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Im Web surfen ohne den Adobe Flash Player

Braucht man den Flash Player heute noch?

Lange Zeit ging ohne Flash nichts im Internet. Denn mit Flash lassen sich interaktive Webseiten bauen und Videos sowie Musik wiedergeben. Aber Flash bringt immer wieder Sicherheitslücken und somit Gefahren für den Computer. Ich habe das Plug-in deshalb deaktiviert - und verrate, was man damit (nicht) verpasst.

Zu den Anfängen des Web in der Mitte der 1990er Jahre waren die Webseiten eher statisch mit festen Inhalten. Dies änderte sich aber bald und interaktive Webseiten, Animationen und Online-Spiele kamen hinzu sowie Multimedia mit Audios, Musik und Videos. Die Technik, die dies zu Beginn des 21. Jahrhunderts ermöglichte, heißt Flash, das einst von Macromedia stammte und seit der Übernahme durch Adobe als "Adobe Flash" bekannt ist. Mit Flash lassen sich interaktive, animierte Multimedia-Webseiten gestalten, deren Multimediainhalte mit der Skriptsprache ActionScript programmiert werden. Außerdem erlaubt es das Streaming von Musik, Audio- und Videoinhalten.

Um Flash-Webseiten nutzen zu können, muss der Adobe Flash Player für Windows, Mac OS X oder Linux installiert sein, was um 2005 auf vielen Rechnern der Fall war. Als YouTube gegründet wurde, ging in den ersten Jahren nichts ohne Flash. Der Flash-Player war Pflicht und gehörte zum Computer wie der Browser, in den der Flash-Player integriert wird. Denn der Flash-Player ist kein unabhängiges Programm, sondern eine Plugin, dass nach der Installation den Browser so erweitert, dass er Flash-Webseiten und Multimediainhalte mit Flash wie YouTube-Videos wiedergeben kann.

Für uns Nutzer ist dies ein bequemer Weg, um Videos, Musik und Live-Streams auf dem Desktop-Computer zu empfangen. Denn wenn der Adobe Flash Player und ein Browser auf der Computer sind, braucht man keine weitere Software die sich zum Beispiel in der Uni oder im Büro mangels Administratorrechte nicht installieren ließen.

Leider hat die Kombination aus Adobe Flash Player und Browser einen erheblich Nachteil: Sicherheitslücken! Sie kommen im Adobe Flash Player ständig vor und haben Flash in Verruf gebracht. Kaum ist ein Update mit Korrekturen fertig, kommt schon die nächste Aktualisierung – oder bleibt aus, was noch schlimmer ist. Denn die Schwachstellen machen den Windows-Computer unsicher, da so Malware beim Surfen eingeschleust werden kann.

Deswegen wird Flash von einigen Browsern standardmäßig blockiert und muss in den Browser-Einstellungen bei den Plugins aktiviert werden. Sicherer ist es, den Adobe Flash Player zu deinstallieren, anstatt es nur zu deaktivieren. Dieses geht unter Windows über die Systemsteuerung unter dem Punkt Programme. Doch dann lassen sich interaktive Flash-Multimediainhalte mit Musik, Audios und Videos sowie Flash-Animationen nicht mehr nutzen.

Flash ist eine Web-Technik aus dem ersten Web-Jahrzehnt und seit dem haben sich das Internet und dessen Technologien weiterentwickelt. Webseiten werden seit den Anfängen des Web in HTML programmiert. HTML steht für Hyptertext Markup Language, strukturiert Webseiten und entwickelt sich über die Jahre immer weiter. Aktuell ist HTML5 mit dem sich Audio- und Video-Inhalte abspielen lassen, ohne dass ein Plugin wie Flash nötig ist. Der verwendete Browser muss natürlich die HTML5-Spezifikation unterstützen, was die gängigen Browser wie Firefox, Google Chrome , Opera, Safari (Mac OS X) und Windows Edge tun. Ergänzend muss der genutzte Browser auch das Video-Format des abzuspielenden Films kennen, was nicht immer der Fall ist. Aber in der Praxis sollte dies eher selten vorkommen, da Firefox, Google Chrome und Opera die gängigen Video-Formate MPEG-4 (H.264), Ogg und WebM unterstützen.

