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Cloud-Anbieter: Wie steht es um den Datenschutz?

Was passiert mit unseren Daten in der Cloud?

Die eigenen Daten zu sichern ist heutzutage schon eine Art Urinstinkt. Immer mehr Menschen greifen zu diesem Zweck auf die Cloud zurück. In diesem Beitrag habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie sicher unsere Daten in den Händen unterschiedlicher Cloud-Anbieter sind.

Viele Jahre standen uns für den Zweck der Datensicherung nur physische Speichermedien wie CDs, DVDs, USB-Sticks und externe Festplatten zur Verfügung. Datenträger und Speichermedien wurden zu Hauf angeschafft und die heimischen Regale und Schränke füllten sich. Doch seit einiger Zeit hat das ein Ende, denn die Cloud ist uns zur Hilfe geeilt. Nun geben wir unsere Daten in die Obhut von Fremden, was großes Vertrauen voraussetzt.

Konventionelle Speichermedien wie CDs und DVDs sind heutzutage fast vollständig von der Bildfläche verschwunden, zumindest im Hinblick auf die Aufbewahrung und Sicherung von Dokumenten, Fotos Musik, Videos und anderen Daten. Abgelöst wurde die Ära der runden, selbstgebrannten Datenträger schon vor einiger Zeit durch Speichermedien wie externe Festplatten und USB Sticks. In den letzten Jahren ist allerdings eine andere Art Daten zu speichern auf den Plan getreten und in Mode gekommen: die Cloud. Im Vergleich zu herkömmlichen Speichermedien benötigt man für die Ablage von Daten in einem Cloudspeicher keinerlei zusätzliche Hardware, sprich: man kommt gänzlich ohne physisches Medium aus. Einzig ein Gerät zum Speichern, Übertragen und Verwalten der Daten ist erforderlich, also ein PC oder Mac beziehungsweise ein Smartphone oder Tablet. Um eure Daten in einem Cloud-Speicher ablegen zu können, braucht ihr einen Cloud-Anbieter, der euch auf seinen Storage-Servern Platz für eure Daten zur Verfügung stellt. Das Hochladen und Verwalten - sowie später auch das Herunterladen - kann ausschließlich per Zugriff über den jeweiligen Clouddienst erfolgen, genauer gesagt über den Browser, einen Desktop-Client oder die entsprechende Mobil-App.

Die Vorteile des Cloud-Speichers gegenüber herkömmlichen Speichermedien liegen größtenteils auf der Hand: die Gefahr eines Datenverlusts durch beschädigte, defekte, verlegte oder gar verlorene Datenträger ist - wie eben diese Datenträger - nicht vorhanden. Außerdem hat man, Internetzugang vorausgesetzt, die Möglichkeit, jederzeit und von überall mit unterschiedlichen Geräten auf die eigenen Daten zuzugreifen. Das kann ein PC, Laptop oder Mac genauso wie ein Android- oder iOS-Mobilgerät sein. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, Daten mit der Familie, den Freunden oder auch Arbeitskollegen teilen zu können, ohne dafür einen Datenträger austauschen geschweige denn am gleichen Ort sein zu müssen. So lassen sich Bilder, Dokumente, Musik oder Videos mit anderen teilen beziehungsweise gemeinsam bearbeiten. Die meisten Clouddienste bieten Funktionen zur Administrierung der Daten - so können allen Nutzern, die Zugriff auf die jeweiligen Daten haben, unterschiedliche Rechte zum Lesen, Bearbeiten oder Herunterladen erteilt werden.

