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7-Zip - besser als WinRAR, WinZip und Co

Wo die kostenlose Pack-Software der Konkurrenz überlegen ist

Das Pack- und Entpack-Tool 7-Zip ist schon seit Jahren eines der am meisten heruntergeladenen Programme bei uns. Gründe für die Beliebtheit gibt es viele. Ich zeige euch, was die Freeware den Konkurrenten wie WinRAR oder WinZip voraus hat.

Software zum Archivieren und Komprimieren von Daten - und natürlich dem entsprechenden Entpacken - gibt's eine ganz Menge. Die wohl bekanntesten Namen dürften WinZip, WinRAR und 7-Zip sein. Alle Programme haben ihre Stärken, und somit ihre Berechtigung - allerdings hält sich 7-Zip am hartnäckigsten unter den führenden Kandidaten unserer Top-Downloads. Das wird seine Gründe haben. Was also macht das kostenlose, freie Pack-Werkzeug - entwickelt von Igor Pavlov - besser als seine Kollegen?

In seinem Kern ist 7-Zip ein ganz normales Windows-Werkzeug zum Archivieren von Dateien - und zum Entpacken eben solcher Archive. Es unterstützt insgesamt 38 verschiedene Dateiformate - davon 31 nur beim Entpacken, die restlichen sieben sowohl entpackend als auch packend. Welche das genau sind, lässt sich in der Tabelle unten nachlesen. Genau wie bei den Kollegen ist eines der Dateiformate die "Hausmarke" - bei 7-Zip nennt sich diese "7z". Mit Dateien dieses Formats kann das Tool wegen des Heimvorteils am besten umgehen.

Egal, ob man nun eine große Einzeldatei, oder mehrere kleine in einem Archiv verpacken und damit in der Größe komprimieren möchte - 7-Zip hilft. Und dabei kann die Freeware nicht nur verschlüsselte Archive erstellen, sondern auch Multi-Part-Dateien aus den komprimierten Daten. Hier kann man die Archive in quasi beliebig viele, beliebig große "Häppchen" zerlegen. Das hilft etwa beim Teilen der Archive - und so lassen sie sich etwa auch auf mehreren Datenträgern wie DVDs sichern, sowie einfacher via Mail verschicken. Auch lassen sich die Archive per AES mit bis zu 256 Bit verschlüsseln.

7-Zip fügt sich nahtlos ins Kontext-Menü des Windows-Explorers ein, sodass die Funktionen unkompliziert über einen Rechtsklick erreichbar sind. Zusätzlich fungiert es auch Dateimanager, mit dem man sich durch die Verzeichnisbäume des Systems hangeln kann. Drag&Drop unterstützt er jedoch ebenfalls. Dank eines Kommandozeilen-Modus lässt sich das Tool auch unter Linux-Betriebssystemen einsetzen - hier fehlt dann eben die grafische Benutzeroberfläche. Die Linux-Variante nennt sich p7zip und ist über das Software-Center installierbar. Wer die Command Line unter Windows einsetzen möchte, kann das natürlich auch tun.

Alle gängigen Archivformate lassen sich mit 7-Zip entpacken. Auch in Gegenrichtung, also zum Erstellen eigener Archive, bietet das Tool eine gute Auswahl an leistungsfähigen Formaten an. Konkret werden die folgenden unterstützt:

Packen/Entpacken: 7z, XZ, BZIP2, GZIP, TAR, ZIP und WIM

Entpacken: AR, ARJ, CAB, CHM, CPIO, CramFS, DMG, EXT, FAT, GPT, HFS, IHEX, ISO, LZH, LZMA, MBR, MSI, NSIS, NTFS, QCOW2, RAR, RPM, SquashFS, UDF, UEFI, VDI, VHD, VMDK, WIM, XAR und Z

7-Zip ist nicht nur kostenlose, sondern sogar freie Software. Das heißt nicht nur, dass man das Programm auch im Job und kommerziellen Kontext einsetzen darf, sondern auch, dass interessierte Anwender und Programmierer fast den kompletten Quellcode herunterladen, überprüfen und modifizieren können. Nur verkaufen darf man das Tool natürlich nicht. Das bedeutet auch, dass man sich nicht mit nervigen Werbe- und Aktivierungs-Pop-ups herumschlagen muss, wie bei einigen anderen, namhaften Packern.

