FritzBox Smart Home: Was es kann und wie es geht

AVMs FritzBox ist mehr als nur ein leistungsstarker DSL- oder Kabelrouter für den heimischen Internetanschluss: Dank leistungsstarker Smart-Home-Funktionen ist das Gerät auch die Schaltzentrale für Elektrogeräte, Beleuchtung und viele andere smarte Anwendungen. Gegenüber vielen anderen Smart-Home-Systemen gibt es zudem einen riesigen Vorteil: Eine aktuelle FritzBox ist in aller Regel bereits vorhanden, die kostspielige Steuerzentrale, die als zusätzliches Gerät betrieben werden und natürlich ein potentielles Störrisiko enthält – wie etwa bei Apples Home-Kit in Form eines teuren Apple-TV – entfällt.

Anbindung per DECT

Genau wie bei anderen Smart-Home-Systemen gibt es nämlich eine Zentrale in Form der FritzBox sowie zahlreiche Geräte, die von dieser aus ferngesteuert werden. Gesteuert wird nicht per WLAN, sondern über das sogenannte ULE DECT. DECT ist die Funktechnologie, mit der auch Telefone an die FritzBox angeschlossen werden, „ULE“ steht für „Ultra Low Energy“ und soll den besonders stromsparenden Betrieb der Schalt-Endgeräte gewährleisten. Der Vorteil gegenüber WLAN: DECT-Netze reichen deutlich weiter, wodurch die effektive Schaltung gewährleistet wird. Insgesamt kann eine handelsübliche FritzBox auf diese Weise bis zu 34 DECT-Geräte verwalten: Neben sechs Telefonen sind das sechs DECT-Repeater und bis zu 22 DECT-Endgeräte des Fritz-Systems.

Kann ich nur FritzBox-Smart-Home-Geräte nutzen?

Neben den eigenen Fritz-Geräten unterstützt die FritzBox auch das herstellerübergreifende Han-Fun-Protokoll (Home Area Network Functional Protocol), das unter anderem von Geräten der Hersteller Gigaset, Panasonic oder der Teleklom verwendet wird. Damit eignet sich die FritzBox natürlich noch ein wenig mehr für den Einsatz als Smart-Home-Zentrale, zumal dieser Standard Geräteklassen abdeckt, die es bisher nicht von AVM gibt - etwa Tür- und Fensterkontakte oder Bewegungsmelder.

Welche Funktionen gibt es von Fritz Smart Home?

Untergliedert wird in „Aktoren“ und „Sensoren“, wobei erstere schalten und letztere Werte auslesen. Fritz-Smart-Home-Komponenten werden häufig, aber nicht vollständig als „Fritz!DECT“ vermarktet, das aktuelle Sortiment beinhaltet neben dem einfachen DECT-Repeater DECT 100, zwei smarte Steckdosen mit (DECT 210) und ohne Feuchtraum-Optimierung (DECT 200) und Temperaturmessung sowie einen Heizkörperregler (DECT 301) und einen Wandschalter (DECT 400). Es gibt allerdings auch Hybrid-Geräte, die eigentlich als WLAN- oder Powerline-Adapter funktionieren, so etwa das Powerline 546E-Set, das gleich auch eine Smart-Home-Schaltsteckdose mitbringt – allerdings ohne Temperatur-Sensor. Dafür können die smarten Steckdosen auch den Stromverbrauch eines angeschlossenen Geräts messen.

Verbindung aufnehmen ist ein Kinderspiel

Wie bei einem WLAN-Gerät müssen Smart-Home-Komponenten und FritzBox zunächst gekoppelt werden. Das geht denkbar einfach:

Ist das Smart-Home-Gerät einmal angemeldet, erscheint es automatisch im FritzBox-System. Hier finden Sie einen Schalter, mit dem Sie das Gerät ein- und ausschalten können. Die smarten Steckdosen sind dabei die wohl interessanteste Funktion: Mit ihnen lassen sich Geräte schnell und einfach ein- und ausschalten, was natürlich auch Steckerleisten mit ganzen Geräteparks beinhaltet. So schafft die Fritz DECT 200 Leistungsaufnahmen von bis zu 2.300 Watt. Wenn Sie nicht gerade Staubsauger und Mikrowelle an der Steckdose betreiben, können Sie also auch problemlos an einer Steckerleiste angeschlossene Zusatzgeräte wie NAS, Drucker, Scanner, Lampen oder TV-Geräte und Stereoanlagen auf einen Schlag aktivieren oder deaktivieren.

Fritz-Smart-Home-Steckdose: Schalten per Zeitplan

Natürlich lässt sich auf diese Weise auch Strom sparen: Die Fritz-Smart-Home-Funktionen erlaubt nämlich auch das Schalten per Zeitplan. Wenn Sie zum Beispiel im Home-Office Ihren Drucker samt Radio und Stehlampe nur zu Ihren Arbeitszeiten brauchen, können Sie einen entsprechenden Zeitplan erstellen. Gleiches gilt zum Beispiel, wenn Sie den Heizkörperregler verwenden, um die Wohnung zu heizen oder eben nicht zu heizen, wenn Sie gerade nicht da sind.

Stromverbrauch messen

Eine weitere praktische Funktion der DECT-Steckdosen von AVM ist die Möglichkeit, den Stromverbrauch von Geräten zu messen. Wenn Sie zum Beispiel mit einer hohen Stromrechnung zu kämpfen haben und nicht wissen, welches Gerät dafür verantwortlich ist, können Sie eine Steckdose wie die FritzDECT 200/210 oder die Steckdose des Fritz-Powerline-Sets 546e verwenden, um nachzumessen. Stecken Sie den DECT-Adapter dazu einfach zwischen Gerät und Wandsteckdose und lassen Sie das Endgerät eine Weile laufen. Im Reiter „Energieanzeige“ des Menüs "Heimnetz" > "Smart Home" > "Gerät" können Sie dann sehen, wie viel Strom der Verdächtige in einem gewissen Zeitraum gezogen hat. Zudem wird der aktuelle Verbrauch eingeblendet. Und für richtige Techies gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, den Stromverbrauch mit den aktuellen Stromkosten zu koppeln: So gibt die Box auch gleich die Betriebskosten des Geräts aus.


Schalten per App von unterwegs

Natürlich klappt das auch ganz bequem vom Smartphone aus – und zwar nicht nur im heimischen WLAN, sondern auch von unterwegs. Alles, was Sie dafür benötigen, ist die MyFritz-App für Android und iOS, die es Ihnen erlaubt, das Handy zuhause und unterwegs als Fernbedienung für das Smart-Home-Setup einzusetzen. Wenn Sie unterwegs auf Ihre FritzBox zugreifen wollen, müssen Sie allerdings ein MyFritz-Konto auf der FritzBox einrichten und anschließend mit der MyFritz-App im WLAN auf die FritzBox zugreifen. Sie benötigen dafür weder ein VPN, noch eine andere Technologie - wichtig ist nur, dass Sie nicht vergessen, die Option „Nutzung von unterwegs“ in den Router-Einstellungen der Fritz-App zu aktivieren. Deaktivieren Sie anschließend das WLAN auf Ihrem Handy und prüfen Sie, ob die Verbindung zur FritzBox funktioniert. Danach können Sie sowohl von zuhause, als auch unterwegs Ihre Steckdosen und Heizungsregler mit dem Smartphone steuern.