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IPv4 und IPv6: Was sind die Unterschiede?


Bild: <span>FlashMovie/Shutterstock.com</span>

Mithilfe von IP-Adressen werden Geräte in Netzwerken identifiziert. Das gilt sowohl für Ihr Heimnetzwerk als auch für das Internet. Die Schnittstelle dazwischen ist meist Ihr Router, der deswegen eine interne und eine externe IP-Adresse hat. Mittlerweile gibt es zwei verschiedene IP-Standards: IPv4 und IPv6. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Unterschiede zwischen den IP-Versionen sind.

Internet-Protokoll (IP) regelt Datenverkehr

IP steht für "Internet Protocol". Das Internet-Protokoll ist ein Standard, der den Datenverkehr im Internet regelt. Auf diesem Protokoll basieren auch die IP-Adressen, mit denen Geräte innerhalb eines Netzwerks eindeutig identifiziert werden können, etwa im Internet. Die Adressen sind wichtig für den Datenverkehr: Wenn Sie eine Webseite aufrufen, schickt Ihr Router diese Anfrage an den Server der Webseite. Dieser wiederum schickt die Ansicht der gewünschten Seite an genau die IP-Adresse, von der die Anfrage kam.

Hat Ihr Router die Antwort des Servers bekommen, schickt er sie an das Gerät weiter, das die Anfrage gestellt hatte. Damit das klappt, gibt es innerhalb eines (Heim-) Netzwerks wiederum eigene, interne IP-Adressen. Der Router schickt die Antwort an Ihr Endgerät, die Webseite wird Ihnen angezeigt. Wie IP-Adressen aufgebaut sind, regeln heute die beiden IP-Standards IPv4 und IPv6. Die Bezeichnung steht dabei für "Internet Protocol Version vier" bzw. Version sechs.

IPv4: Adressen werden knapp

Der Hauptunterschied zwischen Adressen nach IPv4 und IPv6 ist deren Aufbau, also die Länge und Zusammensetzung der Adresse. Beim älteren Standard IPv4 besteht eine IP-Adresse aus vier Dezimalzahlen, die durch Punkte getrennt sind und jeweils zwischen 0 und 255 liegen können. Das sind zusammen 32 Bit. Eine IPv4-Adresse könnte zum Beispiel sein: 35.255.8.160.

So können nur relativ wenige verschiedene IPv4-Adressen gebildet werden. Da es aber immer mehr Geräte gibt, die mit dem Internet verbunden sind, werden die IPv4-Adressen knapp und müssen oft neu vergeben werden. Das nennt man auch dynamische IP-Adressen.

IPv6: Individuelle Adressen sind möglich

Mit dem neuen Protokoll IPv6 können deutlich mehr unterschiedliche Adressen gebildet werden. Diese enthalten acht Ziffern-Buchstaben-Folgen, die maximal vierstellig sein können und durch Doppelpunkte getrennt sind. Die Ziffern können zwischen 0 und 9, die Buchstaben zwischen a und f liegen. Das sind zusammen 128 Bit, die hexadezimal notiert werden, um besser lesbar zu sein. Nullen zu Beginn eines Blocks und Blöcke, die aus vier Nullen bestehen, können bei IPv6 weggelassen werden. Eine IPv6-Adresse könnte also lauten: 3661:5fa8:l5a4:08d3:6512:f72e:5213:4544.

Abgesehen vom anderen Aufbau unterstützt IPv6 auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung IPsec. Dadurch, dass mit IPv6 viel mehr unterschiedliche Adressen gebildet werden können, wäre es sogar möglich, dass jedes internetfähige Gerät eine eigene Adresse erhält, die in allen Netzwerken gilt. Interne IP-Adressen würden damit überflüssig. Die erste Hälfte einer IPv6-Adresse kennzeichnet dafür das Netzwerk, die zweite Hälfte das Gerät innerhalb dieses Netzwerks.

Welchen Standard nutze ich?

Mit welcher Version des IP-Standards Sie surfen, hängt unter anderem von Ihrem genutzten Router und Endgerät sowie von Ihrem Internet-Anbieter ab. Wie Sie Ihre IP-Adresse herausfinden, lesen Sie hier. Mehr über IP-Adressen erfahren Sie in diesem Artikel.

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