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Datensatz zuletzt aktualisiert: 05.12.2018
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Die Zeiten, in denen ein Computer eine Insel war und mit der Umwelt wenig in Kontakt kam, sind vorbei. Heute findet der Datenaustausch mit anderen Rechnern und Computersystemen statt. Dies kann zu Problemen führen, wenn Daten auf Datenträgern mit Dateisystemen liegen, die das genutzte Betriebssystem nicht beherrscht. Dies ist bei NTFS von Microsoft der Fall, das macOS nicht versteht. Aber es gibt Abhilfe durch NTFS-3G for Mac & Linux von Tuxera, sodass der Zugriff auf Dateien funktioniert.

Was sind Dateisysteme?​

Wie in jedem Buch, müssen auf Datenträgern wie USB-Stick, Festplatte, SD-Karte und SSD die Informationen strukturiert abgelegt werden, damit sie wieder auffindbar sind. In Büchern gibt es dafür das Inhaltsverzeichnis und Stichwortverzeichnis. Dieses ist in der Computerwelt der Datenspeicher ähnlich, egal ob es sich um einen Mac oder Computer mit Windows oder Mac handelt. Allerdings gibt es hier verschiedenen Verfahren, wie die Informationsverwaltung aussehen kann.

Dies spiegelt sich entsprechend in den zahlreichen Dateisystemen wieder, die die Informationsverwaltung übernehmen. Darunter sind das von Apple bekannte Macintosh File System (MFS), das Hierarchical File System (HFS), das Hierarchical File System mit Journaling (HFS+), das Hierarchical File System mit Journaling sowie Groß- und Kleinbuchstaben (HFSX) und dem Apple File System (APFS), dem Nachfolger von HFS+.

Neben den Dateisystemen von Apple gibt es in der Linux-Welt die verbreiteten Dateisysteme ext, ext2, ext3 und ext4, die aufeinander aufbauen und immer eine Erweiterung bringen. So sorgt das Journaling zum Beispiel für einen konsistenten Zustand des Dateisystems und rekonstruiert Daten nach Abstürzen und Stromausfällen.

Sehr bekannt ist das Dateisystem FAT mit seinen Varianten FAT12, FAT16 und FAT32, das auf Hardware wie Speicherkarten zum Einsatz kommt, die in Smartphones, Tablets und Digitalkameras stecken. Mittlerweile wird es von exFAT abgelöst, das Speicherkarten über 32 GByte verwenden.

Das Dateisystem NTFS

Auf Windows-PCs nutzt Microsoft seit Jahren das Dateisystem NTFS für das Betriebssystem. Dabei nutzt Windows jeweils eine NTFS-Partition für das System-Laufwerk C: sowie das Daten-Laufwerk D: und bringt entsprechend den NTFS-Treiber mit, der bei der System-Installation auf den Computer kommt. Da bei FAT32 Dateien nur unter 4 GByte (232 Byte) groß sein dürfen, punktet hier NTFS, das eine weitaus höhere Dateigröße erlaubt, was zum Beispiel bei Videos sowie Images für DVDs und Blu-ray-Discs der Fall ist. Somit ist hier ein über 4 GByte großes ISO-Image von Windows 10 für das Brennen auf DVD herunterladbar. Eine Dateigrößenbegrenzung gibt es ebenso für NTFS, die aber erst bei 264 - 1024 Byte liegt und ist somit deutlich höher ist.

Da NTFS im Vergleich zum jüngeren exFAT schon in den 1990er entwickelt wurde, findet es sich auf vielen Microsoft Windows Systemen und Datenträgern. Entsprechend ist es für Mac-Nutzer relevant, die auf Datenspeicher mit NTFS zugreifen müssen. Dieses geht nicht mit dem Original NTFS von Microsoft, sodass für POSIX-Betriebssystem wie Linux und macOS NTFS-3G entwickelt wurde.

NTFS-3G versteht NTFS

NTFS-3G ist eine Open-Source-Version von NTFS in Form eines FUSE-Treibers. Bei FUSE (Filesystem in Userspace) beziehungsweise MacFUSE ist der Treiber nicht im Kernel des Betriebssystems integriert, sondern wurde in den Benutzerbereich auch User-Space verlegt und bindet Dateisysteme ein, die das genutzte Computer-System nicht unterstützt. So lassen sich mit NTFS-3G NTFS-Laufwerke auf internen oder externen Festplatten mit der Mount-Funktion einbinden und Dateien mit der Read-Funktion lesen, aber auch schreiben und löschen. 3G steht übrigens wie beim Mobilfunk für Dritte Greneration, allerdings haben NTFS-3G und 3G-UMTS natürlich nichts gemeinsam.

Wie oben schon erwähnt, ist ein Dateisystem mehr als nur ein reines Inhaltsverzeichnis, das zudem Dateien erstellt, löscht und ändert. Moderne Dateisysteme schützen vor Datenverlust und kümmern sich um die Zugriffsrechte. Bei diesen gibt es Unterschiede zwischen NTFS von Microsoft Windows sowie den POSIX-Systemen, zu denen Linux, Mac OS X, OS X und macOS gehören. Wenn eine Datei zwischen einem Mac- oder Linux-Dateisystem und einem NTFS-Laufwerkt kopiert wird, überträgt NTFS-3G in Teilen die gesetzten Zugriffsrechte. Dabei unterstützt NTFS-3G neben den Standardrechten von Linux und Mac die Access Control List (ACL), die eine feinere Vergabe der Zugriffsrechte für einzelne Nutzer erlaubt.

Ein Problem bei der Nutzung von mehreren Betriebssystemen auf einem Computer ist der Ruhezustand von Windows. Bei diesem wird ein Computer nicht heruntergefahren, sondern der Speicherzustand gesichert und nach dem Aufwachen wieder geladen. Entsprechend erkennt Windows nicht, wenn eine Datei auf einem von ihm genutzten Laufwerk zwischenzeitlich durch ein anderes Betriebssystem verändert wurde. Um die dadurch verursachten Probleme und Datenverluste zu vermeiden, bindet NTFS-3G unter Linux sowie macOS die von Windows genutzten Laufwerke nur schreibgeschützt ein, sodass keine Änderung der Dateien möglich ist.

Tuxera NTFS for Mac

Ein Entwickler von NTFS-3G ist Szabolcs Szakacsits der Gründer des finnischen Unternehmens Tuxera, das NTFS-3G vorantreibt. Es hat deswegen mit Microsoft einen Vertrag geschlossen, um sich gegen mögliche Ansprüche abzusichern und bietet den NTFS-3G Treiber in einer Community-Edition als Freeware sowie als kostenpflichtigen Mac Treiber Tuxera NTFS for Mac an.

Der lizenzpflichtige Treiber soll eine bessere Performance als die Freeware bieten und zudem eine bessere Kompatibilität zu NTFS. Neben dem Lesen, Schreiben und Löschen von Dateien unterstützt Tuxera NTFS for Mac erweiterte Dateiattribute und kommt mit Virtualisierung von Parallels Desktop sowie VMware Fusion zurecht.


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