Genauso wie die Vorteile, sind auch die Nachteile der Datenablage in einer Cloud nicht außer Acht zu lassen. Die Server der bekannten Cloud-Anbieter sind nicht selten Hacker-Angriffen ausgesetzt, deren Ziel es ist, Zugang zu den Daten auf den Storage-Servern zu erlangen. Ein weiterer Knackpunkt ist die Weitergabe von Daten, denn wie bei allen Online-Diensten, die eine Registrierung oder das Anlegen eines Accounts für die Nutzung voraussetzen, verlangen auch die Cloud-Anbieter Konto- und Anmeldedaten wie Name, Adresse, Email, Telefonnummer und Zahlungsinformationen. Diese Daten werden selbstverständlich gespeichert, für die Bereitstellung des Dienstes verwendet und mitunter - je nach Anbieter und Datenschutzerklärung - auch bedingt weitergegeben. Und auch die in die Cloud hochgeladenen Daten sind von dieser Problematik betroffen. Die Inhalte werden nicht nur einfach gespeichert, sondern - zumindest teilweise und bei einigen Cloud-Anbietern - auch kopiert, verschoben, modifiziert, ausgewertet, geloggt oder andersweitig genutzt. Natürlich alles im Rahmen von Datenschutzrichtlinien, so der Tenor der Nutzungsbedingungen bei den meisten Cloud-Anbietern. Insbesondere wenn man als EU-Bürger auf außereuropäische Cloud-Anbieter wie Google oder Amazon zurückgreift, wird man mit Datenschutzbestimmungen konfrontiert, die nicht immer oder nur teilweise mit deutschem Datenschutzrecht und europäischen Datenschutzrichtlinien konform gehen.

Die Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärungen der Cloud-Dienste sind seitenlang - wer hätte das gedacht - und erfordern aufgrund schwammiger und verschachtelter Formulierungen konzentriertes Lesen. Es gibt Passagen bei denen aber selbst das nicht ausreicht, um die juristische Ebene dahinter zu verstehen, schon gar nicht als Laie. Trotzdem möchte ich euch an dieser Stelle einen Einblick in diese Texte und deren Inhalt geben.

Amazon Drive:

Amazon bietet eine Verschlüsselung per SSL für alle Daten, die vom Nutzer aus an Amazon übermittelt werden. Das bezieht sich auf Account-Daten, ebenso wie auf Daten die bei Amazon Drive hochgeladen werden. Amazon kann laut Nutzungsbedingungen auf alle Dateien zugreifen, sie nutzen und aufbewahren, um den Service anbieten zu können und die Bedingungen der Vereinbarung durchzusetzen und man gibt Amazon sämtliche Genehmigungen, die dafür benötigt werden. Zu diesen Genehmigungen gehören zum Beispiel die Rechte, Dateien zu Sicherungszwecken zu kopieren, Dateien zu modifizieren, um den Zugriff in verschiedenen Formaten zu ermöglichen oder Informationen über Dateien zu nutzen, um diese für den Nutzer zu organisieren und den Zugriff zu ermöglichen. Darüber hinaus erfasst und speichert Amazon alle Informationen, die auf der Website eingegeben oder in anderer Weise übermittelt werden.

Hier gehts zu den vollständigen Nutzungsbedingungen von Amazon

Google Drive:

Wer seine Daten bei Google Drive hochlädt, der räumt Google das Recht ein diese Inhalte weltweit zu verwenden, zu hosten, zu speichern, zu vervielfältigen, zu verändern, abgeleitete Werke daraus zu erstellen (einschließlich solcher, die aus Übersetzungen, Anpassungen oder anderen Änderungen resultieren, die vorgenommen werden, damit Inhalte besser in den Google-Diensten funktionieren), zu kommunizieren, zu veröffentlichen, öffentlich aufzuführen, öffentlich anzuzeigen und zu verteilen. Diese im Rahmen dieser Lizenz gewährten Rechte dienen ausschließlich zur Erbringung, Durchführung, Förderung und Verbesserung der Dienste sowie zur Entwicklung neuer Dienste. Auch Google nutzt bei vielen Diensten eine SSL-Verschlüsselung. Außerdem erklärt Google, das alle bei Google Drive hochgeladenen Daten in "sicheren Rechenzentren" gespeichert werden.

