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Grafikkarten-Temperatur anzeigen in Windows

Wie warm ist eigentlich der Prozessor der Grafikkarte? Gerade in der warmen Jahreszeit sollten Sie wissen, wie Sie das schnell nachschauen können. Wir erklären Ihnen im Folgenden, wie hoch die Temperatur sein darf und wie Sie sie auslesen.

Wie hoch darf die Temperatur sein?

Bei normaler Raumtemperatur und normaler Nutzung des Rechners (Videos, Web, Office, etc.) müssen Sie sich keine Sorgen um die Temperatur machen. In der Regel wird die Grafikkarte, genauer gesagt die GPU, nicht großartig über 40 Grad Celsius liegen. Wenn die Grafikeinheit jedoch richtig arbeiten muss, geht sie schnell auf 60 Grad und mehr hoch. Und wenn dann noch 30 Grad Raumtemperatur herrschen, kann es schnell brenzlig werden - ab ca. 75 Grad sollten Sie mit dem Sorgenmachen anfangen.

Aufgaben, die solche Temperaturen bewirken, gibt es viele: Rendering umfangreicher Grafiken, moderne 3D-Spiele mit vielen Details und hoher Auflösung, Berechnung von Animationen und Videoeffekten und auch wissenschaftliche Berechnungen sowie Verschlüsselung können GPUs nutzen und sie massiv auslasten. Irgendwann treten Grafikfehler auf, die Darstellung auf dem Bildschirm wird instabil. Und irgendwann brennt die Grafikkarte mit etwas Pech auch durch. Wenn Sie also den Verdacht haben, so schauen Sie nach:

Wert mit Hersteller-Tool auslesen

So ziemlich jeder Hersteller hat Tools zum Steuern und Auslesen der Grafikkarteneinstellungen und -werte - bei vorkonfigurierten Rechnern sollten diese auch meist installiert sein. Suchen Sie einfach mal über das Startmenü nach dem Grafikkartenhersteller. Falls kein Tool gefunden wird, schauen Sie beim Hersteller nach. Ein typisches Beispiel ist der Afterburner von MSI.

Nach dem Start des Tools finden Sie sofort eine Reihe Graphen und gleich der Oberste zeigt die aktuelle Temperatur - tendenziell ca. 40 Grad. Aber das wankt natürlich je nach Karte, Gehäuse, Lüftung und Außentemperatur.

MSI Afterburner zeigt die Temperatur unmittelbar an.

Wert mit GPU-Z auslesen

Die bessere Lösung ist aber das kostenlose Tool GPU-Z. Zum einen kann das Helferlein mehr als die meisten Hersteller-Tools und zum anderen funktioniert es mit jeder Grafikkarte. Starten Sie das Programm und wechseln Sie zum Reiter "Sensors".

Hier finden Sie in der Zeile "GPU Temperature" wieder einen Graphen und die aktuelle Temperatur. Wenn Sie auf das Temperatur-Feld klicken, können Sie statt der aktuellen auch die höchste, niedrigste oder durchschnittliche Temperatur anzeigen lassen. Lassen Sie das Tool einfach mal einen Arbeitstag lang laufen, dann sehen Sie über den Maximal-Wert, ob es bisweilen zu Problemen kommt.

GPU-Z sollte als Analysewerkzeug eigentlich immer zur Verfügung stehen.

Wenn die Temperaturen häufig deutlich über 70 Grad liegen, müssen Sie weder die Arbeitsweise wechseln noch neue Geräte anschaffen. Ein wenig Tuning lässt sich auch sofort betreiben: Über die Hersteller-Tools lassen sich häufig die Lüfter hochdrehen, die standardmäßig im Automatik-Betrieb wunderbar funktionieren, aber durchaus noch mehr leisten können - auf Kosten des Geräuschpegels. Zudem können Sie im Gehäuse prüfen, ob die Luft gut durchströmen kann, oder ob sich vielleicht noch ein paar Kabel zur Seite drücken lassen. Am meisten bringt ad hoc aber das gute alte Putzen! Wenn Sie die (ausgebaute!) Karte mit ein paar Wattestäbchen und einem Staubsauger reinigen, könnte der kritische Bereich bereits verlassen werden.

Ein Tipp noch für ganz Hartgesottene: Wenn es mal wirklich extrem heiß wird und der Rechner unbedingt noch zwei Stunden arbeiten muss, legen Sie einfach ein tiefgefrorenes Saft-Tetrapak oder Ähnliches auf den Rechner - das bringt nicht viel, kann aber oft gerade das Bisschen leisten, was einen Absturz verhindert.

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