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Datensatz zuletzt aktualisiert: 13.11.2018
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Eine virtuelle Maschine auf einem Desktop-Computer oder Server zu betreiben ist mittlerweile selbstverständlich, sodass in modernen Standard-Prozessoren diese Funktion integriert ist. Bedarf es also nur noch einer Software, durch die man mehrere Gast-Betriebssysteme virtuell betreiben kann.

Der Hersteller Oracle bietet die Software VirtualBox für die Virtualisierung an, die sich kostenlos nutzen lässt und auf dem Desktop-Computer sowie Server läuft. Neben dem Grundsystem von VirtualBox stellt Oracle zwei Ergänzungen zur Verfügung, von denen das "Extension Pack" bei kommerziellem Einsatz kostenpflichtig ist.

Gastsystem auf dem Desktop

Die Virtualisierungssoftware VirtualBox von Oracle stammt ursprünglich vom Hersteller Innotek und erlaubt es, auf dem Desktop ein anderes Betriebssystem – ein Gastsystem – auszuführen. So lassen sich etwa Programme in der virtuellen Maschine testen, bevor man sie auf dem Produktivsystem einsetzt. Zudem lässt sich so Software für andere Betriebssysteme wie zum Beispiel Linux auszuführen, ohne, dass neben dem Windows-Rechner ein zweiter Computer notwendig ist. Gegenüber einem Dual-Boot-System bietet die Virtualisierung von VirtualBox den Vorteil, Schnappschüsse des Gastsystems zu erstellen, zu denen sich jederzeit zurückkehren lässt, was im Falle eines kritischen Fehlers kein Neuaufsetzen des Systems erfordert.

Gast und Host teilen sich die Hardware

Im Unterbau greift VirtualBox von Oracle auf die Hardware-Ressourcen des Hostsystems zurück und stellt einen Teil dem Gastsystem zur Verfügung. Daher sollte das Hostsystem auch ausreichend Arbeitsspeicher für sich selbst und den Gast bereithalten. Zur Not lässt sich der beanspruchte RAM-Bedarf reduzieren, was sich aber schnell negativ auf die Geschwindigkeit der VM (Virtual Machine) von Oracle auswirkt. Generell sollte ein Gastsystem nicht benutzt werden um visuell leistungshungrige Software wie 3D-Spiele oder Video-Schnitt-Programme zu nutzen, da VirtualBox von Oracle nicht in vollem Umfang auf die Grafikkarte des Hostsystems zugreift. Die Festplatte für die Installation des Gastsystems wird als Image bereitgestellt. Hier unterstützt VirtualBox zahlreiche Formate, etwa VMDK, VDI oder QCOW. Die Vielzahl der unterstützten Formate vereinfacht es virtuelle Maschinen von verwandten Produkten wie QEMU oder der VMware Workstation Pro zu migrieren.

Unterstützte Systeme

Theoretisch lässt sich mit Oracle VirtualBox jedes System virtualisieren, dass auf einem Computer mit x86- oder amd64-Architektur lauffähig ist. Unterstützt werden vor allem Microsoft Windows, Linux, Solaris, BSD und macOS, wobei sich letzteres aus technischen und lizenzrechtlichen Gründen nur auf Apple-Hardware virtualisieren lässt. Nicht offiziell unterstützte Systeme lassen sich nur mit erheblichem Aufwand und entsprechendem technischen Know-how nutzen und sind oft instabil. Das Programm Genymotion etwa nutzt Oracle VirtualBox intern, um Android zu virtualisieren und bietet Entwicklern damit eine Alternative zu Googles eigenem auf QEMU basierendem Android-Emulator.

VirtualBox selbst läuft als Windows-Software unter Microsoft Windows und lässt sich zudem in der entsprechenden Version auch unter macOS, Solaris und Linux wie Ubuntu, Debian und openSUSE installieren. Auch hier unterstützt die Software von Oracle 32- und 64-Bit-Betriebssysteme.

Gasterweiterung für die Host-Gast-Kommunikation

Um die Integration in das Hostsystem zu verbessern stellt Oracle für VirtualBox eine Gasterweiterung oder Guest Addition zur Verfügung, die viele Gastsysteme unterstützt und sich in der virtuellen Maschine installiert wird. Die Gasterweiterung unterstützt die Ausführung im Vollbildmodus, gemeinsame Zwischenablage und Drag & Drop zwischen Host und Gast. Einige Systeme unterstützen auch den nahtlosen Modus, bei dem sich Fenster des Gasts wie Fenster des Hosts verhalten.

Die Gasterweiterungen von Oracle lassen sich über "Geräte > Gasterweiterungen einlegen ..." als Medium in das laufende Gast-Betriebssystem einbinden. Anschließend muss man auf dem eingebundenen Medium die Setup-Datei starten, die die Gasterweiterungen installiert. Dieses ist für alle Gast-Betriebssysteme wie Linux und Windows zu wiederholen, wo man die Erweiterungen nutzen möchte. Sollen die Gast-Betriebssysteme genutzt werden, um eine Software-Version auf Schadsoftware zu prüfen, sollte man die Gasterweiterungen besser nicht installieren. Denn so ist das Host-Betriebssystem besser vor Infektionen der Gast-Betriebssysteme geschützt.

VirtualBox ist eingeschränkt portabel

Durch die enge Verzahnung mit dem Host ist eine portable Version von VirtualBox offiziell nicht vorgesehen. Ein findiger Entwickler hat aber mit Portable-VirtualBox eine clevere Lösung entwickelt. Das Programm installiert Oracle VirtualBox auf einem USB-Stick und die benötigten Treiber von Oracle auf dem auszuführendem System nach Bedarf und entfernt sie anschließend wieder. Portable-VirtualBox läuft jedoch nur auf einem Windows-Hostsystem.

Lizenzierung

Seit der Version 4 bietet Oracle das Hauptprogramm unter der GPL-Lizenz und ein proprietäres Extension Package unter der hauseigenen Personal Use and Evaluation License (PUEL) an. Frühere Versionen von VirtualBox waren in zwei Binaries aufgeteilt – einmal als Open-Source-Variante ohne Erweiterungen und einmal als reguläre Version mit den proprietären Zusätzen. Generell versteht Oracle unter "Personal Use" jeglichen Gebrauch von VirtualBox, der selbst veranlasst ist und für eigene Zwecke – kommerziell oder nicht – gebraucht wird. Als Gegenbeispiel beschreibt Oracle die Verteilung der Software von einem Administrator an 500 Firmenrechner im Enterprise-Einsatz.

Enterprise Features

Mit dem Extension Pack und dem Tool VBoxManage lassen sich erweiterte Funktionen nutzen, die vor allem für Administratoren interessant sind. Ein Feature, das auch für reguläre Anwender interessant sein dürfte ist die Unterstützung von USB 2.0 durch das Extension Pack. Zusätzlich lässt sich mit dem Extension Pack eine virtuelle Maschine via Netzwerk auf dem Server nutzen, was die eigene Hardware entlastet. Dank VBoxManage ist VirtualBox auch per Konsole nutzbar und erlaubt so Zugriff auf Funktionen, die das grafische Interface nicht bietet. So lässt sich etwa eine VMDK mit direktem Link auf ein physisches Laufwerk erstellen. Diese Funktion ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, da so ein direkter Zugriff aus der VM auf das Dateisystem des Hosts möglich wird. Ein mögliches Szenario wäre beispielsweise eine virtuelle Maschine direkt von einem bootfähigen USB-Stick aus zu starten.

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