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Lizenz: Open Source
Betriebssystem: Linux
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Downloadrang: 63
Datensatz zuletzt aktualisiert: 16.10.2018
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Das Linux-Betriebssystem Ubuntu vom Hersteller Canonical wurde von dem südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth mit dem Ziel initiiert, ein umfangreiches und übersichtliches Desktop-System für jeden kostenlos bereitzustellen. Der Erfolg war da, sodass Ubuntu mittlerweile zu den beliebtesten sowie benutzerfreundlichsten Linux-Distributionen gehört und sich somit für Linux-Neueinsteiger eignet. Als Unterbau dient die alteingesessene Linux-Distribution Debian, was sich vor allem bei der Paketverwaltung bemerkbar macht, die neben Anwendungssoftware auch die ganzen Sicherheitsaktualisierungen für das Betriebssystem umfasst.

Anwendungssoftware

Ein ausgereiftes Betriebssystem wie Ubuntu braucht natürlich Anwendungssoftware. Im Gegensatz zu Micrososft Windows ist diese in der Linux-Distrubution von Canonical enthalten. Mit an Bord sind unter anderem die Browser Firefox und Chromium, der E-Mail-Client Thunderbird, der Chat-Client Pidgin und der VLC Media Player. Ergänzt werden sie um den Dokumentbetrachter Evince und das Office-Komplettpaket LibreOffice mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation- und Zeichenprogramm. Die Software ist teils vorinstalliert oder lässt sich in der Desktop Edition über den Software-Manager aus den Paketquellen von Canonical nachinstallieren. Im Vergleich zu Windows ist dies ein Sicherheitsgewinn, da man hierdurch Software aus einer sicheren Quelle bezieht.

Darüber hinaus können Benutzer Ubuntu Software installieren, die nicht in den Paketquellen von Ubuntu ist. Die Installationsdateien für Ubuntu haben die Endung DEB, da Ubuntu auf der Distribution Debian basiert und denselben Paketmanager nutzt. Die Installation kann der Computer-Administrator im Terminal mit dem Befehl sudo dpkg install [Installationsdateiname.deb] durchführen. Falls ein Anbieter zu einer Software wie VirtualBox selbst Paketquellen anbietet, lassen sich diese ebenfalls in Ubuntu gemäß der Herstelleranleitung einbinden. Der Vorteil ist hier, dass sich die Software so unkompliziert aktualisieren lässt.

Ubuntu aktualisieren

Bei der Aktualisierung unterscheidet Ubuntu zwischen Sicherheitsaktualisierungen und anderen Aktualisierungen – also zum Beispiel für Anwendungssoftware. Die Vorgaben für das Aktualisierungsverhalten lassen sich unter den Systemeinstellungen ändern, die man mit Klick auf das Icon mit Zahnrad und Schraubenschlüssel öffnet. Unter "System > Anwendungen & Aktualisierungen" und dem Tab "Aktualisierungen" kann ein Systemverwalter also ein Administrator des Computers Änderungen vornehmen. Die Werkseinstellungen sind in der Regel die optimale Lösung, da hierbei die Sicherheitsaktualisierungen automatisch heruntergeladen und installiert werden. Ändern sollte man dies nur, wenn Ubuntu auf einem Notebook läuft, das unterwegs eine Mobilfunkverbindung nutzt. In diesem Fall ist die Einstellung "Sofort anzeigen" besser, wobei die Installation der Updates später manuell durchgeführt werden muss.

Sind Aktualisierungen vorhanden, erscheint in der Starter-Leiste das Icon der "Aktualisierungsverwaltung", das zur System-Aktualisierung angeklickt werden muss. Das Tool zeigt nach dem Start die ausstehenden Updates und wartet auf die Aktualisierungsbestätigung durch den Systemverwalter. Durch das Update wird neben der Systemsoftware auch die Anwendungssoftware aktualisiert, wenn sie über die Paketquellen installiert wurde. Die umständliche Einzelaktualisierung der Programme wie unter Windows entfällt. Während des Updates kann man mit Ubuntu weiterarbeiten und zum Schluss informiert die "Aktualisierungsverwaltung" darüber, ob der Rechner neu gestartet werden muss. Dies ist nicht bei jeder Aktualisierung nötig und im Vergleich zu Windows ist es wirklich nur ein Neustart, ohne die unter Windows gewohnten Konfigurationsschritte beim Neustart.

