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BIOS richtig einstellen - eine Übersicht

Das BIOS richtig zu konfigurieren ist enorm wichtig - und heutzutage auch genauso enorm einfach. Denn ohne ein BIOS wäre ein Computer-System leidglich nur ein Haufen Metall und Plastik. Was Sie hier einstellen können und welche Optionen Sie nutzen sollten, lesen Sie hier.

Das BIOS

Das BIOS ist die Firmware des Rechners, die Verbindung zwischen Hardware und weiterer Software sowie die Steuerung für einige Hardware. So kann das BIOS beispielsweise Taktraten verändern, die Boot-Reihenfolge festlegen oder Mainboard-Anschlüsse konfigurieren. Mehr dazu und zum Zusammeng BIOS und UEFI finden Sie in dem Artikel "BIOS aktualisieren". Und ein Update sollten Sie vor etwaigen Änderungen auch durchführen.

Generell müssen Sie relativ selten am BIOS herumschrauben, insbesondere bei Komplettrechnern ist das in 99 Prozent rein optional. Wurde allerdings Hardware getauscht, der Rechner über Jahre immer wieder verändert oder früher mal am BIOS herumgebastelt, kann sich ein Blick durchaus lohnen. Und wenn Sie etwas mehr Leistung herauskitzeln wollen ebenfalls - sofern Sie bereit sind, kleine Risiken einzugehen. Wenn Sie sich für das BIOS interessieren, weil es bei Ihnen just Probleme gibt, sollten Sie neben der Aktualisierung auch das "Zurücksetzen des BIOS" in Betracht ziehen.

Ganz essenziell: Die erste BIOS-Frage ist eigentlich immer, wie man überhaupt dorthin kommt. Die meisten Mainboard-Hersteller geben zu Beginn des Systemstarts eine Meldung aus, mit welcher Taste Sie ins BIOS gelangen. Leider gibt es oft ein recht kleines Zeitfenster, um diese Meldung zu lesen und die Taste zu drücken - was natürlich vor dem Windows-Start geschehen muss. Sehr gute Chancen haben Sie immer mit [ENTF], weitere Hinweise zum BIOS-Zugang zu konkreten Systemen finden Sie hier.

BIOS konfigurieren

Die meisten Einstellungen im BIOS sind automatisch auf passenden Werten, manche sind auch einfach nur mäßig relevant. Im Folgenden sehen Sie einige Einstellungen, die Sie sich aber mal anschauen sollten - denn es gibt einige Features, die schlicht gar nicht erst aktiviert sind. Andere wiederum brauchen Sie vielleicht gar nicht. Eine lehrreiche Tour ist es allemal, selbst wenn Ihr System bereits optimal läuft.

Wichtig: Natürlich sehen Bilder und Menüs nicht immer identisch aus, das wankt von Hersteller zu Hersteller. Grundsätzlich werden Sie aber meist die gleichen Funktionen finden. Hier im Beispiel kommt ein MSI-Mainboard mit dem MSI Click BIOS zum Einsatz.

Navigation

In modernen BIOS können Sie in der Regel mit der Maus arbeiten. Falls nicht, nutzen Sie die Pfeiltaste zum Navigieren, [ENTER] zum Öffnen von Dialogen und Setzen von Einstellungen und [ESC], um zum vorigen Menü zurückzukehren beziehungsweise Dialoge abzubrechen. Die Grundeinstellungen finden Sie im Bereich "Settings". Sie können die Sprache des BIOS anpassen, wenn Sie aber zumindest ein wenig Englisch verstehen, sollten Sie es dabei belassen, da im Netz in aller Regel mit den englischen Begriffen gearbeitet wird.

Moderne UEFI-BIOS sind einfach mit der Maus zu bedienen.

Power Management

Unter "Settings/Advanced/ACPI Settings" finden Sie Einstellungen zur Energieverwaltung Advanced Configuration and Power Interface (ACPI). Hier lohnt ein Blick auf die Optionen, auch wenn sich hier im Bild just nur das Verhalten der Power-LED steuern lässt.

Mehr Spielerei als Nutzen.