Hier gehts zu den vollständigen Nutzungsbedingungen von Google

Microsoft Onedrive

Microsoft versucht den Nutzer mit einer freundlichen klingenden Einleitung milde zu stimmen. "Wir beanspruchen kein Eigentum an Ihren Inhalten, Ihre Inhalte bleiben Ihre Inhalte(...)" heisst es dort. Die nachfolgenden Ausführungen gleichen inhaltlich aber denen bei Amazon und Google. So gewährt man auch Microsoft eine weltweite und gebührenfreie Lizenz für geistiges Eigentum zur Verwendung der eigenen Inhalte, zum Beispiel um Kopien der Inhalte zu erstellen oder diese aufzubewahren, zu übertragen, neu zu formatieren, mithilfe von Kommunikationswerkzeugen zu verteilen und über die Dienste anzuzeigen - soweit dies notwendig ist, um dem Nutzer und anderen die Dienste bereitzustellen (z. B. durch das Ändern von Größe, Form oder Format der Inhalte zur besseren Speicherung oder Anzeige), um den Nutzer und die Dienste zu schützen und um die Produkte und Dienste von Microsoft zu verbessern. Falls man seine Inhalte in Bereichen eines Dienstes veröffentlicht, in denen sie öffentlich oder ohne Einschränkungen online verfügbar gemacht werden, können diese Inhalte auch in Demos oder Materialien zur Bewerbung des Diensts erscheinen.

Hier gehts zu den vollständigen Nutzungsbedingungen von Microsoft

Dropbox:

Kontodaten wie Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Zahlungsinformationen, Postanschrift und Kontoaktivität werden, wie bei den meisten Cloud-Anbietern, auch bei Dropbox mitgeschnitten und verwendet. Um Dateien aufzubewahren, mit anderen Nutzern zusammenarbeiten und über mehrere Geräte hinweg arbeiten zu können, werden hochgeladene Dateien (dazu gehören neben Dateien auch Nachrichten, Kommentare, Fotos usw.) sowie zugehörige Informationen von Dropbox gespeichert, verarbeitet und übertragen. Bei diesen Informationen handelt es sich um Dinge wie die Profilinformationen, also um Informationen, die die Zusammenarbeit und das Freigeben von Inhalten für andere erleichtern. Dropbox bietet in den Einstellungen verschiedene Optionen für die Freigabe der hochgeladenen Dateien.

Hier gehts zu den vollständigen Nutzungsbedingungen von Dropbox

Leitz Cloud:

Leitz richtet sich nach eigenen Angaben gezielt nach deutschen Datenschutzbestimmungen und hat auch die eigenen Storage-Server in Deutschland aufgestellt. Zudem werden alle in die Leitz Cloud hochgeladenen Daten schon beim Upload verschlüsselt. Trotzdem werden natürlich auch bei Leitz Nutzerdaten erfasst, gespeichert und verwendet.

Hier gehts zu den vollständigen Nutzungsbedingungen von Leitz

Bei Google Drive bekommt ihr 15GB Cloudspeicher kostenlos, diesen könnt ihr mit dem Smartphone oder Tablet sowie eurem PC oder Mac nutzen. Wenn ihr mehr als nur den kostenlosen Speicher benötigt, bietet Google unterschiedliche kostenpflichtige Pakete an: für 100GB Speicherplatz werden 1,99 Euro/Monat fällig, das nächst größere Paket beinhaltet 1TB für 9,99 Euro/Monat. Falls das immer noch nicht ausreichend viel Kapazität für eure Daten ist, könnt ihr auch auf 10TB für 99,99 Euro/Monat, 20TB für 199,99 Euro/Monat oder sogar 30TB für stolze 299,99 Euro/Monat zugreifen.

Relativ neu unter den Cloud-Anbietern ist Amazon mit dem Cloud-Speicher Amazon Drive. Amazons Cloud-Lösung gibt es in zwei Varianten. Die "Prime Fotos"-Version, die in Amazon Prime bereits enthalten ist, bietet unbegrenzten Speicherplatz für Fotos sowie 5GB Speicherplatz für sonstige Dateien(Dokumente, Musik, Videos). Wenn ihr bereit seid, 70 Euro/Jahr zu investieren, bekommt ihr bei Amazon Drive das, wovon alle Film- und Musiksammler, Daten-Messies sowie Freunde von regelmäßigen und umfangreichen Backups träumen: unbegrenzten Speicherplatz. Von diesem grenzenlosen Angebot kann man sich dank einer 3-monatigen kostenlosen Testversion bei Bedarf selbst überzeugen. Beide Varianten - Prime Fotos sowie Amazon Drive - lassen sich mit allen gängigen Geräten verwenden, dafür gibt es die passenden Apps für Android und iOS, eine Web-App sowie einen Client.

