Mit KDE-Desktop und auf nur einer CD schickt sich das installierbare Live-System PCLinuxOS an, mit dem Slogan „radically simple“ den Desktop zu erobern.
PCLinuxOS hat sich mit dem Slogan „radically simple“ Benutzerfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Diesem Anspruch will das Projekt mit sinnvollen Voreinstellungen, umfangreicher Programmausstattung und komfortablen Konfigurationswerkzeugen gerecht werden. Das Beste: PCLinuxOS ist ein Live-System, das man gefahrlos ausprobieren kann. Sagt einem die Distribution zu, lässt sie sich mit wenigen Mausklicks auf der Festplatte installieren.
PCLinuxOS benutzte ursprünglich Mandrake Linux 9.2 als Basis, 2006 erfolgte ein Update auf den damals aktuellen Code-Snapshot von Mandriva. Die Mandriva-Verwandtschaft merkt man dem System vor allem im Kontrollzentrum an, in dem Mandriva-Nutzer alte Bekannte wie userdrake für die Benutzerverwaltung, drakx11 zur Einrichtung von X.org und den Partitionierer diskdrake finden.
Das Live-System erfragt beim Start die gewünschte Tastaturbelegung und Zeitzone und bietet an, den Internet-Zugang und das Netzwerk einzurichten. Keine Probleme gibt es bei Rechnern, die mit einem DSL-Modem oder über einen Router ins Internet gehen, auch die Konfiguration eines seriell angeschlossenen Modems funktionierte in unserem Test problemlos. Für einige WLAN-Karten bringt PCLinuxOS Treiber mit, etwa für solche mit Intel- und Prism-Chipsatz, und auch die Madwifi-Treiber sind mit an Bord.
Das System startet mit KDE 3.5.6 und auf dem Live-System findet man nahezu alles, was man braucht, um in Linux hineinzuschnuppern: OpenOffice kümmert sich um alle Büroarbeiten, Firefox und Thunderbird begleiten den Anwender im Netz und der IRC-Client Xchat ist so vorkonfiguriert, dass er sich automatisch mit dem PCLinuxOS-Support-Channel verbindet.
Mit Gimp, der Bildverwaltung Digikam und dem Scanprogramm Xsane steht eine Grafik-Grundausstattung zur Verfügung, und auch im Multimediabereich lässt sich PCLinuxOS nicht lumpen: Von Haus aus spielt das System eine ganze Reihe an Audio- und Videoformaten ab, wie MP3, Ogg Vorbis, MPEG2, MPEG4, Flash, Apple Quicktime und Real-Media-Formate, für die auch die Firefox-Plug-ins installiert sind. Firefox hat noch weitere Plug-ins dabei, etwa für Java und die eingebettete Anzeige von PDF- und Office-Dokumenten.
Um die Arbeitsumgebung optisch aufzupeppen, kann man die 3D-Desktop-Effekte aktivieren. Das Einrichtungswerkzeug Drak3d empfiehlt je nach Grafikkarte entweder AIGLX oder XGL, und der Benutzer hat die Möglichkeit, zwischen den Compositing-Managern Compiz und Beryl zu wählen und diese direkt aus Drak3d heraus einzurichten. Stören kann man sich lediglich an der fehlenden deutschen Lokalisierung - bei diesem Problem schafft nur die Installation auf die Festplatte und das Nachinstallieren der deutschen Sprachpakete Abhilfe. (amu)