Windows zickt - was tun?

Es ist ein Problem fast so alt wie Windows selbst: An einem Tag läuft das Microsoft-System noch komplett rund, am nächsten geht auf einmal gar nichts mehr. Tatsächlich kommt es auch im aktuellen Windows 10 immer noch vor, dass das Betriebssystem plötzlich nicht mehr so will, wie Sie. Doch keine Sorge: Nur in den seltensten Fällen ist eine Windows-Neuinstallation nötig, um Probleme wie Programmabstürze und Bluescreens zu beheben. Mit der richtigen Strategie können Sie die Windows-Fehler eingrenzen und im Idealfall beheben.

Windows-Fehler zeitlich eingrenzen

Der erste Ansatzpunkt, um Windows-Fehler zu beheben besteht darin, den Zeitpunkt einzugrenzen, ab dem sie auftraten. Spinnt Windows beispielsweise nach einem großen Update wie dem Fall Creators Update? Oder gibt es Ärger, seitdem Sie den Grafikkartentreiber aktualisiert oder eine neue Sicherheitssuite installiert haben? In diesem Fall sollten Sie erwägen, die Schritte rückgängig zu machen - diverse Ansatzpunkte dafür zeigen wir Ihnen weiter unten.

Liefert Windows einen Fehlercode, beispielsweise einen Bluescreen? Dann lohnt es sich, die entsprechende Fehlermeldung in Foren (etwa dem Heise-Forum) oder schlichtweg bei Google zu suchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Windows-Nutzer ähnliche Probleme hatten, ist hoch - und oft liefern sie auch gleich eine Lösung.

Änderungen rückgängig machen

Wenn der Windows-Ärger nach einer bestimmten Änderung begann, sollten Sie versuchen, diese rückgängig zu machen. Am effektivsten ist die Wiederherstellung eines Wiederherstellungspunktes oder eines Backups (s. unten). Alternativ können Sie die Änderung auch gezielt zurücknehmen. Ein "Klassiker" in Sachen Windows-Ärger sind fehlerhafte Treiber. Wenn nach dem Treiber-Update für die Grafikkarte beispielsweise das Monitorbild flackert, kann es helfen, den alten Treiber wiederherzustellen.

So machen Sie ein Treiber-Update unter Windows rückgängig:

Auch Windows-Updates können in der Praxis mehr Probleme machen, als sie beheben. Traurige Beispiele dafür sind die diversen Updates gegen die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre, die auf so vielen PCs zu Ärger führten, dass Microsoft sie zum Teil gar zurückziehen musste. Falls nach einem Patchday Probleme mit Windows auftreten, können Sie probieren, die Updates einfach zu deinstallieren. Unter Windows 10 starten Sie dazu die Einstellungen und navigieren Sie zu "Updates und Sicherheit -> Windows-Updates". Hier klicken Sie auf auf "Verlauf installierter Updates anzeigen" und dann auf "Updates deinstallieren". Sie landen nun in der klassischen Systemsteuerung, wo Sie die zuletzt installierten Updates sehen und diese bei Bedarf nacheinander deinstallieren können. Das sollten Sie aber wirklich nur dann machen, wenn ein Update nachweislich problematisch ist.

Wenn Sie nach einem fehlerhaften Windows-Update Ärger haben, können Sie es wieder deinstallieren.

Im gleichen Menü können Sie übrigens auch gleich Software deinstallieren, die Sie im Verdacht haben, Probleme zu machen. Klicken Sie dazu einfach links auf "Programm deinstallieren" und suchen Sie den vermeintlichen Übeltäter in der Liste.

Rettungsanker abgesicherter Modus

Doch was können Sie tun, wenn Sie gar nicht mehr auf die Windows-Oberfläche kommen, weil ein Bluescreen oder ein anderes Problem den Start verhindert? In diesem Fall kann der abgesicherte Modus von Windows die Rettung bringen. Beim Start im abgesicherten Modus lädt Windows nur die nötigsten Komponenten. Dadurch ermöglicht das System im Idealfall, Rettungsmaßnahmen wie die Deinstallation fehlerhafter Treiber, Programme oder Windows-Updates durchzuführen. Bis Windows 8 erreichen Sie den abgesicherten Modus, indem Sie während des Startvorgangs Ihres PCs die Taste "F8" drücken und im eingeblendeten Startmenü den entsprechenden Punkt auswählen.

Im abgesicherten Modus können Sie fehlerhafte Installationen rückgängig machen und andere.

Unter Windows 10 hat Microsoft diese Option entfernt. Den abgesicherten Modus gibt es aber trotzdem noch. Sollte Ihr PC bereits während des Hochfahrens abstürzen und neu starten, bietet Windows 10 den abgesicherten Modus nach einigen gescheiterten Startversuchen automatisch an.

Falls Sie noch auf die Windows-Oberfläche gelangen, können Sie den abgesicherten Modus folgendermaßen initiieren:

Windows 10 mit den erweiterten Startoptionen reparieren

Die im vorherigen Abschnitt gezeigten "Erweiterten Startoptionen" von Windows 10 bieten neben dem abgesicherten Modus noch weitere Ansätze, um Probleme mit dem System zu lösen. Der Punkt "System wiederherstellen" ist immer dann interessant, wenn eine Installation einen so genannten Wiederherstellungspunkt angelegt hat. Das machen beispielsweise größere Windows-Updates und Installation, alternativ können Sie die auch selbst einen solchen Punkt erstellen. Wie das geht, erklären wir Ihnen in dieser Anleitung.

Nutzen Sie die interne Backup-Funktion von Windows 10? Dann können Sie mit dem Punkt "Systemimage-Wiederherstellung" eine funktionierende Sicherung zurückholen.

Der Punkt "Starthilfe" führt automatisch eine Reihe von Maßnahmen durch, um mögliche Startprobleme von Windows 10 zu beheben. Unter anderem prüft das System dabei, ob der Bootloader stimmt und korrigiert diesen gegebenenfalls.

Der letzte interessante Punkt auf diesem Bildschirm: "Zur vorherigen Version zurückkehren". Damit können Sie innerhalb von 30 Tagen die Installation der größeren Windows-Updates - also dem Fall Creators Update etc. - rückgängig machen. Dabei gehen keine Dokumente verloren.

Die erweiterten Startoptionen von Windows 10 bieten eine Reihe von Maßnahmen, um Fehler zu beheben.

Wenn gar nichts mehr geht: Windows 10 zurücksetzen

Alle Maßnahmen bringen nichts, ein Backup ist nicht vorhanden und Windows will einfach nicht mehr? Dann bleibt nur noch die Tabula-Rasa-Option: Setzen Sie das System auf die Werkseinstellungen zurück. Erfreulicherweise bietet Windows 10 dabei die Option, Ihre Dokumente und sonstigen Dateien zu behalten. Eine komplette Formatierung der Systemplatte ist nicht mehr nötig, um Windows 10 wieder auf Vordermann zu bringen. Lediglich die installierten Programme, die nicht aus dem Windows Store stammen, müssen Sie nach dem Zurücksetzen manuell neu installieren.

Das Zurücksetzen von Windows 10 können Sie wahlweise im System selbst oder über die erweiterten Startoptionen initiieren. Wie es genau funktioniert und wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Über das Zurücksetzen können Sie dafür sorgen, dass Windows 10 wieder läuft wie geplant.