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Ubuntu: Linux-Kernel updaten

Den Linux-Kernel können Sie unter Ubuntu auf mehreren Wegen aktualisieren, zusammen mit dem System oder separat. Hier sehen Sie Schritt für Schritt, wie Sie das Herz Ihres Systems auf den neuesten Stand bringen.

Der Kernel

Eine Linux-Distribution wie Ubuntu besteht im Wesentlichen aus einer Desktopumgebung, einer Toolsammlung und dem Kern des Betriebssystems, eben dem Linux-Kernel. Zunächst sollten Sie herausfinden, welche Kernel-Version denn überhaupt läuft. Das erledigen Sie am einfachsten im Terminal mit dem Befehl "uname -rs". Sie bekommen dann eine Ausgabe in der Art "Linux 5.0.0-25-generic". Genauer gesagt: In Ubuntu 18 sollten Sie noch einen 4.x-Kernel vorfinden, in Ubuntu 19 die 5.x-Versionen.

Grundsätzlich bietet es sich an, auf Ubuntus Aktualisierungsverwaltung zu vertrauen und das ganze System auf einmal zu aktualisieren, aber es geht auch ohne grafische Unterstützung - und für Mutige auch ohne jegliche Automatismen. Wie vor jedem größeren Update der obligatorische Ratschlag: Sichern Sie vorab Ihre wichtigsten Dateien. Und wenn Sie den Kernel manuell updaten, dazu später mehr, dann vergessen Sie das mit dem "obligatorisch"! Die folgenden Prozeduren sind genau so einfach und selbstverständlich wie sicher, aber Probleme lassen sich nie ganz ausschließen. Hier auf einer frischen Ubuntu-Installation ist das alles überhaupt kein Problem. Nun fast.

Ihre aktuelle Version im Terminal.

Aktualisierungsverwaltung

Ubuntu richtet sich an normale Nutzer und bietet einen entsprechend einfachen Weg: Drücken Sie die Metataste (Windowstaste) und suchen Sie schlicht nach der "Aktualisierungsverwaltung". Sobald Sie diese starten, werden verfügbare Updates für alle Ubuntu-Bestandteile gesucht und gegebenenfalls zur Installation angeboten. Sie können zwar über den Button "Einstellungen" ein wenig an der Updatesystematik herumspielen, aber in der Regel brauchen Sie das gar nicht. Vor allem nicht für ein Standardupdate, das eben auch etwaige neue Kernelversionen mit einschließt.

Sie müssen den Dialog nur bestätigen, abwarten und neustarten - schon ist der neue Kernel, sofern vorhanden, installiert. Kontrollieren Sie wieder im Terminal mit "uname -rs".

Der normale Update-Mechanismus genügt.

Terminal

Der klassische Weg funktioniert im Terminal - im Hintergrund passiert aber dasselbe, das auch oben passiert ist. Es sind immer die gleichen drei Schritte:

  1. Aktualisieren Sie die Paketquellen mit "sudo apt-get update".
  2. Führen Sie ein simples Update mit "sudo apt-get upgrade" durch.
  3. Führen Sie ein mit intelligenter Behandlung von Abhängigkeiten durch: "sudo apt-get dist-upgrade".

Der dritte Schritt kümmert sich um eventuell geänderte Abhängigkeiten von installierten Programmen, also für deren Funktion benötigte Drittsoftware. In diesem Schritt werden unter Umständen auch Dateien lokal gelöscht. Problematisch ist das aber höchstens, wenn Sie tatsächlich manuell Software installiert haben oder ausgelaufene, alte Programme nutzen, die entsprechend veraltete Abhängigkeiten haben. Wenn das so ist, ist Ihnen das aber tendeziell auch bekannt.

Auch hier wartet bei Bedarf wieder ein Neustart und anschließend sollte "uname -rs" den aktuellen Kernel vermelden.

Manuell mit Ukuu - Vorsicht!

Nun kommt der eigentlich spannende Teil: Was ist nämlich, wenn Sie mit Ubuntu 18 den aktuellen Kernel in der Version 5.x nutzen wollen? Und/oder vielleicht nur den Kernel aktualisieren möchten, nicht gleich das ganze System? Das geht natürlich auch, kann aber Probleme mit sich bringen, da es sich eben nicht um den von Ubuntu für Ihre Ubuntu-Version getesteten und per Systemupdate bereitgestellten Kernel handelt. Wenn Sie also zum Beispiel proprietäre Treiber laufen haben, bestimmte Kernelmodule oder auch die Gasterweiterungen in einer VirtualBox-Installation, könnten diese nach dem Upgrade den Dienst verweigern. Schlimmstenfalls funktioniert irgendetwas gar nicht mehr.

Ukuu macht die Kernel-Auswahl sehr einfach.

Die einfachste Art für diese Aufgabe ist vielleicht das Tool Ukuu, das "Ubuntu Kernel Update Utility". Zunächst müssen Sie ein sogenanntes PPA hinzufügen, ein Personal Package Archive. Das sind schlicht und ergreifend Paketquellen auf der Canonical-Plattform Launchpad.net, die jeder Nutzer dort frei einrichten kann. Es handelt sich also nicht um von Ubuntu/Canonical geprüfte Software! Und so geht's:

  1. Fügen Sie das PPA hinzu: "sudo apt-add-repository ppa:teejee2008/ppa".
  2. Aktualisieren Sie die Paketquellen mit "sudo apt-get update".
  3. Installieren Sie Ukuu mit "sudo apt-get install ukuu".
  4. Starten Sie Ukuu mit "sudo ukuu-gtk" im Fenstermodus.

Der Rest ist nun ganz intuitiv: Sie bekommen eine Liste aller verfügbaren Kernelversionen, die installierten Kernel sind angemerkt und ebenso der aktuell laufende Kernel - der einzige, den Sie nicht über den "Remove-Knopf" entfernen können. Suchen Sie einfach den gewünschten Kernel, klicken Sie auf "Install" und starten Sie neu.

Die Installation zeigt genau, was am System verändert wird.

Wenn der Neustart nicht klappt oder Sie schlicht und ergreifend lieber mit einem anderen installierten Kernel booten wollen - kein Problem! Wenn Sie beim Booten des Rechners die Taste [UMSCHALT] gedrückt halten, landen Sie im Menü des Bootmanagers GRUB. Öffnen Sie dort die erweiterten Einstellungen: Hier finden Sie nun alle installierten Kernelversionen und können bei Problemen oder Nichtgefallen schlicht mit einem anderen Kernel booten. Wieder auf dem Desktop, könnten Sie dann zum Beispiel den manuell installierten aber unerwünschten Kernel über Ukuu wieder deinstallieren.

Aus dem Grub-Menü können Sie beim Booten einzelne Kernel anwählen.

Übrigens: Hier im Test mit einem Ubuntu 18.04.3 LTS hat der Betrieb mit dem aktuellsten Kernel 5.2.11-050211-generic in einer virtuellen Maschine geklappt - bis auf die erwähnten Gasterweiterungen. Aber das ließe sich natürlich auch wieder reparieren.