Für Nullkommanull Euro bekommt man mit 7-Zip ein Programm, dass mehrere Prozessor-Kerne sowie Hyper-Threading beim Arbeiten nutzen kann. Damit ist 7-Zip nicht allein - allerdings geht das effizienter und schneller vonstatten als bei den Kollegen: im Schnitt werden ZIP- und GZip-Archive hier zwischen zwei und zehn Prozent stärker komprimiert als bei der Konkurrenz – abhängig von der optional ausgewählten Verschlüsselung. Bei der Geschwindigkeit hat 7-Zip ebenfalls in fast allen Fällen die Nase vorn. Ausnahmen sind hier - wenig überraschend - die hauseigenen Dateiformate der anderen Tools: WinZip kann ein wenig besser mit ZIP-Dateien, WinRAR ein wenig besser mit RAR-Dateien umgehen. Die Unterschiede sind jedoch marginal. Einziger weiterer, ansatzweise nennenswerter Vorteil von WinZip und WinRAR: ZIP und RAR sind die am weitesten verbreiteten Archiv-Formate. Ob das den jeweiligen Kaufpreis von bis zu über 20 Euro, beziehungsweise anstrengende Nagscreens rechtfertigt, muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden.

Von der höheren, schnelleren Leistung abgesehen, die 7-Zip mit sich bringt, kann die Freeware außerdem auch noch selbst entpackende Archive erstellen - vorausgesetzt, man nutzt das hauseigene 7z-Dateiformat. Zu Missverständnissen bei der Bedienung der vielen Funktionen von 7-Zip dürfte es dabei nicht kommen - bei Veröffentlichung dieses Blogposts steht das Programm in insgesamt 87 verschiedenen Sprachversionen zur Verfügung.

Dank der oben genannten Funktionen und Features schnappt sich bei uns 7-Zip die Pole Position unter den Packern und Entpackern. Kostenlos, vielseitig, und der Konkurrenz in vielerlei Hinsicht überlegen - da fallen uns nur wenige Gründe ein, das Tool nicht seinen Kollegen vorzuziehen. Wer das ähnlich sieht, dem seien noch einige Hinweise und Tipps angetragen:

Wie erwähnt, ist 7-Zip "freie Software". Das bedeutet, dass man uneingeschränkt am Quelltext des Tools herum werkeln, ihn verändern, neue, eigene Funktionen implementieren, und das fertige Werk dann auch wieder mit anderen Nutzer teilen kann. Einzige Einschränkung hierbei: 7-Zip kann auch RAR-Archive entpacken. Demnach ist der Algorithmus zum Erstellen dieser im Quelltext verborgen, und ließe sich theoretisch rückentwickeln. DAS ist jedoch ausdrücklich verboten, da diese Archivierungs-Methode - Überraschung! - WinRAR vorbehalten, und entsprechend geschützt ist.

Darüber hinaus ist auch ein Plug-in für den FAR Manager erhältlich, mit dem sich 7-Zip in das Datei-Verwaltungstool im Text-Format einbinden lässt. Möchte man außerdem das Aussehen von 7-Zip auf dem Rechner dem eigenen Geschmack anpassen, so kann man dies mit dem 7-Zip Theme Manager tun. Das kleine Programm erlaubt etwa das Verändern des Fenster-Designs, oder den Look der verwendeten Icons.

Möchte man außerdem auch unterwegs stets geballte Archiv-Power dabei haben, kann man dafür das passend benannte 7-Zip Portable einsetzen, das sich ohne Installation auch etwa vom USB-Stick starten lässt. Die portable Version lässt sich übrigens auch mithilfe von WINE unter Linux nutzen - da dann auch wieder mit grafischem User-Interface.

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