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Datensatz zuletzt aktualisiert: 12.04.2019
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Wer große USB-Sticks, Festplatten und SD-Karten mit mehr als 32 Gigabyte hat, hat das Problem, dass Windows diese nicht mit Bordmitteln mit dem Dateisystem FAT32 formatiert. Dieses stellt besonders dann ein Problem dar, wenn eine über 32 GByte große SD-Karte in einer Digitalkamera verwendet werden soll, die zwar FAT32 aber nicht exFAT kennt. Mit letzterem sind nämlich SDXC-Karten über 32 GByte formatiert.

Das Kommandozeilenprogramm H2format von c't hilft und formatiert Partitionen auf Speichermedien mit dem FAT32-Dateisystem auch dann, wenn sie über 32 GByte groß sind.

H2format formatiert große Partitionen

H2format wurde vom c't Redakteur Harald Bögeholz für Microsoft Windows programmiert und kann Partitionen bis zu einer Größe von 2 Terabyte mit dem FAT32-Dateisystem formatieren. Eine externe Festplatte in gängiger Größe ist somit ebenfalls zügig FAT32 formatiert. Allerdings tut die Software dies nur, wenn die Partition nicht mit einem Dateisystem versehen ist. Der Autor der Freeware wollte nämlich verhindern, dass man versehentlich eine Partition formatiert, auf der noch Daten liegen, die ansonsten vernichtet würden.

Partition mit Windows-Mitteln löschen

Über die Computerverwaltung von Windows lässt sich eine formatierte Partition löschen, damit man sie anschließend mit H2format formatieren kann. Dazu ist in der Datenträgerverwaltung die gewünschte Partition zu wählen und im Kontextmenü "Volumen löschen..." anzuklicken. Danach muss für die gelöschte Partition ein neues, einfaches Volumen erstellt werden, das man aber nicht formatieren darf. Dabei ist der Partition auch ein Laufwerksbuchstabe zuzuweisen, damit die Festplatte oder ein anderes Gerät im Dateisystem unter Windows anschließend komfortabel zu erreichen ist.

Leere Partition mit H2format formatieren

Wenn diese Schritte ausgeführt sind, kann die gelöschte und wieder angelegte Partition mit H2format formatiert werden. Dazu ist eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten zu öffnen. Im Startmenü drückt man über dem Programm "Eingebeaufforderung" die rechte Maustaste und wählt "Als Administrator ausführen" aus, wozu natürlich das Administrator-Passwort bekannt sein muss. Danach geht man in das Verzeichnis, in dem das Programm "h2format.exe" liegt. Es befindet sich übrigens in dem über unseren Download erhältlichen Archiv "h2format.zip", das sich zum Beispiel mit 7-Zip auspacken lässt. In der Eingabeaufforderung mit Administratorrechten ist dann der Befehl h2format x: einzugeben, wobei für x der Laufwerksbuchstabe einzusetzen ist, der der zu formatierenden Partition zugewiesen wurde.

Dies ist die einfache Art, mit H2format ein FAT32-Dateisystem zu erzeugen. Darüber hinaus lässt sich auch noch die gewünschte Clustergröße angeben. Diese kann 8, 16, 32 oder 64 Sektoren betragen. Bei einer Clustergröße von 32 Sektoren lautet der Befehl: h2format x: 32

FAT32 hat Grenzen

Das Dateisystem FAT32 ist mittlerweile ein Standard-Dateisystem und in der Regel eine Voraussetzung, damit Digitalkameras, MP3-Radios oder andere Media-Player externe Speichermedien lesen können. Für Fotos und MP3-Dateien dürfte FAT32 keine Probleme bringen, denn diese Dateien sind in der Regel relativ klein. Video-Dateien können hingegen mehrere Gigabyte betragen, was zu einem Problem führt wenn sie größer als 4 Gigabyte sind, da die maximale Dateigröße bei einem FAT32-Dateisystem nur 4 Gigabyte betragen darf. Deswegen speichern manche DVB-S-Receiver beim Aufnehmen von TV-Sendungen diese in mehreren Videodateien mit je maximal einem Gigabyte.

H2format-Probleme beheben

In Foren liest man gelegentlich von Problemen im Umgang mit H2format, wobei auch der Fehlercode 5h oder 2h genannt wird. Ein Fehlercode erscheint zum Beispiel dann, wenn H2format in einer Eingabeaufforderung ohne Administratorrechte aufgerufen wurde oder wenn die zu formatierende Partition noch ein Dateisystem enthält – auch dann, wenn sie keine Dateien vorhanden sind.

Deswegen die Eingabeaufforderung immer mit Administratorrechten starten. Dieses gelingt, indem man das Programm "Eingabeaufforderung" sucht, den Mauszeiger darauf bewegt, die rechte Maustaste drückt und den Punkt "Mit Administratorrechten ausführen" anklickt. Dies ist selbst dann nötig, wenn man mit einem Admin-Konto eingeloggt ist.

Sollte sich noch ein Dateisystem auf dem USB-Stick, der Festplatte oder SD-Karte  befinden, muss die Partition zuerst gelöscht werden. Dazu wird das Programm "Computerverwaltung" gestartet und der Menüpunkt "Datenspeicher > Datenträgerverwaltung" gewählt. Nun zeigt Windows alle Datenträger mit den darauf befindlichen Partitionen an. Anschließend ist der Eintrag für das zu formatierende Gerät zu suchen, die darauf befindliche Partition mit der rechten Maustaste anzuklicken und der Kontextmenüpunkt "Volume löschen..." zu wählen. Nach der Löschung lässt sich ebenfalls über die rechte Maustaste ein neues einfaches Volumen anlegen, für das man keinen Laufwerksbuchstaben anlegt und das auch nicht formatiert werden darf. Denn Letzteres wird später mit H2format erledigt.

Probleme gibt es auch, wenn zum Beispiel ein USB-Stick gefälscht ist. Gefälschte USB-Sticks sind immer wieder mal im Umlauf, wie c't 1/2018, Seite 24 berichtet. Deswegen sollte vor der Formatierung mit H2format das Programm H2testw verwendet werden, um die wirkliche Größe des USB-Sticks zu ermitteln. Dies ist wichtig, weil bei einem manipulierten USB-Stick Dateien verloren gehen.

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