Peripherie

Wirklich wichtig sind die Optionen unter "Settings/Advanced/Integrated Peripherals". Hier können Sie zum Beispiel die auf dem Mainboard integrierten Controller für Audio und Netzwerk deaktivieren, wenn Sie stattdessen einzelne Karten verbauen wollen. Vor allem aber lässt sich SATA hier einstellen: Zum einen dürfen Sie über "SATA Mode" den RAID-Modus aktivieren, um mehrere Festplatten als einen Verbund zu nutzen. Zum anderen schalten Sie hier die Hotplug-Funktion für einzelne Anschlüsse frei. Hotplug heißt, Sie können Laufwerke im laufenden Betrieb einstöpseln und nutzen, ohne den Rechner neu starten zu müssen.

Hotplug kann ein wirklich hilfreiches Feature sein.

Multi-Monitor

Sie haben eine richtige Grafikkarte? Dann schauen Sie mal unter "Settings/Advanced/Integrated Graphics Configuration". Hier lässt sich das Feature "IDG Multi-Monitor" aktivieren, um einen weiteren (dritten) Monitor anzuschließen. Standardmäßig wird das deaktiviert sein.

Ein dritter Monitoranschluss - zum Beispiel für einen Fernseher.

Start beschleunigen

Ein ausschließlich und auch nur unter bestimmten Umständen nützliches Feature vor allem zum Sparen von Strom finden Sie unter "Settings/Advanced/Intel Rapid Start Technology" - weitere Infos zur Rapid Start Technology bekommen Sie hier.

Nicht wirklich, was der Name verspricht - aber vielleicht haben Sie ja Glück und das richtige Setup.

Aktualisierung im Stand-by-Betrieb

Unter "Settings/Advanced/Intel Smart Connect Technology" gibt es ein im privaten Umfeld vermutlich etwas gruselig anmutendes Feature. Ist dieses aktiviert, wird der Rechner nämlich regelmäßig aus dem Stand-by-Betrieb geweckt, um Anwendungen zu aktualisieren (sofern diese automatische Online-Updates fahren). Praktisch ist das zum Beispiel, wenn Sie einen Media-Server oder ähnliches im Keller laufen lassen und nur alle paar Wochen nutzen.

Derlei Aktualisierungen bieten sich nur für sehr spezielle Szenarien an.

Verhalten bei Stromausfall

Und noch eine Einstellung für den eben erwähnten Server im Keller: Was soll der Rechner nach einem Stromausfall machen? Sie haben die Wahl zwischen Ein, Aus und Rückkehr zum letzten Zustand. Und bei entfernten Servern ist ein automatischer Neustart sicherlich im Sinne des Betreibers.

Schickes Notfall-Feature für Stromausfälle.

Windows-Features

Im Bereich "Settings/Advanced/Windows ..." bietet MSI hier allerlei Optionen explizit für Windows 8, 8.1 und 10. Interessant könnt das allenfalls sein, wenn Sie den Rechner etwa mit Windows 7 gekauft und dann manuell aktualisiert haben. An dieser Stelle ließe sich zum Beispiel Secure Boot aktivieren. Generell sind die hier zu findenden Features mit Vorsicht zu genießen. Ohne intensive vorherige Beschäftigung, auch mit dem "MSI Fastboot", sollten Sie die Finger davon lassen!

Konfigurationsfehler können Sie vom Rechner aussperren.

Rechner aufwecken

Normalerweise werden Sie den Rechner mittels Power-Taste aus dem Schlaf wecken, unter "Settings/Advanced/Wake Up Events" lässt sich das ändern. Wenn Sie es lieber per Tastaturklick oder USB-Gerät erledigen möchten, ist hier der richtige Ort. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn der Rechner schlecht zu erreichen ist.

Aufwecken per Tastenklick - eine Alternative zum Ein-/Aus-Schalter.