Zudem wurden neue Web-Techniken wie JavaScript und CSS entwickelt, die heute jeder aktuelle HTML5-Browser beherrscht. JavaScript ist eine Skriptsprache, die Eingaben von Nutzern auf der Webseite auswertet und Seiten-Inhalte ändert oder nachlädt. Zusammen mit den Cascading Style Sheets (CSS) für die Gestaltung lassen sich so interaktive Webseiten bauen, die ohne Flash auskommen.

Der Trend weg von Flash und hin zu HTML5, JavaScript und CSS hat seinen Grund im Aufkommen der Mobilgeräte. Denn das 2007 erstmals erschienene iPhone unterstützt kein Flash und somit lassen sich hier keine Webseiten, Audios und Videos mit Flash nutzen. Auch für Smartphones und Tablets mit Android gibt es keine richtige Flash-Unterstützung. Denn Adobe entwickelte den Adobe Flash Player für Android nicht weiter. Erhältlich ist dieser nur in einer veraltet Version, die somit nicht wirklich zu empfehlen ist.

Deswegen lassen sich mit iPhone, iPad, Android-Smartphone und -Tablet Multimediainhalte nur nutzen, wenn die Website Web-Techniken mit HTML5, JavaScript und CSS einsetzt. Alternativ bleibt nur eine App, um einen Dienst zu nutzen, wenn sie denn angeboten wird.

Mittlerweile sind HTML5, JavaScript und CSS so verbreitet, dass Flash für interaktive Webseiten schon als exotisch anzusehen ist, aber durchaus noch für Audio, Musik, Videos und animierte Prospekte verwendet wird.

YouTube hat gleich mit Erscheinen des iPhones HTML5 eingeführt, sodass man Videos auf YouTube ohne Flash sehen kann. Auch heise Video und Vimeo lassen sich ohne den Adobe Flash Player nutzen.

Bei den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern ist das Bild uneinheitlich. So kann man Videos in den Mediatheken in der Regel ohne Flash sehen, während zum Beispiel der Live-Stream von Das Erste und vom ZDF den Flash-Player verlangt.

Aber es gibt auch Web-Dienste, bei denen ohne Flash nichts geht – darunter das Blödelvideo-Portal myspass.de und der Musikdienst Google Music.

Ohne den Flash-Player ist MySpass recht freudlos.

Ergänzend kommt mit Silverlight von Microsoft noch eine weitere Web-Technik ins Spiel, durch die Filme kopiergeschützt sind. Silverlight ist zum Beispiel für Netflix notwendig, um Videos im Browser wie Firefox anzusehen. Alternativ muss man den Netflix-Player für Firefox installieren oder Google Chrome verwenden.

Nein, Flash ist noch nicht komplett tot. So kam ich kürzlich bei meinen Urlaubsrecherchen auch auf Webseiten, wo Flash für das Blättern in Prospekten verlangt wurde. Aber der Trend geht ganz klar hin zu HTML5, JavaScript und CSS, sodass man meiner Ansicht nach auf Flash nicht nur verzichten kann, sondern das sogar sollte. Vor allem dann, wenn man öfter ein Update für den Adobe Flash Player installiert, als Flash-Inhalte nutzt. Und dies ist angesichts des Booms der Mobilgeräte wohl die Regel. Denn wenn Web-Dienste ihre Nutzer mobil erreichen wollen, müssen sie Web-Techniken nutzen, die im Browser, auf dem Smartphone und auf dem Tablet laufen.

Wer Videos über das Internet sehen und Musik hören will, kann dies ohne Flash bei YouTube, Vimeo, Dailymotion, Amazon, sky go, Soundcloud und Spotify tun. Die Videos in den Mediatheken der privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern sind in der Regel ohne Flash zugänglich. Bei myspass.de, Google Music sowie den Live-Streams von Das Erste und vom ZDF ist aber ein Flash-Player zur Zeit noch Pflicht. Und wer Netflix über den Browser nutzt, braucht gegebenenfalls Silverlight auf dem Computer.

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