Ubuntu Versionen und Varianten

Canonical bietet Ubuntu als Standard-Version und LTS-Version. Die Standard-Version kommt alle sechs Monate neu heraus und wird neun Monate mit Updates versorgt. Die LTS-Version gibt es alle zwei Jahre neu und wird fünf Jahr lang mit Updates versehen. Wie lange die einzelnen Versionen unterstützt werden, hängt auch vom Support des verwendeten Kernels ab.

Auf Ubuntu basierend, gibt es weitere Distributionen, die sich optisch vor allem durch den Linux-Desktop unterscheiden. Ubuntu nutzt seit der Version 11.04 Unity als Standard-Desktop, was sich 2017 änderte, da Canonical den Desktop Unity nicht mehr weiterentwickeln will. Deswegen kommt seit der Version 17.10 der Linux-Desktop Gnome zum Einsatz, der schon vor Unity von Ubuntu genutzt wurde. Allerdings wurde der Desktop im Erscheinungsbild an Unity angepasst und sieht nicht aus wie der Typische Desktop von Gnome 3.

Ergänzend gibt es die Distributionen Kubuntu mit dem Desktop KDE, Xubuntu mit XFCE, Lubuntu mit LXDE und Ubuntu MATE mit MATE, einem aus GNOME 2 hervorgegangenen Linux-Desktop. Ubuntu GNOME mit dem Desktop Gnome 3 wollte dem Benutzer eine weitere Alternative zu Unity bieten. Da nun Ubuntu selbst die LTS-Version ab 18.04 mit Gnome 3 ausliefert, ist das Projekt zum Stillstand gekommen und nur noch in den älteren LTS-Versionen 14.04 und 16.04 erhältlich.

Ergänzend gibt es für für spezielle Einsatzzwecke und Nutzer "Edubuntu" mit Software für den Bildungsbereich, "UbuntuStudio" mit Software für Audio- und Video-Bearbeitung, "Ubuntu Kylin" für chinesische Nutzer und "Ubuntu Server", das als Serversystem ohne GUI ausgeliefert wird. Außerdem gab es mit "Ubuntu Touch" noch ein auf Ubuntu basierendes Betriebssystem für Tablets und Smartphones, das im April 2017 eingestellt wurde. Ein Schicksal, das 2014 auch die Ubuntu Cloud "Ubuntu-One" traf.

Installation

Im Gegensatz zu Windows ist Ubuntu in der Regel nicht auf dem Computer vorinstalliert, es sei denn, man kauft sich einen Computer der Firma Tuxedo Computers aus Königsbrunn oder von Dell.

Für die Installation von Ubuntu auf dem Desktop-Computer oder Notebook lädt man zunächst die entsprechende ISO-Datei herunter und brennt diese auf eine DVD. Alternativ lässt sich das ISO-Image auf einen USB-Stick oder eine SD-Karte kopieren, was unter Linux mit dem Befehl "dd" und unter Windows mit dem Programm UNetbootin geht.

Ubuntu gibt es mittlerweile in der aktuellen Version für die Edition Desktop nur noch als 64-Bit-Version, die Hauptspeicher mit mehr als 4 GB unterstützt. Wer noch einen Computer mit 32-Bit-Prozessor oder wenig RAM hat, kann auf die Distributionen Xubuntu und Lubuntu zurückgreifen, die weniger Ressourcen des Computers brauchen, als die Ubuntu-Desktop-Umgebung mit Gnome 3.

