{{commentsTotalLength}}

Die beste Gratis-Software für Linux

Kostenlose Anwendungen für Musik, Video, Office, Internet und Sicherheit.

Software unter Linux führt im Vergleich zu Windows ein Schattendasein. Aber ist das berechtigt? Gerade im Open Source Bereich gibt es nahezu alle Anwendungen für Linux, Mac und Windows. Wir stellen euch zahlreiche Linux-Programme für Video, Audio, Office, System und Sicherheit vor.

Es muss nicht immer kostenpflichtige Windows-Software sein, wenn ihr Musik aufnehmen oder konvertieren, CDs rippen, Videos schneiden, Texte erstellen oder Coden wollt. Die zahlreichen Linux-Distributionen bringen von Haus aus viel Software mit, die entweder gleich mit der Installation auf den Computer gelangt oder sich über das Software-Center der Distribution nachinstallieren lässt. Der große Vorteil bei Linux ist, dass die meisten Anwendungen wie das Betriebssystem automatisch aktualisiert werden und eine Einzelaktualisierung wie unter Windows entfällt.

Bevor ihr Linux-Software nutzen könnt, muss erst einmal eine Linux-Distribution auf den Rechner. Welche ihr nutzt ist eigentlich Geschmackssache, denn die beliebten Konsumer-Distributionen wie openSUSE, Linux Mint, Ubuntu sowie Debian lassen sich in der Regel problemlos neben Windows installieren. Ubuntu bietet sich aufgrund seiner vielen Varianten und unterschiedlichen Desktops an, von denen einige nicht nur auf modernen 64-Bit-Rechnern, sondern auch auf alten 32-Bit-Computern mit wenig RAM laufen.

➤ Ubuntu für Einsteiger: Download und Installation

Die Bedienung von Linux ist durch den grafischen Desktop auch nicht komplizierter, als unter Windows. Natürlich muss man sich an das eine oder andere gewöhnen, aber selbst unter Windows muss sich der Nutzer mit Neuerungen wie zuletzt Kacheln oder Ribbons vertraut zu machen.

Die installierte Anwendungssoftware ist je nach genutztem Linux-Desktop entweder unter den entsprechenden Kategorien zu finden oder in einer großen Sammlung, die sich mit Begriffen wie Musik, System, Office oder Internet eingrenzen lässt.

Fehlt das gewünschte Programm, genügt meist ein Blick in das Software-Center, das als Icon oft eine Einkaufstasche hat und den Begriff "Software" zeigt, wenn ihr den Mauszeiger darüber bewegt. Das Software-Center bietet die Anwendungen ähnlich wie ein App-Store an, die nach Klick auf "Installieren" auf den Computer kommen. Die umständliche Suche nach Download-Quellen entfällt in der Regel – aber natürlich gibt es seltene Ausnahmen. zum Beispiel für Google Chrome, VirtualBox oder den Opera Browser.

Musik hören oder selbst produzieren, Audio-CDs mit K3b rippen sowie brennen und MP3-Daten bearbeiten, ist mit Linux-Software möglich. Leider scheitert direkt nach der Linux-Installation der Hörgenuss daran, dass Codecs fehlen. Dies ändert der Befehl sudo apt install ubuntu-restricted-extras, den ihr im Terminal mit Administratorpasswort ausführen müsst. Danach noch ein paar Fragen zu den Lizenzbedingungen beantworten und fertig!

Rhythmbox und Banshee lassen sich als Musik-Player einsetzen. Die Programme spielen nicht nur Musik von lokal gespeicherten Dateien ab, sondern auch von Internet-Radios. Banshee verwaltet zudem eure Musiksammlung und informiert über Künstler, Titel und Album, wenn die entsprechende Tags der Metadaten ausgefüllt sind.

Die Open Source Software Audacity bearbeitet Audio-Dateien und nimmt Musik auf. Die vorhandenen Funktionen und Effekte lassen sich mit Plug-ins erweitern. Zum Komponieren von Musik am Computer ist das Linux MultiMedia Studio (LMMS) erhältlich. Die Open Source Software bringt Samples mit und hilft euch so Musik zu produzieren, die auch Retro-Sounds vom C64 und Gameboy enthalten kann.

EasyTAG ist für die Metainformation von Audio-Dateien zuständig. Die Freeware unterstützt Audio-Formate wie MP3, Ogg Vorbis sowie MP4/AAC und überträgt Tag-Informationen in andere Dateien, was Zeit beim Ausfüllen spart. Zudem liest EasyTag Daten aus der Compact Disc Database (CDDB) ein und erleichtert so das Ausfüllen.

