Windows 10 Product Key auslesen und Aktivierungsfehler beheben

Wie jedes Windows muss auch Windows 10 mit einem Product Key aktiviert werden. Im Vergleich zu Windows 7 und Windows 8.1 hat sich dabei aber einiges geändert. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Auslesen des Product Key von Windows 10 beachten müssen.

In den meisten Fällen ist es unter Windows 10 gar nicht mehr möglich seinen Produkt-Key auszulesen. Denn wer Windows 10 direkt erworben hat und nicht durch ein Upgrade von Windows 7 bzw. Windows 8, erhält nur eine digitale Lizenz - keinen Schlüssel. Wenn Sie Windows 10 allerdings durch ein solches Upgrade erhalten haben, finden Sie hier Tipps zum Auslesen Ihres Produkt-Keys.

Was ist der Windows Product Key?

Windows ist nach wie vor ein kommerzielles Betriebssystem. Um dieses dauerhaft auf einem PC nutzen zu können, müssen Sie eine gültige Lizenz besitzen und das System aktivieren. Dazu benötigen Sie einen Schlüssel, den so genannten Windows Product Key. Die 25-stellige Kombination aus Zahlen und Buchstaben musste bis Windows 8.1 schon bei der Installation von Windows eingegeben werden, Windows 10 lässt auch eine spätere Eingabe zu. Ebenfalls bis Windows 8.1 galt: Für eine Neuinstallation des Systems muss der Product Key neu eingegeben werden.

Sie finden den Windows Product Key beispielsweise als Aufkleber auf einem PC oder Laptop oder auf der Retail-Verpackung des Systems. Fehlen diese Informationen, lässt sich der Product Key für die Neuinstallation von Windows aber auch mit speziellen Tools herausfinden. Programme wie Magical Jelly Bean Keyfinder oder ShowKeyPlus lesen den Windows Product Key aus der Windows-Registry aus, sodass Sie ihn notieren und das System später neu installieren können. Neben der eigentlichen Aktivierung bestimmt der Windows Product Key auch, welche Windows-Edition (also beispielsweise "Home" oder "Pro") installiert werden darf.

Windows 10: Vom Product Key zur digitalen Lizenz

In Windows 10, vor allem aber mit dem im August 2016 veröffentlichten Update auf Version 1607, hat Microsoft die Wichtigkeit des Product Keys stark herabgesetzt. In den meisten Fällen wird der Product Key für Windows 10 nämlich während oder nach der Installation und Aktivierung in eine so genannte "digitale Lizenz" umgewandelt. Die Lizenzdaten speichert Microsoft auf seinen Servern, die PCs werden dabei anhand von Hashwerten identifiziert.

Durch die digitalen Lizenzen ist der klassische Product Key nur noch selten von Bedeutung. (Quelle: Microsoft.com)

Auch beim Upgrade von Windows 7 bzw. Windows 8.1 auf Windows 10 erhält der entsprechende PC eine digitale Lizenz. Die Neuinstallation von Windows 10 auf dem gleichen PC ist damit weiterhin möglich. Wenn Sie Windows 10 nun auf dem gleichen PC erneut installieren, müssen Sie den Product Key nicht mehr eingeben. Das gilt beispielsweise dann, wenn Sie Windows 10 über die Funktion "Auffrischen" auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Haben Sie sich bei der Einrichtung von Windows 10 mit einem Microsoft-Konto angemeldet, ist auch die komplette Neuninstallation per Windows-Datenträger kein Problem. Sobald Sie sich mit dem gleichen Konto einloggen, erkennt das System die digitale Lizenz und aktiviert die Installation. Mehr Informationen zu digitalen Lizenzen und deren Vergabe liefert der Supportbereich von Microsoft.

Windows 10 Product Key auslesen: Geht das?

Durch die Praxis der digitalen Lizenz ist die Eingabe des Product Key für Windows 10 in der Regel nach der erstmaligen Installation und Aktivierung nicht mehr nötig. Auf neuen PCs oder Laptops mit einem vorinstallierten Windows 10 ist der Aktivierungsschlüssel zudem fest im BIOS gespeichert. Wenn Sie das System später erneut installieren, erfolgt die Aktivierung vollautomatisch. Der bis Windows 8.1 verbreitete Aufkleber mit dem Product Key gehört damit praktisch Vergangenheit an.

Trotz gültiger Produktaktivierung zeigen Tools wie ShowKey Plus unter Windows 10 meist nur generische Product Keys bzw. Platzhalter an.

Theoretisch funktionieren die Tools zum Auslesen des Product Keys auch unter Windows 10 noch. In der Praxis gilt das aber nur mit großen Einschränkungen. Oft zeigen ShowKeyPlus und Co. nämlich lediglich die so genannten generischen Keys an. Dabei handelt es sich um Standardschlüssel, die bei einer frischen Installation von Windows 10 die Windows-Edition festlegen. Ein Beispiel dafür ist der Schlüssel "VK7JG-NPHTM-C97JM-9MPGT-3V66T", mit dem Windows 10 Pro installiert werden kann. Die eigentliche Aktivierung über die Windows-Einstellungen erfordert nach wie vor einen unverbrauchten Schlüssel, der im Nachhinein eingegeben werden kann.

