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Teamviewer vs. Chrome Remote Desktop

Fernwartung mit TeamViewer und Chrome Remote Desktop

Wer Ahnung von Computern hat, ist sehr gefragt, wenn Freunde und Eltern Probleme haben. Solche Probleme über das Telefon zu klären ist mühsam bis unmöglich. Deswegen habe ich einen Blick auf Chrome Remote Desktop und TeamViewer geworfen, mit denen sich Computer fernsteuern und so reparieren lassen.

Es ist immer schön, gefragt zu sein, auch wenn dies im Falle von Computerproblemen zeitaufwendig und frustrierend sein kann. Fragt man den verzweifelten Hilfesuchenden, was er angestellt hat, und erhält die Anwort: "Ich habe doch gar nichts gemacht!", dann ist das bei der Fehlersuche nicht hilfreich. Auch Beschreibungen wie "da oben blinkt was" bringen einen bei der Fehleranalyse selten weiter, wenn man nicht direkt vor dem Problemrechner sitzt, sondern in einer anderen Stadt am Telefon. Fernsteuerungssoftware wie TeamViewer und Chrome Remote Desktop beseitigen diesen Mangel, denn sie übertragen den Desktop des Problem-Rechners über das Internet in ein Fenster auf den Desktop des Hilfsbereiten.

Fernsteuerungssoftware ist dazu da, den Desktop eines entfernten Computers so zu bedienen, als ob man davor säße. Dazu ist sowohl auf dem entfernten Rechner, als auch auf dem eigenen eine Client Software zu installieren, die die beiden Rechner miteinander verbindet. Dieses geschieht nicht direkt, denn die beiden Clients sind via Internet über einen Server des Herstellers der Fernsteuerungssoftware miteinander verbunden.

Eine sichere Verbindung wird mit Verschlüsselung gewährleistet, wobei TeamViewer auf seiner Webseite mit einer Ende-zu-Ende Verschlüsselung wirbt. Damit wäre die Verbindung durchaus sicher und für keinen anderen zugänglich. Zur Authentifizierung kommt bei TeamViewer und Chrome Remote Desktop eine Kombination aus ID, Kennwort oder Account zum Einsatz, damit nur berechtigte Personen aus der Ferne auf den Rechner zugreifen. Ihr könnt zudem die Sicherheit noch dadurch erhöhen, indem ihr die Clients der Fernsteuerungssoftware nur dann startet, wenn ihr Hilfe aus der Ferne braucht. TeamViewer neigt dazu, automatisch beim Systemstart zu starten, was bei gelegentlicher Nutzung nicht nötigt ist. Unter "Einstellungen... > Allgemein" braucht man nur den Haken vor "TeamViewer mit dem System starten" entfernen und die Änderung übernehmen.

Ist eine Verbindung über Fernsteuerungssoftware zwischen zwei Computern entstanden, erscheint der Desktop des zu steuernden Problem-Computers in einem Fenster auf dem Desktop des Helfers. Ist dieses Fenster aktiv, finden alle Aktionen mit Maus und Tastatur auf dem entfernten Desktop statt, den man als Remote-Desktop bezeichnet. Die Hilfe funktioniert bei Systemproblemen nur, wenn auf dem zu reparierenden Computer ein Desktop mit Administrator-Rechten läuft, damit der Helfer die nötigen Rechte hat, um die Systemeinstellungen zu ändern. Natürlich ist so Hilfe auch kleinen Problemen möglich. Denn es ist egal, ob ein Helfer das System repariert oder Anwendungssoftware wie ein Videoschnitt-, Bildbearbeitungs- oder Office-Programm bedient. Alles was sich mit Maus und Tastatur ausführen ausführen lässt, ist aus der Ferne möglich. Problematisch wird es nur bei Neustarts, denn hier muss der Hilfesuchende aktiv werden und die Fernsteuerungssoftware auf seinen Rechner wieder starten, damit der Helfer weiterarbeiten kann.

Da der Helfer über die Fernsteuerungssoftware an eurem Rechner machen kann, was er will, solltet ihr ihm oder ihr vertrauen können. Denn via Fernsteuerung lassen sich natürlich auch private Dateien ansehen, wenn diese zugänglich auf dem Rechner liegen und nicht durch eine mit TrueCrypt oder VeraCrypt verschlüsselte Container-Datei geschützt sind, die natürlich nicht als Laufwerk eingebunden sein darf. Außerdem sollte euer Helfer wissen, was er tut, damit die Hilfe bei einem kleinen Problem nicht zu einen unbrauchbaren Computer führt.

Unter "Ihre ID" und "Kennwort" findet ihr die Daten, die ihr einem Helfer mitteilen müsst, damit er euren Computer fernsteuern kann.

Bevor die Hilfe über TeamViewer losgehen kann, müssen Helfer und Hilfesuchender die Client-Software von TeamViewer installieren, die es für Windows, Mac OS X und Ubuntu gibt. Nach dem Programmstart zeigt TeamViewer eine ID und ein Kennwort an. Der Hilfesuchende muss diese dem Helfer zum Beispiel via Telefon mitteilen, damit er die ID unter Partner-ID eingeben kann. Das Kennwort wird kurz darauf abgefragt und anschließend kann der Helfer den Remote-Desktop des Hilfesuchenden steuern.

Wenn ihr die ID und das Passwort richtig eingegeben habt, erscheint der entfernte Desktop in eurem Desktop-Fenster. Hier hatte ich Zugriff auf unseren iMac.

