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Mit DDNS auf's Heimnetzwerk zugreifen

Wenn Sie im Browser zum Beispiel "heise.de" eingeben, wird eigentlich die IP "193.99.144.80" aufgerufen. Rechner an Privatanschlüssen bekommen aber bei neuen Verbindungen häufig eine neue IP zugewiesen. Es muss also ein Umweg her, um mit einem festen Namen auf Ihre wechselnde IP-Adresse zugreifen zu können. Dieser Umweg läuft über DDNS. Was das ist und wie Sie es kostenlos einrichten, erfahren Sie hier.

Was ist DDNS?

Falls Ihnen DNS und IP-Adressen nicht viel sagen, probieren Sie mal Folgendes: Geben Sie im Browser "heise.de" ein und in einem weiteren Tab "193.99.144.80". In beiden Fällen sehen Sie dieselbe Seite. Verantwortlich dafür ist der Domain Name Service (DNS). Dabei handelt es sich um eine Art Telefonbuch: Sie schlagen den Namen nach und bekommen die Nummer - nur sind es hier eben nicht Nachname und Telefonnummer, sondern Webadresse und IP. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die IP-Adresse immer gleich bleibt.

Da Sie daheim aber nun regelmäßig eine neue IP-Adresse von Ihrem Provider bekommen, geht das natürlich nicht - und die IP werden Sie kaum jedes Mal notieren wollen. Eine neue IP gibt es häufig bei neuen Verbindungen, zum Beispiel nach Neustart des Routers, oder auch in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Wie oft, wankt von Anbieter zu Anbieter - aber auf eine dauerhafte IP sollten Sie nicht setzen. Das zweite "D" bei DDNS steht für Dynamic und ist die einfache Lösung: Bei Ihnen daheim läuft ein kleines Programm, das dem DDNS-Anbieter regelmäßig Ihre aktuelle IP-Adresse mitteilt (DDNS-Client). Und diese verknüpft der Anbieter dann mit einer Webadresse der Art "meinkonto.ddns-anbieter.com".

So können Sie von überall auf der Welt "meinkonto.ddns-anbieter.com" in einen Browser tippen und werden an Ihr heimisches Netzwerk weitergeleitet. Aber was dann? Dann stehen Sie an der Pforte zum Router - wo Sie tendenziell aber gar nicht hin wollen. Also müssen Sie dem Router noch mitteilen, was denn mit dieser Anfrage von außerhalb geschehen soll. Das heißt, Sie richten eine Weiterleitung ein: Der Router empfängt die Anfrage und leitet sie zum Beispiel an Ihr NAS oder Ihren ganz normalen Desktop-Rechner weiter. Dort müssen natürlich über den Browser nutzbare Dienste laufen, also beispielsweise ein Webserver, die Oberfläche eines NAS oder eines Mediacenters. Sie können durchaus auch mehrere Weiterleitungen auf ein und denselbem Rechner einrichten, um beispielsweise aus der Ferne sowohl auf die Oberfläche des NAS als auch des darauf laufenden Mediacenters zuzugreifen. Das funktioniert über sogenannte Ports, gewissermaßen Hausnummern für die verschiedenen Dienste auf einem Rechner. Normale Webseiten werden zum Beispiel über den Port 80 ausgeliefert, was Sie wieder einfach testen können: "heise.de:80" zeigt abermals die normale heise-Website - die Portangabe ":80" wird nämlich einfach als Standard vorausgesetzt, wenn nichts anderes angegeben wird. Auf die meisten Mediacenter- oder NAS-Oberflächen greift man hingegen über Port 8080 zu, also im Heimnetz etwa "nas.fritzbox:8080".

Also nochmal kurz: Sie benötigen einen DDNS-Anbieter für die Übersetzung von Web- zu jeweiliger IP-Adresse, einen DDNS-Client für die Updates und eine Port-Weiterleitung.

DDNS kostenlos über FreeDNS

FreeDNS ist ein sehr einfacher DDNS-Anbieter und vor allem einer der wenigen, die noch einen vollwertigen kostenlosen Service anbieten. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch der Dienst NoIp.com angepriesen. Dieser ist etwas schicker beim Webauftritt, allerdings müssen die kostenlosen Konten alle 30 Tage bestätigt werden, ansonsten verfallen sie. Bei FreeDNS geht der Status eines Kontos lediglich in eine Art Pausenmodus, wenn über 6 Monate keine Updates oder Logins kommen.

1. Schritt:

Melden Sie sich also bei FreeDNS für ein kostenloses Konto an.

