Grad an und erkennt die Teilnehmer, die sich im Raum befinden. Wenn man allein an einem Meeting teilnimmt, zoomt das Bild entsprechend, sodass nur der einzelne Teilnehmer zu sehen ist. Bei mehreren Teilnehmern passt sich das Bild auf den gesamten Bereich an, in dem sich die Teilnehmer aufhalten.
Optional ist es mit der Kamera möglich, einen Bereich zu definieren, der als Whiteboard fungieren soll. Bei einem Meeting kann man dann auf Whiteboard-Modus wechseln und es wird nur noch der vorher definierte Bereich angezeigt.
Ebenso ist es möglich, dass man einzelne Teilnehmer mit einem Rahmen versieht. Dadurch wirkt es so, als sei dieser Teilnehmer mit einem eigenem Bild im Meeting vertreten. Das geht mit bis zu vier Personen.
Der intelligente Zoom der Kamera wirkt manchmal etwas träge und manchmal zu dynamisch. Meiner Meinung nach hat Jabra hier einen guten Mittelweg gefunden.
Lautsprecher
Der Lautsprecher hat eine gute Qualität und ist gut verarbeitet. Er erledigt seinen Job als Konferenzlautsprecher sehr gut. Die Stimmen der online zugeschalteten Teilnehmer sind klar und gut verständlich. Die Soundbar ist mit einem Stoff überzogen, der auch beim Transport normal strapazierfähig ist.
Mikrofon
In der Soundbar sind acht Mikrofone verbaut. In einem Meeting ist der jeweilige Sprecher laut und klar zu verstehen. Bei mehreren Leuten im Raum scheint sich das Mikrofon auf den Sprecher zu fokussieren. Selbst wenn die einzelnen Sprecher in einem großen Raum verteilt stehen, ist jeder, der spricht, klar und deutlich zu verstehen. Es werden störende Nebengeräusche gut herausgefiltert. Zum Beispiel war ein Rascheln mit einer Papiertüte im Raum nicht bei den Online-Teilnehmern zu hören.


nicht in Gebrauch ist.
Gesamtsystem
Im Zusammenspiel sind die einzelnen Komponenten sehr gut aufeinander abgestimmt. Die Kamera zoomt auf den jeweiligen Sprecher, wenn er zu sprechen beginnt. Sie zieht wieder etwas auf, wenn er aufhört und zoomt auf den nächsten, wenn der nächste zu sprechen beginnt. Wenn zwei oder mehrere Personen gleichzeitig oder abwechselnd sprechen, bleibt das Bild in der großen Ansicht.
Die Rauschunterdrückung scheint immer genau die richtigen Geräusche zu übertragen bzw. zu blocken. Dabei schafft es die Jabra PanaCast 50 auch in mittelgroßen Räumen mit etwa 20 Anwesenden zu überzeugen.
Im Allgemeinen ist das Gerät sehr einfach zu bedienen. Man steckt den USB-A-Stecker in den Laptop und die PanaCast 50 wird sofort erkannt und direkt als Standard im MS Teams eingerichtet. Einzig die Laustärkeregelung funktioniert erst, wenn man die PanaCast 50 in den Windows-Einstellungen als Standard einstellt. Das passiert nicht automatisch.
Erfahrung der Kollegen
Bei meinen Kollegen kam die Jabra PanaCast 50 ebenfalls sehr gut an. Zu Beginn war bei ihnen noch Skepsis vorhanden, ob das Gerät tatsächlich so einfach zu bedienen sei. Denn die bisherigen Erfahrungen zeigten, dass es sich teilweise als komplex erweist, so ein System in Betrieb zu nehmen. Diese Skepsis hat sich hier aber schnell in Luft aufgelöst. Mit Freude konnte das Meeting starten und alles hat auf Anhieb funktioniert.
Eine Kollegin hat auf der anderen Seite der Kamera ebenfalls einen „Wow-Moment“ erlebt. Das Bild von uns war klar und scharf. Jeder im Raum war für sie bestens zu verstehen.
In Verbindung mit dem Tischfuß und abgestellt auf einem Tisch, ergibt sich eine Art „Fischperspektive“. Das Gelenk am Tischfuß verstärkt diesen Effekt noch, wenn man die Kamera nach oben dreht.
Fazit
Die PanaCast 50 von Jabra ist ein rundum gelungenes Konferenzsystem, das einfach zu handhaben ist. Die Qualität, sowohl der verwendeten Materialien als auch der einzelnen Komponenten, ist sehr gut. Es lässt sich gut in jeden Konferenzraum integrieren.

Autor: Martin Wiedenmann
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