„Mehr Zukunftsorientierung wünschenswert“

Innenleben

Beim Öffnen des Gehäuses fällt zunächst der 80 mm große Lüfter auf. Um ihn herum führt ein Tunnel die Luft direkt zur Gehäusewand, ohne die Luft im Inneren zu verwirbeln.

Daneben ist auf einem M.2-Anschluss eine 256-GB-SSD vom Werk angebracht. Von den zwei SO-DIMM-Slots für DDR4-Arbeitsspeicher ist einer mit einem 8-GB-Riegel bestückt. Beim richtigen Arbeiten als Software-Entwickler mit einer richtigen IDE, virtuellen Maschinen, zig Browser-Tabs und weiteren Programmen stößt man da natürlich schnell an die Grenzen. Der Speicher lässt sich aber zum Glück auf insgesamt 64 GB erweitern.

Auf der Oberseite befindet sich neben dem Anschluss für den COM-Port nur noch der Käfig zum Anschluss von bis zu zwei 2,5-Zoll-Festplatten über SATA. Dazu muss der Metallkäfig abgeschraubt werden, die Festplatten einbaut und verschraubt werden und anschließend der Metallkäfig wieder ins Gehäuse befestigt werden. Es ist zwar etwas umständlich, aber ist nicht sonderlich schwer und erfordert kein Spezialwerkzeug. Für HDDs sind vibrationsdämpfende Gummiringe im Käfig vorhanden. Für SSDs ist das aber sowieso nicht nötig und da wäre bei anderem Innendesign auch eine einfachere und schnellere Montage möglich. Das Gehäuse ist innen sehr aufgeräumt und die Kabel sind sinnvoll und gut verlegt.

Zweiter M.2-Slot auf der Mainboard-Unterseite


Auch wenn der Rechner explizit nicht als Spiele-PC angepriesen wird, habe ich es mir nicht nehmen lassen, zu schauen, wie sich die integrierte Grafikeinheit bei älteren Spielen in Full-HD-Auflösung (1-920 x 1.080 Pixel) und reduzierten Grafik-Details schlägt. Das eher CPU-lastige Dota 2 lief dabei recht flüssig und in durchschnittlicher Grafikqualität in Full HD bei 30 – 60 fps. Für CS:GO musste die Grafik schon recht deutlich runtergeschraubt werden und lief dann immer noch nicht so flüssig, wie es für einen First-Person-Shooter erforderlich wäre.

Da es zum Rendern von 3.440 x 1.440 Pixel mit 144fps etwa die sechsfache Grafikleistung im Vergleich zu Full HD mit 60 fps benötigt, kann der Mini-Rechner beim Spielen meinen Ultrawide-Monitor gar nicht ausreizen. Für richtiges Gaming benötigt es eben doch eine dedizierte Grafikkarte.

Der Einbau einer Mini-ITX-kompatiblen Grafikkarte wäre für mich tatsächlich die interessanteste Erweiterungsmöglichkeit, aber dafür ist das Gehäuse deutlich zu klein. Selbst wenn man die beiden SSD-Slots, den zweiten M.2-Slot, den COM-Port und den VGA-Anschluss wegenehmen würde.

Installierte Programme & Treiber – „Schuster, bleib bei deinen Leisten“

Dass sich etablierte Hardware-Hersteller nicht unbedingt als gute Software-Hersteller erweisen, zeigt sich beim vorinstallierten MSI Center ganz gut. Wie bereits im ersten Eindruck (–> hier zu finden) erwähnt, konnte ich mit diesem Tool durch Auswählen eines Silent-Modus die Lautstärke des Lüfters deutlich reduzieren. Das Programm soll fancy aussehen, aber mir fällt es vor allem als sehr langsames, unnötig aufgeblähtes Programm an. Während man das Starten des Tools beim Hochfahren von Windows minimiert im Systray gar nicht bemerkt, benötigt der jeweils erste Start aus dem Systray sage und schreibe 14 Sekunden, während das UI initialisiert wird.

Auch die weitere Benutzung ist träge und wirkt teilweise umständlich. Es fehlen viele Beschreibungstexte zu den meisten Funktionen – so muss man oft raten oder googeln, was manche Schalter bewirken sollen. Selbst im Englischen zeugen offensichtliche Rechtschreibfehler, die zwar keinen Schaden anrichten und auch in kommenden Updates ausgebessert wurden, von mangelnder Qualitätssicherung. Die deutsche Übersetzung hat in weiten Teilen die englischen Begriffe gar nicht übersetzt und enthält deutliche Schnitzer mit ulkigen Übersetzungen.

Silent Modus mit 773 rpm und Undervoltage


Als kleines Easteregg kann man in dem Programm unter „Live Update“ die Installation von Norton Security erneut ausführen, wenn man es aus Versehen deinstalliert hat. Daneben waren aber bereits alle notwendigen Treiber für Grafikkarte, Mainboard, Sound, Ethernet, Bluetooth bereits installiert und es funktionierte auch alles gleich von Beginn an.

Fazit

Der MSI PRO DP20Z 5M ist ein kleiner und leistungsstarker Bürorechner mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten. Gerade bei den Anschlussmöglichkeiten hätte ich mir aber mehr Zukunftsorientierung gewünscht.

Autor: Artur Taube

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