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Mit Hamachi Computer über VPN vernetzen

Vorteile eines lokalen Netzwerks im Internet nutzen

Unverschlüsselte Verbindungen im Internet sind eine Gefahr für die Sicherheit der eigenen Daten. Schutz bietet hingegen eine VPN-Verbindung. Ich habe mir deswegen LogMeIn Hamachi angesehen, das Computer über VPN-Verbindungen miteinander vernetzt.

Sichere Verbindungen sind ein Muss, wenn ihr über das Internet auf eigene Computer oder die von Freunden zugreifen wollt. Denn ohne eine verschlüsselte Verbindung seid ihr Man-in-the-Middle-Angriffen ausgesetzt und eure persönlichen Daten können in fremde Hände geraten. Auch das Spielen über das Internet wird mit VPN sicherer.

Mit Hamachi von LogMeIn für Windows, Mac OS X und Linux könnt ihr eine Virtual Private Network (VPN), also ein eine sicheres, verschlüsseltes Netzwerk aufbauen und darüber via Internet auf eure Daten zu Hause zugreifen oder mit anderen über das Internet eine LAN-Party feiern. Bis fünf Computer lassen sich mit Hamachi kostenlos im VPN verbinden, mehr kosten Geld. Außerdem müsst ihr euch kostenlos bei dem Dienst registrieren, um Hamachi-VPN zu nutzen.

Hamachi bietet für Windows und Mac OS X einen grafischen VPN-Client. Dieser erlaubt die Zugang zu einem bestehenden VPN-Netz durch Eingabe von Netzname und Passwort oder erzeugt selbst neue Peer-to-Peer-Netzwerke, in denen alle darin angemeldete Computer miteinander verbunden sind.

Der grafische Client für Mac OS X und Windows bietet eine Bedienung mit Maus und Tastatur über Menüs. Ihr könnt euren Computer so leicht mit einem bestehenden Hamachi-Netzen verbinden und neue erzeugen.

Der grafische Client für Mac OS X und Windows bietet eine Bedienung mit Maus und Tastatur über Menüs. Ihr könnt euren Computer so leicht mit einem bestehenden Hamachi-Netzen verbinden und neue erzeugen.

In der Benutzeroberfläche seht ihr nach dem Login mit eurem LogMeIn-Account eure zugewiesene LogMeIn-IP, die mit einer 25 beginnt. Darunter findet ihr ein Fenster mit allen LogMeIn-Netzen, mit denen der Computer verbunden ist. Unter jedem Netzwerknamen stehen zudem die anderen damit verbundenen Computer inklusive deren LogMeIn-IPs vom Typ IPv4 und IPv6. Diese IPs braucht ihr, um verschlüsselt auf den jeweiligen Computer zugreifen zu können, worauf ich später eingehe.

Soll die Verbindung mit einem Hamachi-Netz beendet werden, müsst ihr den Mauszeiger auf den Namen des entsprechenden Netzwerks bewegen und einen Rechtsklick ausführen. In dem sich öffnenden Kontextmenü ist dann "Netzwerk verlassen" auszuwählen.

Unter Linux gib es keinen grafischen Hamachi-Client, der die Bedienung via Menüs und Maus erleichtert. Hier sind Befehle auf der Kommandozeile im Terminal einzugeben, um einen Computer mit einem bestehenden Hamachi-Netz zu verbinden oder um ein neues zu erzeugen. Dazu brauch ihr Administratorrechte.

Wenn ihr einen Account bei LogMeIn habt und die Software installiert ist, müsst ihr zunächst unter Ubuntu oder Debian über den Befehl sudo hamachi login eine Verbindung zu LogMeIn aufbauen und könnt euch danach mit sudo hamachi attach [Accountname] mit eurem Account verbinden.