Die Windows-Macher haben mit Microsoft Onedrive ebenfalls einen Cloud-Speicher im Angebot. Onedrive gibt es in einer "Nur Speicher"-Variante und als Teil der Office-365-Pakete. Im Detail betrachtet bedeutet das, dass ihr entweder reinen Cloud-Speicherplatz bekommt - 5GB kostenlos oder 50GB für 2 Euro/Monat - oder euch für ein Office-365-Abo entschließt. Office 365 bietet euch abermals zwei Varianten zur Auswahl, zum Einen die Personal-Edition(1 Office-Installation) für 69 Euro/Jahr mit 1TB Onedrive-Speicherplatz und zum Anderen die Home-Edition(5 Office-Installationen) für 99 Euro/Jahr mit insgesamt 5TB Cloud-Kapazität. Die Office-Variante von Onedrive bietet euch vom PC, Mac, Tablet oder Handy aus Zugriff auf eure Daten, während die "Nur Speicher"-Version nur mit dem PC beziehungsweise Browser nutzbar ist.

Leitz: Das deutsche Schreibwaren-Unternehmen, dessen Logo viele wohl schon einmal im Büro oder in der Schule gesehen haben, stellt seit kurzem auch einen eigenen Cloudspeicher - die Leitz Cloud - zur Verfügung. Dafür werden pro Nutzer und Monat jeweils 7,50 Euro für den Zugang sowie zusätzlich 2 Euro/Monat je 25GB Cloudspeicher fällig. Die Leitz Cloud kann man bei Bedarf auch zwei Wochen lang vollumfänglich und kostenlos testen. Der Clouddienst von Leitz lässt sich via Client oder Browser auf PCs und Macs sowie über die App für iOS- und Android-Geräte nutzen. Die Leitz Cloud verfügt zudem über eine integrierte Auto-Sync-Funktion, die dafür sorgt, dass gewünschte Daten automatisch abgeglichen und auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Die Dropbox gibt es nun schon seit zehn Jahren, wobei sie seit sieben Jahren Windows- Mac- und Linux-Nutzern als stabile Version zur Verfügung steht. Das aktuelle Angebot der Dropbox-Cloud unterteilt sich in Dropbox Plus für Privatanwender und Dropbox Business für Teamarbeit und Unternehmen. Die Plus-Variante schlägt mit 8,25 Euro/Monat für 1TB Speicherplatz zu Buche, während die Business-Version drei Modelle - Standard, Advanced und Enterprise - zur Auswahl stellt. Die Standard-Edition bietet 2TB Speicherplatz für 10 Euro/Nutzer/Monat und die Advanced-Edition "so viel Speicherplatz wie Sie brauchen" - für 15 Euro/Nutzer/Monat. Die Preise für Dropbox Enterprise gibt es nur auf Anfrage. Die Dropbox-Cloud könnt ihr über den Browser oder Client auf PC und Mac sowie die App für Tablets und Smartphones mit iOS- oder Android-Betriebssystem nutzen.

Daten sammeln sie ausnahmslos alle, das sollte keine Überraschung sein. Wie intensiv und zu welchem Zweck - da gibt es aber durchaus Unterschiede. Seine persönlichen Daten in eine Cloud hochzuladen setzt, wie eingangs erwähnt, großes Vertrauen voraus. Je nach Anbieter und Nutzungsbedingungen sowie Wichtigkeit und Sensibilität der eigenen Daten hat man die Wahl zwischen höheren Kosten für weniger Speicherplatz zugunsten eines Anbieters, der an deutsche Datenschutzbestimmungen gebunden ist und geringeren Kosten für viel Speicherplatz bei einem Unternehmen, dessen Firmensitz sich im außereuropäischen Ausland befindet und bei dem die Datensammel-Wut eher groß ist. Bei besonders sicherheitsrelevanten oder privaten Daten würde ich dazu raten, diese nach wie vor nicht in einer Cloud zu speichern - bei Daten wie Musik, Videos oder Bildern erscheint mir eine Cloud-Lösung aber durchaus als angebracht.

Speichert ihr eure Daten in der Cloud? Welchem Anbieter vetraut ihr welche Daten an? Teilt eure Meinung doch in den Kommentaren!

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