Android-Backup: So gelingt die Datensicherung

Anders als Apple liefert Google bis heute keine Möglichkeit, ein Android-Smartphone eins-zu-eins zu sichern und im Ernstfall wiederherzustellen. Zwar hat sich die Situation durch die Sicherung auf den Google-Servern in den zurückliegenden Jahren deutlich verbessert, ein perfektes Backup gibt es aber noch nicht. Vor allem die App-Daten sind ein Problem: Android-Apps verschlüsseln ihre Daten auf dem Gerät, sodass du sie nicht mit „normalen“ Sicherungstools erreichen kannst - es sei denn, du richtest dir einen Root-Zugriff ein, was allerdings nicht ganz ohne ist. Zwar gibt es im Play Store oder auch für Windows und Macs diverse Programme, die ein vollständiges Android-Backup versprechen, in der Regel scheitern sie aber spätestens, wenn es an die Sicherung von sensiblen Daten geht. Doch keine Sorge: Du kannst so gut wie alle wichtigen Daten auf deinem Handy sichern und dich gegen Katastrophen absichern - wir zeigen dir, wie es geht!

Android-Backups bei Google einrichten

Die zuverlässigste und einfachste Art, deine Android-Daten zu sichern, liefert Google selbst. Da du höchstwahrscheinlich ohnehin ein Google-Konto auf deinem Androiden eingerichtet hast, solltest du unbedingt auch die Google-Sicherung aktivieren. Google sichert dabei nicht nur die Daten der installierten Apps, sondern auch erweiterte Inhalte wie beispielsweise deine SMS, diverse Einstellungen, eingerichtete Konten oder auch Klingeltöne und Hintergrundbilder. Wenn du später aus welchem Grund auch immer ein neues Handy nutzen möchtest, holst du die gesicherten Daten direkt bei der Einrichtung zurück. Der Einrichtungsassistent bietet dir die passenden Optionen dafür an.
So stellst du sicher, dass die Google-Backups korrekt eingerichtet sind:

Android-Backups auf Google Drive überprüfen

Wie bereits erwähnt, sichern immer mehr Apps deine Daten verschlüsselt bei Google. Wenn du wie im vorherigen Schritt beschrieben dafür gesorgt hast, dass das Android-Backup über dein Google-Konto läuft, kannst du einfach prüfen, ob alles funktioniert. Die Sicherung der Android-Daten erfolgt über Googles Speicherservice Google Drive. Über die Drive-App prüfst du, welche Apps und welche Daten dein Smartphone sichert:

Daten von Android-Apps manuell sichern

Zwar integrieren immer mehr Entwickler die Backup-Funktionen, darauf verlassen kannst du dich aber nicht. Hast du viel Zeit und Mühe in die Konfiguration deiner Lieblings-App gesteckt, ist es schrecklich, wenn ein Backup fehlt. Aus diesem Grund bieten viele Apps eine manuelle Backup-Funktion. Ein Beispiel ist der beliebte Android-Launcher Nova Launcher: In den Einstellungen des Launchers kannst du eine Sicherung der Homescreen-Konfiguration erstellen. Ziehst du später auf ein neues Smartphone um, kannst du mit der Sicherung in Sekundenschnelle die Anordnung deiner App-Icons und Android-Widgets wiederherstellen. Auch diverse Produktivitäts-Apps (vor allem solche, die ihre Daten nur auf dem Handy und nicht in der Cloud speichern), bieten entsprechende Sicherungen an - du findest sie in der Regel in den App-Einstellungen.

Viele Apps bieten manuelle Backup-Funktionen an, die du unbedingt nutzen solltest.

Ein Sonderfall sind Messenger wie Threema oder auch das beliebte WhatsApp. Diese bieten zwar automatische Backup-Optionen an, aktivieren sie aber nicht immer ab Werk. Das solltest du ändern!
Im Fall von Whatsapp öffnest du dazu die Optionen der App und navigierst zum Punkt “Chats - Chat-Backups”. Hier tippst du auf “Sichern”, um ein Backup deiner Whatsapp-Chats (inklusive Fotos und Sprachnachrichten) auf Google Drive anzulegen. Künftig erstellt WhatsApp das Backup täglich automatisch. Ziehst du später auf ein neues Handy um, bietet dir WhatsApp automatisch die Wiederherstellung der Daten an - vorausgesetzt, du meldest dich mit dem gleichen Google-Konto an.

Wenn du WhatsApp nutzt, solltest du unbedingt die integrierte Backup-Funktion einschalten.

Fotos automatisch sichern

Neben den App-Daten dürften vor allem Fotos ganz oben auf der Liste der Dinge stehen, die Android-Fans nicht verlieren möchten. Glücklicherweise gibt es unzählige Möglichkeiten, Fotos vom Android-Smartphone automatisch zu sichern. Am einfachsten funktioniert das über Cloud-Dienste wie Google Photos oder Dropbox, doch auch lokale Sicherungen sind möglich. Wenn du dich für die Cloud-Sicherung entscheidest, solltest du darauf achten, die Sicherung nur bei einer bestehenden WLAN-Verbindung durchzuführen, um deinen Datentarif zu entlasten. Der Vorteil: Fotos in der Cloud kannst du auf anderen Geräten sehen, außerdem gehen sie nicht verloren, wenn dein Handy kaputt geht oder gestohlen wird.