Den VLC Media Player dürften viele von euch von Windows oder Android her kennen. Der VLC Media Player bringt Codecs mit und spielt Videos und Musik ab. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf vorhandenen Dateien, sondern streamt Videos und Audios zudem über das Internet, wenn ihr den entsprechenden Link eingebt. Zudem zeigt die Freeware Informationen zu den verwendeten Audio- und Video-Codecs an.

Kodi ist eine Alternative zum VLC Media Player. Die Freeware lässt sich um Add-ons ergänzen und wandelt so den Computer in einen TV-Receiver um, wenn die richtige Hardware vorhanden ist. Den Raspberry Pi macht ihr mit LibreELEC zum Media-Player, denn die Linux-Distribution ist ein Bundle aus Kodi und Betriebssystem.

OpenShot bearbeitet Videos und schneidet sie zurecht. Die Videobearbeitungssoftware kann mit mehreren Spuren, Video- und Audio-Dateien umgehen. Effekte und Übergänge helfen bei der Gestaltung und das Resultat lässt sich in die Formate MP4 (h.264), OGG (Theora/Vorbis) und WebM (Vpx) exportieren.

Gimp ist die Fotobearbeitung unter Linux und bietet viele Funktionen zur Fotobearbeitung. Reichen diese nicht, lassen sich weitere durch Plug-ins ergänzen. Gimp ist in der Bedienung etwas gewöhnungsbedürftig, aber wer die Hürde überwindet, hat ein Tool, das unter anderem mit PNG-, JPEG-, TIFF-, sowie RAW-Dateien umgehen kann. Alternativ bietet sich RawTherapee zum Bearbeiten von RAW-Fotos an. RawTherapee geht dabei zerstörungsfrei vor, sodass das Original erhalten bleibt.

Shotwell und digiKam sind für die Fotoverwaltung zuständig. Beide Programme können mit den Formaten PNG, JPEG, TIFF, BMP sowie RAW umgehen und berücksichtigen Videos. digiKam punktet vor allem durch eine Kartendarstellung, die Fotos anhand der enthaltenen Geo-Koordinaten positioniert.

LibreOffice ist für Linux das, was Microsoft Word für Windows ist. Die Open Source Software bringt Textverarbeiten, Tabellenkalkulation, Präsentations- und Grafik-Software mit. Der Funktionsumfang von LibreOffice ist mittlerweile so groß, dass sich damit viele umfangreiche Arbeiten erledigen lassen. Das Open Document Format (ODF) ist das bevorzugte Dateiformat der Office-Suite, die ergänzend PDFs erstellt und mit den Formaten von Microsoft Word, Excel und Powerpoint umzugehen weiß, was den Austausch von Dokumenten mit Word-Nutzern erleichtert.

Scribus kommt zum Einsatz, wenn ihr Zeitungen, Broschüren und Flyer gestalten wollt. Die Desktop-Publishing-Software kennt Raster als Gestaltungsgrundlage und hilft so beim platzieren von Bildern sowie Texten. Reicht der Funktionsumfang nicht aus, können Plug-ins helfen, die teils nur noch zu aktivieren sind.

PDF-Dokumente zeigt Linux mit den Viewern Xpdf , Evince sowie Ocular an und bearbeitet sie mit PDF Chain und PDF-Shuffler. Diese löschen oder drehen Seiten in bestehenden PDF-Dokumenten und speichern das Resultat als neues PDF ab. PDF Chain erzeugt zudem aus den geraden oder ungeraden Seiten ein neues Dokument und fügt Anhänge sowie unterschiedliche Passwörter für Autoren und Leser hinzu.

Eure E-Books könnt ihr mit Calibre verwalten. Die Open Source Freeware verwaltet nicht nur eure Sammlungen, sondern verlinkt ergänzend in Shops für Neuerwerbungen. Diese können durchaus kostenlos sein und wenn das E-Book-Format nicht passt, bietet Calibre einen Konverter, der EPUB, PDF und das Kindle-Format unterstützt.

Bei Umzügen und Renovierungen hilft der Wohnungsplaner Sweet Home 3D der in seiner Bibliothek diverse Möbel bereit hält und weitere importieren kann. Die Freeware bietet unter anderem eine 3D-Ansicht und erlaubt so unterschiedliche Blickwinkel.