Über sudo hamachi create [neuer Netzname] erzeugt ihr ein neues VPN-Netzwerk inklusive frei vergebbarem Netz-Passwort und seid danach auch gleich dort angemeldet. Wollt ihr einem bestehenden Netz beitreten, gebt ihr sudo hamachi join [bestehender Netzname] und nach ENTER, das zugehörige Netz-Passwort ein.

Wenn alles geklappt hat, seht ihr über sudo ifconfig eine neue Netzwerkschnittstelle mit der IP 25.xxx.xxx.xxx. Bei mir hieß die Schnittstelle ham0 und war direkt unter eth0 zu finden. Alternativ erhaltet ihr über sudo hamachi Informationen inklusive der Hamachi-VPN-IP des Computers. Weitere Hilfe zu den Befehlen gibt es mit hamachi help.

Wenn ihr in einem Hamachi-Netz seid, könnt ihr im Prinzip so arbeiten, wie ihr es im lokalen Netz (LAN) tun würdet. Ihr müsst dazu aber immer die LogMeIn-IP verwenden, die mit 25 beginnt, um die verschlüsselte Verbindung zu nutzen, was euch im Internet vor Angriffen und Belauschen schützt. Sollte der Rechner, mit dem ihr euch verbinden wollt auch über eine andere IP erreichbar sein, dürft ihr diese nicht nutzen. Denn dann nutzt ihr nicht mehr das LogMeIn-Hamachi-Netz.

Für meine Tests habe ich Hamachi auf unserem Debian-Server sowie auf Linux-, Windows und Mac OS X-Client-Rechnern installiert sowie alle im selben Hamachi-Netz angemeldet. Auf dem Debian-Server läuft ein Samba-Server, der Netzlaufwerke bereitstellt, auf die man von den Client-Rechnern zugreifen kann. Dies testete mit allen Client-Rechnern, wobei ich für den Zugriff auf den Debian-Server dessen LogMeIn-IP eingab.

Auch eine SSH-Verbindung konnte ich von meinem Linux-Client aus zum Debian-Server ohne Probleme aufbauen und darüber wie gewohnt arbeiten. Auch hier ist beim Anmelden die Hamachi-IP zu verwenden.

Für Gamer dürfte Hamachi vor allem interessant sein, um gemeinsam Spiele über das Internet zu spielen. Dies funktioniert im Hamachi-Netz wie im LAN, wenn ihr die Hamachi-IP des Computers nutzt, der als Spiele-Server dient. Beachtet aber, dass maximal fünf Computer in einem Hamachi-Netz kostenlos angemeldet sein können.

Eben ging ich auf Mesh- beziehungsweise Peer-to-Peer-Netze ein, die sich über den Hamachi-VPN-Client erzeugen lassen, ohne, dass ihr euch auf der Website von LogMeIn einloggen müsst. Dies ist aber notwendig, wenn ihr andere Netztypen erzeugen wollt, da dies nur über die Web-Oberfläche geht.
LogMeIn kann hierüber Hub-Netze erstellen. Bei diesen arbeiten einige Computer als Hubs, also Server. Daneben gibt es in den Hub-Netzen noch Computer, die als Spoke gekennzeichnet sind und nur auf den Hub zugreifen können.

Auf der LogMeIn-Website lassen sich die Netzwerktypen beim Erstellen auswählen.

Neben den Hub-Netzen könnt ihr über die Webseite auch Gateway-Netze erzeugen. Hierbei dient ein Computer im Netz als Gateway und bietet einen Zugang in ein LAN. Ihr könnt somit auch von unterwegs über das Hamachi-Netz sicher zum Gateway-Computer kommen und darüber ins LAN gelangen. Der Gateway-Rechner nimmt eine besondere Stellung ein und darf in keinem anderen Hamachi-Netz angemeldet sein. Außerdem kann kein Mac als Gateway genutzt werden.

LogMeIn gibt es neben der Hamachi-Version auch in einer kostenpflichtigen Pro-Version. Die Pro-Version ist nötig, wenn ihr Computer via Remote-Desktop fernsteuern oder Dokumente austauschen wollt. Dazu erzeugt LogMeIn Pro Zugriffslinks, die zum Beispiel via E-Mail versendet werden.