  1. Google Fotos

    Googles hauseigener Foto-Dienst Google Photos sichert auf Wunsch automatisch alle Schnappschüsse, die du mit deinem Handy aufnimmst. Wenn du dabei die Voreinstellung „Hoch“ verwendest, werden Fotos mit einer Größe von bis zu 16 Megapixeln mit minimalen Qualitätsverlusten gesichert - den Unterschied dürftest du bei einem Handy-Bild faktisch nicht merken. Alternativ kannst du Fotos auch in Originalgröße sichern. In der kostenlosen Version erhältst du bei Google dafür 15 Gigabyte Speicherplatz.

    Die automatische Foto-Sicherung bei Google Fotos startest du über die zugehörige App: Öffne die Einstellungen und navigiere zum Bereich „Sichern und synchronisieren“. Hier aktivierst du die gleichnamige Option und legst fest, welche Fotos Google sichern soll. Mehr Infos dazu findest du unter https://support.google.com/photos/answer/6193313?co=GENIE.Platform%3DAndroid&hl=de

  2. Dropbox, OneDrive und Co.

    Auch alternative Cloudspeicher wie Dropbox oder OneDrive bieten ein Foto-Backup an. Wenn du die entsprechende Option in den Apps aktivierst, landen deine Smartphone-Fotos automatisch in einem bestimmten Ordner auf dem Cloud-Dienst (bei Dropbox heißt dieser beispielsweise „Photo Backup“). Synchronisierst du die Services mit deinem PC, kannst du die Fotos direkt darauf betrachten und bearbeiten. Beachte dabei, dass die Fotos jeweils auf dein Speicher-Kontingent angerechnet werden. Die Foto-Sicherung aktivierst du in den App-Optionen. Bei Dropbox heißt die entsprechende Option beispielsweise “Foto-Upload”. Du kannst zusätzlich bestimmen, ob du nur Fotos, oder auch Videos sichern möchtest.

    Aktiviere das Dropbox-Backup, um deine Fotos in der Cloud zu sichern.

  3. Fotos auf dem NAS-Laufwerk sichern

    Du hast keine Lust darauf, deine Fotos einem Cloud-Anbieter anzuvertrauen? Wenn du ein NAS-Laufwerk betreibst, kannst du deine Bilder auch darüber sichern. Die meisten NAS-Hersteller wie Qnap, Synology oder Western Digital bieten dazu passende Smartphone-Apps an, die die Sicherung übernehmen. Sobald sich NAS und Handy im gleichen Netzwerk befinden, sichern die Apps die Bilder automatisch auf die Festplatte im Netzwerk. Informiere dich einfach beim Hersteller deines NAS-Systems, ob es eine entsprechende Backup-Lösung gibt. Bei Synology startest du das Foto-Backup beispielsweise über die App „DS Photo“. Öffne hier die Einstellungen und navigiere zum Punkt „Photo Backup“. Befolge nun einfach den Assistenten, um ein Backup deiner wichtigen Bilder zu erzeugen.

    NAS-Hersteller wie Synology bieten fast durch die Bank ein automatisches Foto-Backup für Android an.

Android-Backups mit Herstellertools

Wenn du dich nicht auf die Google-Backups verlassen willst, gibt es noch weitere Möglichkeiten, Apps und Daten von deinem Android-Smartphone zu sichern. So gut wie alle Hersteller bieten mittlerweile eigene Tools an, um Handy-Backups zu erstellen und diese bei Bedarf wiederherzustellen. Beispiele dafür sind Samsung Smart Switch oder der Sony Xperia Companion. Andere Hersteller erstellen die Android-Backups direkt auf den Geräten selbst und bieten entsprechende Apps im Play Store an, etwa Huawei. Unseren Erfahrungen nach machen die Tools einen guten Job, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie funktionieren fast ausschließlich nur mit den Smartphones des jeweiligen Herstellers. Willst du später einmal die Marke wechseln (beispielsweise von Samsung zu Huawei), bist du doch wieder auf manuelle Sicherungsmethoden oder eben das Google-Backup angewiesen.

Hersteller-Tools wie Samsung Smart Switch helfen dabei, Apps und Daten von deinem Android-Smartphone zu sichern.

Doppelter Boden: Internen Speicher sichern

Wenn du von deinen Fotos, deinen Kontakte und deinen wichtigsten App-Daten automatische Backup erstellst, hast du die größten Sicherheits-Baustellen geschlossen. Trotzdem ist es empfehlenswert, von Zeit zur Zeit auch einmal den internen Speicher deines Smartphones sowie eventuell eingesetzte SD-Karten zu sichern. So kannst du im Ernstfall auch Daten zurückspielen, die nicht vom Backup erfasst wurden.

Dazu genügt es, das Handy einfach per USB-Kabel an den PC anzuschließen und die Dateien vom internen Speicher in einen Ordner auf deiner Festplatte zu kopieren. Wie gesagt: Das ist eher ein “doppelter Boden” als absolute Pflicht, kann aber auf keinen Fall schaden.