Die Installation läuft auch ohne Internetverbindung. Letztere ist für Updates nötig sowie für die Installation von Software und weiteren Sprachen wie Deutsch. Eine ausführliche Installationsanleitung gibt es in unserem Beitrag Ubuntu für Einsteiger: Download und Installation.

Erste Schritte nach der Installation

Ist Ubuntu auf dem Computer, sind beim ersten Start ein paar Arbeiten nötig. Diese lassen sich in den Systemeinstellungen erledigen, die sich hinter dem Icon mit dem Zahnrad und Schraubenschlüssel verbergen.

Wichtig dürfte für viele Nutzer die vollständige Umstellung der Sprache von Englisch auf die eigene sein. Dieses lässt sich unter "Einstellungen > Region und Sprache > Installierte Sprachen verwalten" erledigen. Über "Sprache hinzufügen/entfernen..." lässt sich die gewünschte Sprache auswählen und über "Anwenden" installieren, was Administratorrechte voraussetzt. Die neue Sprache steht nun unten in der Liste und lässt sich mit gedrückter Maustaste nach oben schieben. Anschließend ist das Abmelden und erneute Anmelden erforderlich, damit die Sprache verwendet wird.

Der nächste Schritt betrifft die Uhrzeit. "Einstellungen > Informationen > Datum und Zeit" erlaubt die Auswahl der Zeitzone sowie die manuelle Zeiteinstellung oder alternativ die Nutzung von Zeitservern im Internet. Probleme treten häufig auf, wenn nicht nur Ubuntu auf dem Computer läuft, sondern auch Windows. Denn Windows sieht die Zeit der Hardware-Uhr des Rechners als lokale Zeit an und Ubuntu als Weltzeit (UTC). Dieses Problem lässt sich im Terminal auf der Kommandozeile durch Eingabe des Befehls "timedatectl set-local-rtc 1" lösen, sodass auch Ubuntu die Rechnerzeit als lokale Zeit interpretiert.

Sehr wichtig ist die Aktualisierungsverwaltung, die dafür sorgt, dass Ubuntu mit Updates versorgt wird und so das System aktuell bleibt. In den Einstellungen der Aktualisierungsverwaltung kann man die Vorgaben ändern. Dies bietet sich an, wenn man über eine Mobilfunkverbindung arbeitet und deswegen die Updates lieber manuell einpflegt, was man dann auch nicht vergessen darf. In der Regel kann man die Voreinstellungen übernehmen, sollte aber dennoch hin und wider die Aktualisierungsverwaltung öffnen und die angezeigten Aktualisierungen durch "Jetzt installieren" herunterladen und installieren.

Support und Hilfe

Auch wenn Ubuntu einsteigerfreundlich ist, ist es kein reines Anwender-System. Man ist nicht dazu gezwungen, mit grafischen Tools zu arbeiten. Linux-Durchstarter und -Profis können auf der Kommandozeile arbeiten und das System nach belieben ändern. Wer nicht weiter kommt, findet in den Foren und bei der Ubuntu Community Hilfe. Hervorzuheben ist das deutschsprachige Wiki von ubuntuusers.de, das viele Tipps und Tricks unter anderem zu Drucker, Scanner, Netzwerk, SSH, Samba, dd oder TexLive bietet. Benutzer, die sich in die Community einbringen wollen, können dies gerne tun. Welche Möglichkeiten die Ubuntu Community bietet, steht auf deren Webseite.

WPA2-Sicherheitslücke bei WLAN

Mitte Oktober 2017 wurde eine Sicherheitslücke bekannt, die die WPA2-Verschlüsselung im WLAN betrifft. Sie ist vor allem für Linux-Systeme relevant, die unter anderem auf dem Rooter, Mobilgerät und Desktop-Computer zu Einsatz kommen. Die Hersteller von Geräten haben zu möglichen Updates Stellung bezogen. Und für Ubuntu gibt es einen Workaround, um das Problem zu korrigieren. Mit der Version 18.04 sollte Ubuntu davon nicht mehr betroffen sein.

​Tipps & Tricks zu Ubuntu:

Siehe auch:


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