Firewall und Router sind für TeamViewer kein Hindernis, wobei unter Windows TeamViewer portable einsetzbar ist, wenn man auf einen entfernten Rechner zugreifen möchte. Ergänzend zur Fernsteuerung lässt sich TeamViewer für den Datentransfer einsetzen, wobei sich ein Dateimanager mit geteiltem Fenster öffnet. In der einen Hälfte ist die Ordnerstruktur des entfernten Computers zu sehen und in der anderen die des eigenen. Via Drag-and-Drop lassen sich so Dateien vom einem Rechner zum anderen kopieren.

Alternativ zur Fernsteuerung von Computern, lässt sich mit TeamViewer auch reiner Dateitransfer durchführen.

Beim Google-Tool ist der Installationsaufwand größer und zudem das Einloggen mit einem Google-Konto erforderlich, was euch der Google Chrome Browser an entsprechender Stelle mitteilt. Google Chrome ist Voraussetzung, denn der Chrome Remote Desktop ist eine Erweiterung des Google Browsers.

Ihr findet die Chrome-App bei Google Chrome unter "Einstellungen > Erweiterungen > Mehr Erweiterungen herunterladen", indem ihr dort "Chrome Remote Desktop" in das Suchfeld eingebt. Im zugehörigen Suchfeldeintrag braucht ihr dann nur noch auf "Hinzufügen" klicken. Nachdem die Chrome-App installiert wurde, findet ihr sie bei Google Chrome unter den Apps und braucht sie zum Starten nur noch anzuklicken.

Benötigt ihr Hilfe und wollt euren Desktop für einen Helfer freigeben, ist ein Klick auf "Teilen" nötig. Google fordert euch nun auf, die Software "Chrome Remote Desktop Host" herunterzuladen und zu installieren, was unter Windows, Debian-Linux und Mac OS X geht. Erst wenn diese installiert ist, können andere auf euren Computer zugreifen. Aber keine Angst, denn wenn jemand auf euren Computer zugreifen will, braucht er noch einen Code. Diesen erhaltet ihr nach der Installation von "Chrome Remote Desktop Host" bei erneuten Klick auf "Teilen".

Auf dem Mac ist der Desktop für einen entfernten Helfer freigegeben. Wollt ihr das nicht, genügt ein Klick auf "Freigabe beenden".

Als Helfer braucht ihr "Chrome Remote Desktop Host" nicht zu installieren. Ihr klickt in der Chrome Remote App auf "Zugreifen" und gebt den Code ein, den ihr vom Hilfesuchenden erhalten habt. Nach einem kurzen Moment ist der Remote-Desktop zu sehen und lässt sich aus der Ferne bedienen.

Mit Google Chrome Remote Desktop unter Ubuntu einen Mac fernsteuern.

Sowohl für TeamViewer als auch für Google Chrome Remote Desktop gibt es Apps für Android, iPhone und iPad bei Google play oder im Apple iTunes App Store.

Die Bedienung ist bei TeamViewer ähnlich wie auf dem Desktop und recht übersichtlich, denn am unteren Rand ist eine Menüleiste, über die sich unter anderem die virtuelle Tastatur schnell einblenden lässt. Bei Chrome Remote Desktop müsst ihr dazu mit dem Finger vom oberen Rand nach unten wischen. Es erscheinen Symbole für Tastatur und Maus, wobei sich letztere von Mauszeiger auf Fingergeste umstellen lässt.

Mit TeamViewer auf dem Android-Tablet lässt sich der iMac auch von unterwegs aus steuern.

Während TeamViewer über die Smartphone- und Tablet-App spontane Zugriffe auf entfernte Computer gestattet, erlaubt die Chrome Remote App nur die Fernsteuerung von Computern, die zuvor freigegeben wurden. Diese Rechner stehen in der Liste "Meine Computer", wenn das Google-Konto, das mit diesen Rechnern verknüpft ist, auch auf dem Mobilgerät aktiv ist.

TeamViewer und Google Chrome Remote Desktop sind hilfreich, wenn es darum geht, Freunden, Eltern und anderen Hilfesuchenden bei ihren Computerproblemen zu helfen. Dabei fand ich TeamViewer angenehmer: Denn nach dem Downlaod von TeamViewer und der anschließenden Installation kann die Hilfe sofort losgehen.

Beim Chrome Remote Desktop fand ich den Aufwand mit Installation von Google Chrome, Chrome Remote Desktop App und Chrome Remote Desktop Host zu umfangreich. Denn jene, die Hilfe brauchen, könnten dadurch schnell überfordert sein, zumal auch ein Google-Konto erforderlich ist.

Bei meinem Test funktionierte die Fernsteuerung mit beiden Clients gut, wobei mir auch der Login-Zugriff recht gut gefiel, um immer wieder auf einen entfernten Computers zugreifen zu können. Ob man diese Funktion braucht, kommt sicherlich auf die individuelle Situation an.

TeamViewer punktet aus meiner Sicht auch damit, dass es mehr Funktionen bietet als der Chrome Remote Desktop. Neben der Fernsteuerung und dem Dateitransfer sind Online-Meetings via Webcam, Präsentationen, Chats und Telefonkonferenzen möglich. Diese Funktionen dürften besonders für Unternehmen interessant sein, die TeamViewer kaufen müssen. Denn TeamViewer darf als Freeware nur bei privater und nicht-kommerzieller Nutzung kostenlos eingesetzt werden.

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