Boot-Reihenfolge

Wirklich spannend und nützlich wird es nochmal unter "Settings/Boot." Hier legen Sie die Reihenfolge der Startmedien fest und zwar auf zwei Ebenen: Zum einen können Sie eine fixe Boot-Reihenfolge vorgeben. Zum anderen Prioritäten für die einzelnen Geräteklassen bestimmen. Wenn Sie also als erstes Boot-Gerät "USB-Gerät" festgelegt haben, können Sie alle verfügbaren USB-Geräte ebenfalls in eine Reihenfolge bringen. Wenn Sie beispielsweise ab und an Live-Betriebssysteme, etwa ein Linux, von DVDs oder USB-Sticks starten, sollten Sie diese Geräte in der Reihenfolge oben platzieren. Ist ein solches Gerät eingelegt, wird davon gestartet, andernfalls ganz regulär von der Festplatte. Sollten Sie nur sehr selten von anderen Speichern booten, sollten Sie hingegen Ihre Festplatte ganz oben platzieren, damit nicht jedesmal nach DVDs oder Sticks gesucht wird. Über die Startseite des BIOS oder das jeweilige Boot-Menü haben Sie natürlich immer die Möglichkeit, das zu bootende Gerät vor dem Start individuell auszuwählen.

Die Boot-Reihenfolge ist die vielleicht gängigste Einstellung im BIOS.

Sicherheit

Ihr Windows ist bestimmt mit einem Passwort geschützt. Ihr BIOS auch? Vermutlich nicht. Und das können Sie bei Bedarf über "Settings/Security/Administrator Password" korrigieren. Und vielleicht haben Sie sogar die Möglichkeit, noch die "Chassis Intrusion Detection" zu nutzen, die das Öffnen des Gehäuses protokollieren soll. Wenn Ihr Rechner mehr oder weniger öffentlich herumsteht, ist das eine sehr gute Idee! Wenn Ihr System das nicht leistet, sei Ihnen aber die Quick&Dirty-Methode empfohlen: Versiegeln Sie das Gehäuse einfach mit Wachs oder einem aufgeklebten Papierstreifen mit Ihrer Unterschrift drauf - das ist weitgehend narrensicher.

Ein nicht abgesichertes BIOS ist eine große Gefahr.

Performance

Viele Mainboards bieten auch gleich Overclocking an, bei MSI unter "OC" zu finden. Dieses Übertakten hat von früher noch einen schlechten Ruf, aber vorsichtig und in Maßen eingesetzt, führt das eher selten zu Problemen. Allerdings ist es auch keine Wunderwaffe, um alte PCs nochmal für drei Jahre zu reaktivieren. Overclocking ist aber auch wieder ein ganz eigenes Thema, daher an dieser Stelle nur so viel: Wenn Sie den Takt erhöhen, steigen die Temperaturen - steigen sie zu hoch, kann die Hardware dauerhaft beschädigt werden (auch wenn sie in der Regel vorher einfach aus geht).

Das Übertakten von Komponenten bringt ein wenig mehr Speed, birgt aber Risiken.

Unter OC fallen bei MSI allerdings nicht nur Takte. Unter "Overclocking/CPU Features" lassen sich allerlei CPU-Funktionen ein- und ausschalten. Und zumindest die ersten beiden sind schon recht spektakulär: Über "Active Processore Cores" beschränken Sie die CPU-Kerne auf eine bestimmte Anzahl und über "Hyper-threading" deaktivieren Sie auf Wusnch die Hyper-threading-Funktion, also das Aufteilen physischer Kerne in jeweils zwei virtuelle Kerne. Damit wird die Charakteristik des Prozessors völlig auf den Kopf gestellt. Wirklich sinnvoll ist das aber höchstens, um ein extrem stromsparendes System aufzubauen, Tests durchzuführen oder sehr sehr spezielle Programme schneller laufen zu lassen (es mag Situationen geben, da Hyper-threading kontraproduktiv ist).

Ein Blick in die CPU-Features ist schon spannend.

Fazit

Es gibt leider nicht die einen richtigen Einstellungen, nicht einmal die eine BIOS-Oberfläche - aber die Nutzung des BIOS einerseits ziemlich einfach und andererseits komplett optional. Wenn Sie aber experimentieren möchten, denken Sie an Backups! Bei MSI lassen sich zum Beispiel Profile anlegen, die sich auch als Backups nutzen lassen. Sie könnten aber auch komplett unterschiedliche Systeme realisieren und je nach BIOS-Profil zum Beispiel mal ein übertaktetes System mit Windows booten, mal ein auf Ennergieeffizienz getrimmtes Linux von einer ganz anderen Festplatte.