Soll ein Desktop-Rechner mit Windows oder Mac OS X via LogMeIn Pro ferngesteuert werden, müsst ihr dort die LogMeIn-Pro-Software installieren und einen Link für die Remote-Desktop-Steuerung erzeugen. Diesen sendet ihr dann an jenen, dem ihr die Fernsteuerung erlaubt. Nach Klick auf den Link wird der Browser geöffnet, der zum Steuern des entfernten Desktops genügt. Der Besitzer des entfernten Rechners muss aber an seinem Computer sitzen bleiben, da er den Zugriff konkret erlauben muss und die Verbindung jederzeit mit Klick auf "Disconnect" trennen kann. Alternativ zur Fernsteuerung lässt sich der Desktop nur zur Ansicht freigeben, sodass ein Betrachter in der Ferne diesen im Browser sieht, aber nicht bedienen kann.

Die Fernsteuerung entfernter Desktops findet direkt im Browser statt.

Ähnlich ist es beim Zugriff auf Dokumente. Für die zu teilenden Datei erzeugt deren Besitzer an seinem Computer mit LogMeIn Pro einen Zugriffslink und sendet ihn an jene, die auf die Datei zugreifen und herunterladen dürfen.

Die Zugriffslinks für die Remote-Desktop-Steuerung und den Datei-Austausch lassen sich zeitlich beschränken. Für die Fernsteuerung des Desktops lässt sich die Gültigkeit des Links auf mehrerer Stunden festlegen und der Zugriff auf Dateien ist nach dem angegebenen Datum inklusive Uhrzeit nicht mehr möglich.

Für Unternehmen gibt es die Version LogMeIn-Central, bei dem "Kaspersky Endpoint Security for Business" als Virenschutz eingesetzt wird. Das Produkt eignet sich laut Hersteller für den Kunden-Support mit Fernwartung. Dabei lassen sich aus der Ferne auf den Computern von Kunden Software-Installationen und -Updates durchführen. Eine Fernsteuerung der Computer und die Benutzerverwaltung ist ebenso möglich.

LogMeIn gibt es neben Desktop-Rechnern auch als App für iPhone, iPad, Android-Smartphone oder -Tablet in den jeweiligen App Stores von Apple iTunes und Google Play. Sie lässt sich 14 Tage kostenlos testen und bietet den Umfang von LogMeIn-Pro.

Mit der App für Android kann man von unterwegs aus auf die Dateien anderer Computer im LogMeIn-Netz zugreifen.

Bei meinen Tests habe ich mir LogMeIn Hamachi und LogMeIn Pro angesehen, wobei ich die Peer-to-Peer-Verbindungen von Computern im Hamachi-VPN-Mesh-Netz interessant finde. Die Installation der Clients auf Desktop-Rechnern mit Windows, Mac OS X, Debian und Ubuntu funktioniert problemlos und ein Netz lässt sich schnell einrichten.

Die Begrenzung auf fünf Rechner pro Netz beim kostenlosen LogMeIn-Hamachi ist zwar nicht viel, dürfte aber für Privatnutzer genügen, um über das Internet via VPN auf Dateien im heimischen Netz zugreifen zu können. Beim gemeinsamen Spielen über das Internet entscheiden die Spiele, ob die Begrenzung auf fünf Computer beziehungsweise Spieler zu wenig ist.

Da für Remote-Desktop und Datei-Sharing eine kostenpflichtige Lizenz der LogMeIn-Pro nötig ist, dürfte dies für Privatnutzer wenig attraktiv sein. Hier bieten sich deswegen die Alternativen TeamViewer und Chrome Remote Desktop an, auf die ich in meinem Blogpost Teamviewer vs. Chrome Remote Desktop bereits eingegangen bin.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit LogMeIn Hamachi oder weitere Tipps? Dann hinterlasst einfach einen Kommentar!

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