Firefox und Chromium gehören zu den Standardbrowsern, die sich um Erweiterungen wie uBlock Origin, NoScript oder HTTPS Everywhere ergänzen lassen. Die Alternativen für noch mehr Sicherheit sind Opera und der Tor Browser. Oper deswegen, weil der Internet-Browser einen VPN-Client integriert hat, über den sich die eigenen IP-Adresse verbergen lässt. Noch mehr Anonymität bietet der Tor Browser, der den Datenverkehr verschlüsselt über das Tor-Netzwerk leitet.

Für die E-Mail-Verwaltung ist Thunderbird erhältlich, der mit Lightning einen Kalender mitbringt. Um die Verschlüsselung eurer E-Mail kümmert sich Enigmail , das den OpenPGP-Standard nutzt, damit kein Unberechtigter eure E-Mails liest oder verändert. Wenn euch Thunderbird nicht zusagt, könnt ihr unter Linux auf die Alternativen Geary, Claws Mail und GNOME-Gmail zurückgreifen, die in der Regel im Software-Center der verwendeten Distribution vorhanden sind.

Für Linux-Nutzer ist der Virenschutz nicht so ein Thema wie unter Windows. Dennoch ist auch hier ein Virenscanner empfehlenswert, wenn ihr Software unter Linux herunterladet und dann auf einem Windows-PC ausführt. ClamAV mit der grafischen Oberfläche ClamTk sollte deswegen nach der Installation zur Sicherheit installiert werden.

Unabhängig vom verwendeten Betriebssystem, müsst ihr Backups von euren Daten erstellt, damit diese nicht komplett verloren sind, falls Probleme wie eine defekte Festplatte auftreten. Ubuntu hat in den Varianten mit den Desktops GNOME und Ubuntu das Backup-Tool Déjà Dup installiert, das ihr unter dem Namen Datensicherung findet. Déjà Dup erstellt Backups automatisch und speichert sie auf einer externen Festplatte oder in der Cloud. Alternativ bietet sich rsync als Backup-Tool an, für das es Grsyunc als grafische Oberfläche zur Bedienung gibt, wenn euch die Kommandozeile fremd ist.

Natürlich lassen sich zu sichernde Ordner manuell auf einen USB-Stick oder eine Festplatte kopieren. Dies geht zum Beispiel mit dem Dateimanager Nautilus , der bei Ubuntu und Ubuntu Gnome vorinstalliert ist. Wer Dropbox nutzt, findet im Software-Center eine Erweiterung, die einen Dropbox-Ordner in Nautilus integriert, nachdem ihr euch bei Dropbox eingeloggt habt. Für den Zugriff auf entfernte Rechner eignet sich der Midnight Commander, der sich mit der Maus bedienen lässt, aber im Terminal läuft. Der Zwei-Fenster-Manager baut SSH-, FTP- und SFTP-Verbindungen zu anderen Computern auf und bietet Funktionen zum Setzen von Attributen und Rechten.

Für Texte, Skripte und Programmcode gibt es Editoren, die ja nach Anwendungszweck passende Funktionen bereithalten. So eignet sich der im Terminal laufende Editor nano für schnelle Änderungen an Linux-Konfigurationsdateien, da er sich mit Hilfe von "sudo" unkompliziert mit Administratorrechten starten lässt. Komfortabler ist gedit, der Syntaxhervorhebung für Programmiersprachen bietet und die Steuerung mit der Maus ermöglicht. Bluefish und GNU Emacs sind als Editoren für Programmieraufgaben gedacht und bringen Funktionen mit, die bei der Entwicklung helfen.

Die für Linux erhältliche Software ist vielfältig und deckte sich im Open Source Bereich durchaus mit Windows. Die Anwendungen sind zudem oft kostenlos, sodass ihr viele Aufgaben damit erledigen könnt, für die so manches Programm unter Windows zu kaufen ist. Und selbst Gamer kommen unter Linux nicht zu kurz. Denn die Spieleplattform Steam bietet zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Spiele an.

Euer Lieblingsprogramm ist nicht dabei? Dann erzählt uns doch davon in den Kommentaren.

( )

Wie bewertest Du die Qualität des Beitrags?

Pflichtlektüre! ({{threeCount}})
Gut zu wissen ({{twoCount}})
Geht gar nicht! ({{oneCount}})
Vielen Dank für Deine Bewertung.
Deine Bewertung wurde gelöscht.

Kommentare

{{commentsTotalLength}} KommentarKommentare

Weitere Kommentare laden...

Das könnte dich auch interessieren