Windows 10: Probleme mit der Aktivierung beheben

Im Normalfall lässt sich die jeweilige Edition von Windows 10 auf dem gleichen PC recht einfach neu installieren und aktivieren. Wie in vorherigen Versionen verlangt Microsoft aber eine Neuaktivierung des Systems nach "erheblichen Änderungen der PC-Hardware". Darunter fällt beispielsweise der Tausch des Mainboards oder der Einbau der Windows-Festplatte in einen neuen Computer. Um Probleme mit der Neuaktivierung von Windows 10 zu vermeiden, empfiehlt Microsoft die Verknüpfung der Windows-Installation mit einem Microsoft-Konto. Nutzen Sie bereits ein solches Konto, ist Ihre Windows-Lizenz automatisch damit verknüpft. Sie können das ganz einfach nachprüfen: Öffnen Sie die Einstellungen von Windows 10 und navigieren Sie zum Bereich "Update und Sicherheit" > "Aktivierung". Hier zeigt Windows 10 die installierte Edition und den Aktivierungsstatus an.

Nutzen Sie ein Microsoft-Konto, verknüpft Windows 10 die Installation von Windows 10 automatisch damit.

Meldet das System die Verknüpfung mit einem Microsoft-Konto, ist der Wechsel auf neue Hardware kein großes Problem. Melden Sie sich nach dem Hardwaretausch einfach erneut mit Ihrem Konto an, um die Lizenz zu übertragen. Sollte das nicht direkt funktionieren (das kann etwa passieren, wenn die Hardwarewechsel nach Microsoft-Maßstäben zu häufig stattfinden), finden Sie im Bereich "Aktivierung" den Punkt "Problembehandlung". Öffnen Sie diesen und wählen Sie im Assistenten den Punkt "Ich habe kürzlich die Gerätehardware geändert". Der Assistent führt Sie durch die Reaktivierung von Windows 10.

Falls Sie ein lokales Konto zur Aktivierung von Windows 10 nutzen, wird es etwas komplizierter. Besitzen Sie eine OEM- oder Retailfassung von Windows 10, können Sie deren Key einfach erneut eingeben und die Installation aktivieren. Falls das nicht funktioniert, müssen Sie sich an den Kundendienst von Microsoft wenden. Die Infos dazu finden Sie hier: https://partner.support.services.microsoft.com/de-de/contactus/.

Am einfachsten ist es allerdings, vor einem größeren Hardwarewechsel ein Microsoft-Konto einzurichten und die Windows-Lizenz damit zu verknüpfen. Den Wechsel von einem lokalen auf einen Microsoft-Account erledigen Sie ebenfalls in den Windows-Einstellungen. Navigieren Sie in den Bereich "Konto". Hier wird Ihr Benutzerkonto als "Lokales Konto" geführt. Mit einem Klick auf "Stattdessen mit einem Microsoft-Konto anmelden" startet Windows einen Assistenten, mit dem Sie das lokale in ein Microsoft-Konto umwandeln. Die Verknüpfung der Lizenz erfolgt dann automatisch. Weitere Informationen zur Problembehandlung der Windows-10-Aktivierung finden Sie bei Microsoft: https://support.microsoft.com/de-de/help/20527/windows-10-activation-troubleshooter.

Die Nutzung eines Microsoft-Kontos macht den Hardwarewechsel mit Windows 10 einfacher.

Windows 10 Product Key auslesen: Wann bringt es doch etwas?

Wie bereits gezeigt ist es nur in den seltensten Fällen nötig oder gar möglich, den Product Key von Windows 10 auszulesen. Doch es gibt eine Situation, in der das Auslesen des Schlüssels auch im aktuellen Windows hilfreich sein kann.

Wenn Sie Windows 10 durch das Gratis-Upgrade von Windows 7 bzw. Windows 8.1 erworben haben, ist der für das Vorgängersystem verwendete Aktivierungsschlüssel noch auf dem PC gespeichert. Wenn Sie sich nun dazu entscheiden, Ihr so installiertes Windows neu aufzusetzen, kann eben jener Original-Key durchaus hilfreich sein. Im Idealfall funktioniert auch hier das Auffrischen von Windows 10 ohne Schlüsseleingabe. Falls es jedoch zu Problemen bei der Aktivierung von Windows kommt, besteht eine mögliche Lösung darin, den ursprünglichen Product Key einzugeben.

Nach einem Upgrade zeigt Windows 10 zwar einen generischen Produktschlüssel an, der Original-Key (in diesem Fall von Windows 8.1) lässt sich aber immer noch auslesen.

Das schon erwähnte Tool ShowKeyPlus bietet die Möglichkeit, den Aktivierungsschlüssel von Windows 7 oder Windows 8 auch unter Windows 10 herauszufinden. Auf einem PC, der auf Windows 10 aktualisiert wurde, zeigt das Programm unter "Original Key" den Product Key von Windows 7 oder Windows 8.1 an. Starten Sie dazu einfach das Programm ShowKeyPlus64.exe und notieren Sie sich den Windows-Schlüssel. Alternativ können Sie diesen auch mit einem Klick auf "Save" als Textdatei abspeichern. Achten Sie dabei darauf, dass ShowKeyPlus den Key standardmäßig mit Sternchen versteckt. Klicken Sie die entsprechende Zeile an, um den vollständigen Aktivierungscode für Windows 10 zu sehen.