json="{"targeting":{"kw":["SSD","HDD"],"cms":4121739}}"

HDD oder SSD - Was ist besser?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Festplatten: Solid State Drive (SSD) und Hard Disk Drive (HDD). Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede und welche Variante ist besser? Wir erklären die Unterschiede und wann sich welche Technologie lohnt.

Wo stellt sich die Frage?

Zunächst stellt sich die Frage, wo und wieso sich die Frage nach SSD oder HDD stellt: Die Antwort finden Sie, sobald Sie einen Computer oder eine Festplatte kaufen wollen. Desktop-PCs haben meist beide Varianten an Board, Laptops je nach Größe die eine, die andere oder ebenfalls beide. Und wenn Sie die Preise der Datenträger selbst vergleichen wird schnell klar: Da muss es einen gewaltigen Unterschied geben. Eine 4-Terabyte-SSD kostet derzeit knapp 900 Euro - bei einer UVP von 1.600 Euro. 4 Terabyte Speicher in Form einer HDD gibt es bereits für unter 100 Euro. Nun gut, eine 4-TB-SSD ist größenmäßig das Ende der Fahnenstange und insofern ist der Unterschied hier größer als bei SSDs in üblichen Größen, sprich bis 500 Gigabyte.

Die Antwort sehen Sie ebenfalls im Produktangebot von PCs und (größeren) Laptops: Meist sind hier beide verbaut - also scheinen sie sich doch gut zu ergänzen. Die eine ist schnell, die andere groß, das beste aus beiden Welten. Aber warum? Und wie groß ist der Unterschied? Woher kommt er? Und wenn der Preis egal ist, lohnt es sich dann komplett auf SSDs zu setzen? Und warum bitte gibt es auch noch Hybrid-Laufwerke mit beiden Technologien? Für ein paar mehr Einblicke und eine bessere Einschätzung muss dafür erst mal klar sein, wie die Dinger überhaupt funktionieren.

Anschlüsse und Größen sind bei HDDs und SSDs identisch.

HDD, SSD und Hybrid

HDD steht für Hard Disk Drive, zu Deutsch Festplatte. Da umgangssprachlich aber auch SSDs meist Festplatte genannt werden, sollte man hier bei den Abkürzungen bleiben. HDDs gibt es bereits seit Jahrzehnten und die Funktionsweise ähnelt einem Plattenspieler: Die Daten liegen auf sich drehenden, magnetischen Metallscheiben und werden von einem beweglichen Ärmchen abgenommen, das genau wie der Tonabnehmer eines Plattenspielers über diese Scheiben wandert. Es gibt HDDs üblicherweise in 2,5 und 3,5 Zoll und mit bis zu 8 Terabyte Speicherplatz. Es gibt auch noch größere Modelle, aber wie bei den 4 Terabyte bei SSDs ist man dann schon am oberen Ende des Stands der Technik, was entsprechende Preise bedeutet.

SSD
steht für Solid State Drive. Solid steht hier dafür, dass sich der Speicher eben nicht dreht, sondern einfach ein unbeweglicher Block ist. SSDs bauen statt auf magnetische auf Flash-Speicher. Im Detail ist die Technik ziemlich komplex, aber für das Verständnis genügt auch eine Kurzversion: Gespeichert wird hier über unterschiedliche Zustände, die schlicht über elektrische Spannungen realisiert werden. Dieselbe Technik, wenn auch teils in schlechterer Qualität, finden Sie in USB-Sticks, Speicherkarten und Geräten mit fest verbautem Speicher. Die Geräte sind sehr leicht, haben keinerlei bewegliche Teile und sind in der Regel ebenfalls 2,5 Zoll groß.

Hybrid-Laufwerke
(SSHDs) sind eher selten und meist nur in Laptops zu finden, die nur einen Datenträger aufnehmen können. Äußerlich sehen die meisten 2,5 oder 3,5 Zoll großen Festplatten aus wie HDDs, innerlich werkelt beides. Beispielsweise gibt es von Seagate SSHDs mit 2 Terabyte HDD-Speicher und zusätzlich 8 Gigabyte Flash-Speicher, die preislich bei kurz über 100 Euro liegt, also deutlich über HDDs. Sinn des Ganzen: Die eigentlichen Daten liegen auf der HDD und die aktuell vom System genutzen Daten werden auf dem SSD-Teil zwischengespeichert, um beispielsweise Spiele oder Windows zu beschleunigen. Im Grunde ist das nur ein großer Puffer.

Eines haben alle Systeme gemeinsam: Die Anschlüsse sind allesamt identisch.

Geschwindigkeit

Hier gibt es zwei Antworten: Eine Technische und eine, mit der Sie auch etwas anfangen können. Zunächst die technische Antwort: SSDs kommen auf Lese-/Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 550 Megabyte pro Sekunde, in der Praxis gerade beim Schreiben etwas weniger. HDDs bringen nur schlappe 120 MB/s auf den Tacho. Dabei geht es aber lediglich um den reinen, sequentiellen Datentransfer, sprich das Kopieren einer großen Datenmenge. Bei Betriebssystemen oder Spielen geht es aber eher darum, schnell einzelne Daten zu lesen. Dafür gibt es angepasste Benchmarks, aber das Ergebnis entspricht letztlich wieder dem der Lese-/Schreibgeschwindigkeiten.

