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Fernzugriff mit Android einrichten


Bild: <span>Arthur_Shevtsov/Shutterstock.com</span>

Wenn Sie mit einem Android-Gerät auf den heimischen Rechner zugreifen möchten, gibt es viele Optionen. Besonders einfach macht es der Google-eigene Remote Desktop für den Chrome-Browser. Im Folgenden erklären wir, wie's geht!

Optionen für den Fernzugriff

Es gibt sicherlich ein Dutzend völlig unterschiedlicher Möglichkeiten, Fernzugriff von Android auf den heimischen Rechner oder das eigene Netzwerk zu realisieren. Es kommt auch immer darauf an, was genau Sie erreichen möchten. Für den populären Anwendungsfall Wartung/Support greifen die meisten Nutzer schlicht auf TeamViewer zurück, um Android per PC oder Mac fernzusteuern - für die Verbindung benötigt Ihr Gegenüber lediglich einen Code, den das Tool bei Ihnen anzeigt.

Möglichkeit 2 wäre ein virtuelles privates Netzwerk (VPN), über das Ihr Android-Gerät in Ihr Heimnetz eingeloggt wird - womit Sie Zugriff auf alle freigegebenen Ressourcen haben.

Option 3 könnte eine eher manuelle Variante sein: Sie könnten eine Remote-Desktop-Lösung wie VNC nutzen, in Form von Tools wie zum Beispiel TightVNC oder UltraVNC. Dafür müssten Sie jedoch zunächst per DDNS sicherstellen, dass Sie überhaupt eine fixe Adresse für Ihren Router zu Hause haben. Dann müssten Sie Port Forwarding einrichten und sich um Verschlüsselung kümmern... Letztlich ist das alles so lästig und aufwändig wie es klingt.

Daher ist Chrome Remote Desktop eine spannende Alternative. Der einzige kleine Haken hier: Die Verbindung läuft über das Google-Nutzerkonto, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Allerdings dürfte kaum ein Android-Gerät ohne Google-Konto laufen. Gleiches gilt für die meisten Desktop-Chrome-Browser. Chrome selbst muss übrigens zwar installiert sein, für den späteren Fernzugriff aber nicht aktiv laufen.

Einrichtung

Beginnen Sie die Einrichtung am besten auf dem Windows-Rechner, dann müssen Sie weniger hin und her wechseln. Starten Sie auf der Homepage von Chrome Remote Desktop und melden Sie sich mit demselben Konto an, das auch auf dem Android-Gerät aktiv ist. Der Vorgang ist ab hier etwas umständlich: Sie folgen einfach den Anweisungen zum Aktivieren und Installieren der Software. Dabei öffnen sich jedoch diverse Fenster und Sie müssen sich gegebenenfalls mehrmals authentifizieren.

Bei der Installation heißt es: Fleißig weiter klicken ...

Schlussendlich wird die zugehörige App aus dem Chrome Web Store installiert.

Chrome Remote Desktop wird aus dem Chrome Web Store installiert.

Am Ende der Installation vergeben Sie noch einen Namen für den Rechner und sichern die Verbindung mit einer 6-stelligen PIN.

Vergeben Sie einen aussagekräftigen Namen für die Verbindung.

Anschließend dauert es ein paar Sekunden und Sie sehen die Meldung, dass der Rechner nun "online" ist, sprich für den Fernzugriff erreichbar.

Die Installation unter Android ist furchtbar simpel: Installieren Sie einfach Chrome Remote Desktop über Google Play.

Fernzugriff auf den Desktop

Starten Sie nun die eben installierte App auf dem Smartphone oder Tablet. Sie sollten direkt einen Eintrag mit dem oben freigegebenen Rechner sehen - falls nicht, versuchen Sie es über das "Aktualisieren"-Symbol oben rechts. Das sollte aber nur dann nötig sein, wenn die App schon lief, als der Desktop-Rechner eingerichtet wurde. Tappen Sie auf den Rechner, geben Sie die oben vergebene PIN ein und schon sehen Sie Ihren Windows-Desktop.

Wenn auf dem Desktop mehrere Monitore angeschlossen sind, können Sie einfach per Wischbewegung dorthin wechseln - wie bei den Android-eigenen Homesceens. Daneben gibt es nur noch einige wenige Optionen über das Menü, das Sie von oben herunterwischen können. Hier lässt sich eine Tastatur aufrufen, von Maus- auf Touch-Modus umstellen und die Verbindung beenden. Das Beenden geht optional auch über die kleine Box, die auf dem Windows-Desktop angezeigt wird - sowohl auf dem PC als auch dem Android-Gerät.

Fernzugriff im LAN

Solch ein Remote-Desktop-Zugriff ist manchmal auch im heimischen Netzwerk interessant, beispielsweise zur Wartung eines Media-Servers im Keller. Dazu ganz kurz als Tipp das oben erwähnte TightVNC. Sie können den TightVNC-Server unter Windows mit wenigen Schritten installieren - es wird lediglich ein Passwort angelegt. Anschließend starten Sie den Server mit den vorgegebenen Einstellungen.

Unter Android benötigen Sie dann einen Client, im Fernzugriffsjargon Viewer, etwa androidVNC. Nach der Installation geben Sie hier die IP-Adresse des Windows-Rechners an, die IP aus der TightVNC-Server-Installation sowie Ihren Windows-Nutzernamen. Ein Klick auf "Connect" und schon sehen Sie abermals den Windows-Desktop - wenn auch nicht so hübsch aufgelöst wie oben via Chrome.

Vorteile der VNC-Variante (im Heimnetz): Kein Dritter als Vermittler, kein Internet-Traffic und in etlichen Server- und Viewer-Varianten verfügbar. Für echte Fernwartung über das Internet ist zumindest TightVNC aber eher etwas für Fachleute, die sich um das Drumherum, allen voran die Verschlüsselung, kümmern können - und wollen.