2. Schritt:

Wechseln Sie zum Bereich "Subdomains" und legen Sie über den "Add"-Button eine Verknüpfung an.

3. Schritt:

Wählen Sie als "Subdomain" einen beliebigen Namen und bei "Domain" einen beliebigen Eintrag aus der Liste. Daraus ergibt sich dann die Webadresse in der Form "Subdomain.Domain". Irgendeine Kombination, die Sie sich gut merken können - beispielsweise "mircolang.mooo.com". Nun, den Subdomain-Teil sollten Sie vielleicht anpassen... Die weiteren Vorgaben können Sie belassen, bei "Destination" sollte freilich Ihre aktuelle IP-Adresse bereits korrekt eingetragen sein. Kontrollieren können Sie das im Zweifel einfach über die Seite Ifconfig.me.

4. Schritt:

Laden Sie nun einen DDNS-Client herunter. Sie finden eine Auswahl, wenn Sie nach Dynamic DNS oder Dynamic DNS Clients suchen. Für Windows ist die erste Auswahl FreeDNS Update der zu empfehlende Client.

5. Schritt:

Starten Sie FreeDNS Update, melden Sie sich mit den FreeDNS-Daten im Reiter "Settings" an und rufen Sie Ihre erstellten Subdomains über die Schaltfläche "Get Domain List" ab.

6. Schritt:

Rufen Sie nun die Oberfläche Ihres Routers auf, navigieren Sie zu den Port-Freigaben, bei der Fritzbox zum Beispiel unter "Internet/Freigaben" und erstellen Sie eine neue Freigabe für das gewünschte Gerät, also beispielsweise Ihr NAS.

7. Schritt:

Nun richten Sie die eigentliche Port-Weiterleitung ein: Für eine typische NAS- oder Mediacenter-Oberfläche wählen Sie hier als Typ "HTTP-Server", als Protokoll "TCP", als Port/Port-Bereich für das Gerät "8080 bis 8080" (damit nur dieser eine Port angesprochen wird) und als externen Port "8080". Wenn Sie den externen Port auf 80 setzen, müssen Sie ihn später im Browser nicht mit angeben. Speichern Sie Ihre Einstellungen.

8. Schritt:

Rufen Sie nun im Browser Ihre FreeDNS-Adresse samt Port auf, also zum Beispiel "mircolang.mooo.com:8080". Nun sollte die Oberfläche von NAS, Mediacenter oder was auch immer erscheinen.

In diesem Szenario läuft der FreeDNS-Client auf dem Windows-Rechner - das passt sicherlich nicht für jeden. Auf der FreeDNS-Homepage gibt es auch für allerlei sonstige Systeme Clients, das Plausibelste dürfte aber der Betrieb direkt im Router sein - der ist schließlich immer online. Das ist aber leider nicht auf jedem Gerät identisch, wenn auch ähnlich. Sie benötigen dafür Nutzernamen, Passwort, die erstellte Webadresse und eine Update-URL. Die Update-URL finden Sie auf der FreeDNS-Seite unter "Dynamic DNS". Dort sehen Sie unten eine Liste Ihrer eingerichteten Subdomains und bei jedem Eintrag einen Link "Direct URL". Speichern Sie diese Linkadresse über einen Rechtsklick.

Bei der Fritzbox können Sie diese Daten nun beispielsweise unter "Internet/Freigaben/DynDNS" eingeben, wenn Sie als Dienstanbieter "Benutzerdefiniert" wählen. Bei anderen Herstellern sieht es sehr ähnlich aus.

Sonstige DDNS-Dienste

Der obige Weg ist ziemlich universell - aber es gibt natürlich auch andere Wege. Der wohl populärste Weg geht über die Fritzbox selbst, denn AVM bietet DDNS unter dem Namen MyFritz an. Das ist zuverlässig, aber nicht jeder möchte unbedingt die AVM-eigenen Angebote für DDNS nutzen. Lesen Sie auch unseren Beitrag zum FritzBox-Fernzugriff.

Auch viele bessere NAS bieten entsprechende Dienste an, beispielsweise QNAP und Synology. Hier hängt es jeweils von der Hersteller-App ab, wie genau das funktioniert. Bei QNA etwa kann man alternativ direkt von der QNAP-Homepage auf die NAS-Oberfläche zugreifen, wenn einem das lieber ist. Aber im Hintergrund läuft im Grunde immer dasselbe ab: Ihre wechselnde heimische IP-Adresse wird mit einer Webadresse verknüpft und dynamisch auf dem Laufenden gehalten.