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Webseite: Website besuchen
Preis: kostenlos (Spende erwünscht)
Lizenz: Open Source
Betriebssystem: Linux
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Datensatz zuletzt aktualisiert: 23.02.2026
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Pi-hole ist ein quelloffener, DNS-basierter Werbeblocker, der unerwünschte Inhalte filtert, ohne dass auf den einzelnen Geräten zusätzliche Software nötig ist. Die Software arbeitet als DNS-Server, der Anfragen an bekannte Werbe- und Tracking-Domains ins Leere laufen lässt. So schützt Pi-hole alle verbundenen Geräte vom PC über das Smartphone bis hin zum Smart-TV. Pi-hole läuft auf Linux-Systemen und eignet sich besonders für den Einsatz auf einem Raspberry Pi, funktioniert aber auch auf anderer Hardware oder in Docker-Containern.

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Pi-hole

Funktionsweise von Pi-hole

Pi-hole dient als DNS-Server im lokalen Netzwerk. Sobald ein Gerät eine Webseite aufruft, prüft Pi-hole die DNS-Anfrage anhand von Filterlisten und blockiert Anfragen an bekannte Werbe- und Tracking-Domains. Die Installation erfolgt über ein Terminal-Kommando, wobei ein Einrichtungsassistent durch die Konfiguration führt. Dabei lassen sich DNS-Anbieter, Filterlisten und Netzwerkeinstellungen festlegen. Pi-hole benötigt eine feste IP-Adresse im lokalen Netzwerk und kann entweder im Router als DNS-Server eingetragen oder auf den einzelnen Geräten manuell konfiguriert werden. Zudem lässt sich Pi-hole als DHCP-Server betreiben, wodurch alle Netzwerkgeräte automatisch die gefilterte DNS-Auflösung nutzen.

Web-Interface zur Verwaltung

Über eine Web-Oberfläche lässt sich Pi-hole komfortabel steuern und konfigurieren. Das Dashboard zeigt Statistiken zu DNS-Anfragen, blockierten Domains und der Netzwerkaktivität an. Die Einstellungen gliedern sich in Basic- und Experten-Bereiche. Über eine Whitelist-Funktion lassen sich einzelne Domains von der Filterung ausnehmen, etwa um bestimmte Webseiten weiterhin durch Werbeeinnahmen zu unterstützen. Zusätzlich stehen Kommandozeilenbefehle wie pihole status und pihole update zur Verfügung. Wer Pi-hole einsetzt, sollte sicherstellen, dass die Web-GUI nicht offen im Internet steht, und vorsichtshalber den Zugriff auf die Admin-Rechner beschränken.

Neuerungen mit Version 6

Seit Version 6 ist der Webserver direkt in die FTL-Komponente (Faster Than Light), den Kern von Pi-hole, integriert, sodass kein externer Webserver wie Lighttpd und kein PHP mehr erforderlich sind. Webserver und REST-API stecken in einer einzigen Binärdatei, und sämtliche Konfigurationsdateien fließen in einer zentralen .toml-Datei zusammen. Der integrierte Webserver unterstützt nativ HTTPS, und als Gegenstück zu den Blockade-Listen gibt es jetzt auch Erlaubnis-Listen. Für Docker-Installationen dient Alpine Linux statt Debian als Basis, was die Image-Größe reduziert. FTL importiert den Anfragenverlauf asynchron, und die Option database.forceDisk verlagert die SQLite-Datenbank auf das Speicherlaufwerk, was besonders auf älteren Raspberry Pis den RAM-Verbrauch senkt.

Verfügbarkeit und Voraussetzungen

Pi-hole ist kostenlose Open-Source-Software und läuft auf verschiedenen Linux-Distributionen wie Raspberry Pi OS, Ubuntu oder Alpine Linux (im Docker-Container). Die Hardware-Anforderungen sind gering, sodass ein alter Raspberry Pi oder Zero als Basis genügen sollte. Auf leistungsfähigerer Hardware sind laut Hersteller hunderte Millionen DNS-Anfragen möglich. Die Software filtert Werbung sowohl über IPv4 als auch über IPv6. Das Projekt finanziert sich über Spenden und ehrenamtliche Entwicklung.

Alternativen zu Pi-hole

Eine verbreitete Alternative stellt AdGuard Home dar, das ebenfalls als DNS-basierter Netzwerk-Werbeblocker arbeitet, jedoch von Haus aus eine HTTPS-Verschlüsselung für DNS-Anfragen via DNS-over-HTTPS und DNS-over-TLS mitbringt. Wer Werbung nur im Browser blockieren möchte, greift alternativ zu Erweiterungen wie uBlock Origin (Lite) oder AdGuard. Diese schützen nur den jeweiligen Browser und nicht das gesamte Netzwerk. Die in Routern wie der Fritz!Box integrierten DNS-Filter bieten zudem einen grundlegenden Schutz.

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