Die einfache Antwort: Seit es SSDs gibt, ist Windows-Tuning kein ernsthaftes Thema mehr. Die Optimierung von Startzeiten hat über gut zwei Jahrzehnte Nutzer und Fachpresse bei Laune gehalten, aber durch SSDs ist alles so viel schneller geworden, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Früher optimierte man, um die Boot-Zeit von 4 auf 3,5 Minuten zu schrumpfen, heute booten selbst vermüllte Systeme locker unterhalb einer Minute. Um es anders auszudrücken: Ein Betriebssystem auf einer HDD laufen zu lassen ist verrückt - außer man hat nur einen Steckplatz frei. Auch manche Spiele und Anwendungen profitieren ungemein.

Haltbarkeit

Haltbarkeit war nur in den Anfangstagen ein Problem von SSDs. Früher konnte man die Speicher tatsächlich kaputt schreiben, da sie nur eine bestimmte Menge an Schreibzugriffen vertragen. Heute ist die Menge aber so groß, dass man dieses Problem schon forcieren müsste. Selbst auf einem massiv genutzten Rechner. Hersteller gewähren über die Garantie eine maximale Schreibmenge, bei einer SanDisk beispielsweise 256 Terabyte. Nach fünf Jahren Dauereinsatz sind 46 TB geschrieben worden - bei gleichbleibender Nutzung würde die Garantie so noch über 22 Jahre laufen. Natürlich gibt es auch eine zeitliche Beschränkung, die bereits abgelaufen ist.

HDDs laufen in der Regel ebenfalls länger als man sie wirklich nutzen wird, kaum jemand dürfte eine HDD zehn Jahre einsetzen. Aber es gibt ein großes Aber: HDDs haben jede Menge beweglicher Teile und im Innern drehen sich massive Metallplatten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute. HDDs haben zwar kein eingebautes Schreiblimit, aber die rohe physische Kraft ist ein großer Risikofaktor. Insbesondere bei Laptops und beweglichen externen Festplatten spielt das eine riesige Rolle. Im Grunde sollte man HDDs im laufenden Betrieb gar nicht bewegen. Gut, Laptop-HDDs sind natürlich auf Bewegung ausgelegt und wenn man sorgsam damit umgeht passiert auch meist nichts. Aber auch kleinere Stöße können eine HDD beschädigen. Denken Sie einfach an den Plattenspieler: So ein Tonabnehmer ist empfindlich - und auch ein Datenabnehmer kann "aus der Rille" springen. Und dann ist die HDD tatsächlich - meist hörbar! - hinüber.

Übrigens:
Den Gesundheitszustand von Festplatten können Sie sehr gut mit dem Tool CrystalDiskInfo auslesen.

CrystalDiskInfo zeigt Festplattenfehler vorzeitig.

Sonstige Unterschiede

SSDs sind also viel schneller, mobiler, robuster und tendenziell deutlich länger haltbar. Aber natürlich sind sie auch absolut geräuschlos, HDDs hingegen veranstalten naturgemäß einen Höllenlärm. Beim Stromverbrauch bringen SSDs übrigens entgegen aller Erwartungen keinen großen Vorteil.

Ein weiteres Plus für SSDs: Mit einem SATA-zu-USB-Adapter kann man ausgediente SSDs wunderbar als externe Laufwerke nutzen.

Welche Technik wo?

Im Grunde ist die Antwort wirklich simpel: Jedes Betriebssystem sollte wenn irgendwie möglich auf einem Flash-Speicher laufen - alles andere entspricht der Teilnahme am Straßenverkehr mit einer Pferdekutsche. Aufwändige Programme sollten auf SSDs laufen, aber ganz ehrlich: Sie laufen auch wunderbar von HDDs, zumindest wenn genügen Arbeitsspeicher vorhanden ist.

Und jede größere Datensammlung von der Fotosammlung bis hin zu gigantischen 4K-Videos gehört auf eine HDD - um nochmal den Straßenverkehr als Vergleich zu nehmen: Natürlich könnten Sie Ihre neue Schrankwand auch (in Teilen ...) in einen Ferrari stopfen. Aber der gute alte Lieferwagen ist da doch die bessere Wahl - zumal der Ferrari mit Sperrgut auch nicht schneller fahren würde.

Wenn Ihnen das Geld egal und Stille enorm wichtig ist, können Sie freilich auch in große 4-TB-SSDs investieren, das ist dann quasi ein kleiner Ferrari-Lieferwagen. Es gibt bei normalen Usern aber nicht allzu viele Szenarien, wo sich auch die Geschwindigkeit wirklich auswirkt: Hobbyfilmer, die mit etlichen Terabyte 4K-Rohmaterial um sich werfen werden sich über jede eingesparte Minute freuen.