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Betriebssystem: Linux, OS X, keine näheren Angaben, Windows XP, Windows Vista, Windows 7
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Downloadrang: 16717
Datensatz zuletzt aktualisiert: 21.03.2016
Alle Angaben ohne Gewähr

Wie der Name von Amnesia: The Dark Descent vermuten lässt, hat der Spieler sein Gedächtnis verloren. Um es wieder zu erlangen, muss er in einen finsteren Abgrund steigen. Dieser ist sowohl physisch als auch psychisch zu verstehen.
Amnesia spielt in einem mittelalterlichen Schloss, das mitsamt seinen Laboratorien, Geheimgängen und verstörenden Bewohnern von einem Poe oder Lovecraft sogleich ein hohes Gebot auf Ebay erhalten würde. Und in die dunklen Keller und Gewölbe dieses Schlosses begibt sich der Spieler, um jemanden zu töten. Warum, das hat er vergessen. In Nachrichten, die er sich selbst hinterlassen hat, erfährt er, dass seine Amnesie nötig ist, um zu tun, was getan werden muss.
So und ähnlich kryptisch verhält es sich auch mit den anderen Vorgängen im Schloss. Während der Spieler von Amnesia nur mit einer Öl-Laterne ausgestattet durch die Gänge schleicht, um teils knackige Rätsel zu lösen, sind von überall her Geräusche zu hören, die bestimmt nicht alle natürliche Quellen haben. Einige kommen auch von den seltsamen, pilzartig wuchernden Geweben, die viele Wege versperren. Oder von den grotesken Silhouetten, die sich, anfangs noch in einiger Entfernung, ihren Weg durch die Gänge bahnen. Genau herausfinden, was sie sind, will der Spieler eigentlich gar nicht, lässt doch seine geistige Gesundheit rapide nach, wenn er die Gestalten zu lange in seinem Sichtfeld behält. So sollte man also lieber in einer finsteren Ecke verschwinden oder sich im nächsten Schrank verstecken und die Laterne löschen, damit man nicht entdeckt wird. Nachteil dieser Lösung ist allerdings, dass man langsam, aber stetig den Verstand verliert, wenn man sich zu lange im Dunkeln aufhält. Weiter erschwert wird das Bei-Verstand-Bleiben dadurch, dass das Öl der Laterne begrenzt ist und Nachschub erst im Schloss gefunden werden muss. Auch andere Lichtquellen sind nur mithilfe von Zunderdosen, die schnell zum begehrtesten Gut des Spielers werden, zu entfachen. Wird der Spieler von den Schlossbewohnern entdeckt, bleibt nur die Flucht durch enge Korridore – Waffen sucht man vergeblich. Und wehe dem, der nicht in bereits erkundete Gebiete flüchtet. Bei zusehends verschwimmender Sicht, schnellerem Atem und Puls, vorbei an verschlossenen Gittertüren und an Haken hängenden, blutigen Schweinehälften findet man mit Glück eine Tür, die in ein kleines Schlafgemach führt. Hier befinden sich ein Tisch und ein Schrank. Während die schleifenden Schritte im Rücken lauter werden, wird die Tür geschlossen und der Tisch davor geschoben. Dann heißt es: Rein in den Schrank und die Tür hinter sich zugezogen, während schon erste brachiale Schläge zu hören sind, die darauf Tür und Tisch aus dem Weg räumen. Holz splittert, was auch immer auf den Fersen des Spielers war ist nun im Zimmer, schnüffelt, stöhnt, sucht. Das Physiksystem von Amnesia erlaubt es, neben dem Bewegen der meisten Objekte die Schranktür nur einen kleinen Spalt zu öffnen. Wer Glück hat, sieht eine verstörend verformte Gestalt das Zimmer wieder verlassen. Wer Pech hat, dem wird die Schranktür aus der Hand gerissen und sieht sich nahezu Unbeschreiblichem gegenüber. Nur mit viel Geschick ist nun noch eine Fortsetzung der Flucht möglich, die torkelnd vor nahendem Wahnsinn und Blutverlust ein Stück weitergeht. Dann siegt die Ohnmacht und das Blickfeld sinkt auf den Boden. Sollte das Spiel auch dann noch nicht beendet sein, wacht der Spieler nach einigen Momenten dem Tode näher als dem Leben wieder auf, übergibt sich herzhaft und darf dann seinen Weg zu weiteren sinistren Geheimnissen um das Schloss und sich selbst fortsetzen.
Trotz der geringen Datengröße und des erschwinglichen Preises bietet Amnesia: The Dark Descent dem mutigen Spieler eine liebevolle, wenn auch zutiefst beunruhigende 3D-Grafik, eine ebenso zum hektischen Umschauen verleitende Soundkulisse und eine daraus resultierende dichte, klaustrophobische Atmosphäre. Diese wird bei eher zart besaiteten Spielern für regelmäßige Spielpausen sorgen, um Schweiß zu trocknen und die Nerven wieder zusammenzureißen. Solche Unterbrechungen strecken außerdem die Spielzeit – Spieler mit Stahlseil-Nerven können Amnesia ohne Pause in relativ kurzer Zeit durchspielen. Je nach Gemüt sei Spielern das Erleben von Amnesia: The Dark Descent bei Nacht und Kerzenlicht wärmstens (oder eben keinesfalls) ans Herz gelegt. (Julius Beineke)

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